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Wenn Kinder verstummen

Mit Kindergartenkindern über sexuellen Missbrauch sprechen

Illustration zu einem Kinderbuch

Ralf Ruhl

Mit Kindergartenkindern über sexuellen Missbrauch sprechen ist ein schwieriges Unterfangen. In ihrem Bilderbuch »Was ist los, Joschi Bär?« zeigen Brigitte Endres (Text) und Anna Karina Birkenstock (Illustrationen), was es dazu braucht: Eltern, die präsent sind, einfühlsam – und stark. (Bild © Anna Karina Birkenstock | Aracari Verlag)

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Wickel-Challenge, Alterssimulation, Rolli-Ralley und auch mal die base chillen …

80 Schüler erlebten am Hamburger Boys’ Day im Landesinstitut ein abwechslungsreiches Programm aus den Berufsfeldern Pflege, Erziehung, Bildung, Betreuung

Jungen wickeln unter Anleitung Babypuppen

Alexander Bentheim

»Ich würde die Veranstaltung anderen Jungs empfehlen, weil es interessant zu wissen ist, wie es als Mann in einem Pflege- oder Erzieherberuf ist«, sagt Moritz (12), und Henry (13) ergänzt: »Es war mal etwas ganz anderes, als in der Schule abzuhängen, und ich habe mal etwas ganz anderes gesehen und ausprobiert«.

Zur Veranstaltung »Den Pflege- und Erzieherberuf spielerisch erkunden« waren 80 Schüler zwischen 11 und 15 Jahren von 48 verschiedenen Schulen ins Landesinstitut gekommen. Sie erlebten in zehn Workshops, wie man mit technischer Unterstützung kranken Menschen gezielt helfen kann, Blutdruck und Blutzucker misst, was man in der Ersten Hilfe macht oder wie man mit Kindern ins Erzählen kommen und Konflikte lösen kann. Weitere Workshops waren eine Rollstuhl-Ralley, das Ausprobieren eines Alterssimulationsanzugs, Wissenswertes über den Sinn von Ritualen mit Kindern, eine Wickel-Challenge und das Bauen und Basteln an »Kitopia«, einer Traum-Kita aus Lego.

In Zusammenarbeit mit Fachkräften und Auszubildenden des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik BS21, die die Workshops fachkundig, engagiert und hier und da auch geduldig durchführten, organisierten Marcus Thieme (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) und Alexander Bentheim (»Soziale Jungs Hamburg« / »Was für Jungs!«) diese für Hamburg erstmals größere Veranstaltung zum Boys Day. Nachdem für jeweils 20 Schüler an den Boys Days 2013-2015 der Erzieherberuf und 2016-2018 der Pflegeberuf im Mittelpunkt standen, wurden nun 2019 die Highlights der Vorjahre zusammengestellt – und verfehlten ihre Wirkung nicht: »An den Workshops hat mir sehr gut gefallen, dass wir selbst aktiv waren und Dinge ausprobieren konnten« freute sich Michel (13) am Ende und Benjamin (13) befand: »Die Coaches waren sehr nett und sympathisch, die Themen interessant … Vielen Dank für die tolle Veranstaltung!«.

Der Boys’ Day ist, wie der Girls’ Day, ein bundesweiter, vom BMFSFJ geförderter Aktionstag zur Berufsorientierung mit dem Ziel, Mädchen und Jungen Einblicke in Berufsfelder zu vermitteln, in denen der gleichgeschlechtliche Anteil unter den Auszubildenden, Studierenden und Beschäftigten weniger als 40% beträgt. Absicht dieses Aktionstages ist damit, Mädchen und Jungen durch praktische Erkundungen in eher geschlechtsuntypische Ausbildungsberufe zu ermutigen, mehr persönliche Interessen, Neigungen und Kompetenzen (neu) zu entdecken – was bei der späteren Berufswahl zu einem breiteren Spektrum an Optionen führen kann. Zugleich lernen Mädchen und Jungen an den Aktionstagen sich partiell in neuen Rollen kennen, die die Berufsfelder vermittels ihrer spezifischen Tätigkeiten anzubieten haben. (Foto © Alexander Bentheim)

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Die Männerbewegung als Forschungsgegenstand

Eine wissenschaftliche Analyse männlicher Emanzipation zwischen Privilegierung und Legitimationsdruck

Interview mit Mikrofon

Thomas Gesterkamp

Die Soziologin Mara Kastein untersucht in ihrer Dissertation, u.a. anhand von Interviews, verschiedene Strömungen und Ansprüche einer gleichstellungsorientierten Männerpolitik – um schließlich festzustellen, dass Männer, die sich zu geschlechterpolitischen Fragen äußern, sich wegen ihrer gesellschaftlichen »Privilegierung« erst einmal rechtfertigen müssten, um mit ihren Positionen gehört zu werden (Foto © sol-b | photocase.de)

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Zur Einstimmung in das Thema gibt es einen Überblicksbeitrag der Autorin im Portal der Heinrich Böll Stiftung / Gunda Werner Institut.

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»Manchmal lauter werden müssen, aber nicht aggressiv klingen dabei.«

Max André Kühl, 8a der Hamburger Irena-Sendler-Schule und Teilnehmer am Projekt »Soziale Jungs Hamburg«, zu seinen Erfahrungen im ehrenamtlichen Praktikum bei »Pflegen und Wohnen Farmsen«

Blättern in einem alten Fotoalbum

Alexander Bentheim

»Die, die mich bemerkt haben, waren eigentlich recht zufrieden und haben sich gefreut, wenn ich da war und vorgelesen habe. Die meisten sind dabei eingeschlafen, weil ich scheinbar eine so entspannende Stimme habe (…) Besonders überrascht haben mich die älteren Personen. Eigentlich denkt man ja, die älteren Leute seien eher ein bisschen negativ eingestellt. Aber die waren fast immer recht positiv, haben sich gefreut, wenn etwas los war. Das hatte ich nicht erwartet.« (Foto © Bonk!Bild | photocase.de)

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