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Verengter Blick

Das Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht berücksichtigt erstmals auch Männeranliegen. Doch viele Themen, vor allem aus dem Politikfeld Gesundheit, bleiben ausgespart.

Eine Frau und zwei Männer auf einer Freitreppe

Thomas Gesterkamp

»Gap« ist das englische Wort für Lücke und der Lieblingsbegriff einer Kommission aus Wissenschaft und Politikberatung, die in den letzten Jahren interdisziplinär Material zum Geschlechterverhältnis gesammelt hat. Ein 200 Seiten starker Bericht dokumentiert den Stand der Gleichstellung von Männern und Frauen im Jahr 2017. Doch es gibt Fragen. Fragen, die Jack Urwin mit seinem im Frühjahr erschienenen Buch »Boys don’t cry« teils besser beantwortet, weil es veranschaulicht, dass ein achtungsvoller und produktiver Dialog über den Rollenwandel der Geschlechter gerade in der jungen Generation in Gang kommt. (Foto © cydonna | photocase.de)

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Unter Generalverdacht

In den Kindertagesstätten arbeiten ganz überwiegend Frauen. Der Anteil männlicher Erzieher steigt langsam, doch diese sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert.

Ein Mann trägt ein Kind auf dem Arm

Thomas Gesterkamp

Im März machte ein Kindergarten im Berliner Stadteil Reinickendorf bundesweit Schlagzeilen. Eltern protestierten, dass dort ein Mann ihren Nachwuchs betreut. Genauer gesagt, ein schwuler Mann. Bei den Kindern ist dieser zwar äußerst beliebt, die sexuelle Orientierung des Pädagogen jedoch führte zum Streit. Eine Gruppe von Eltern drohte dem Träger der Kita mit einer Unterschriftenaktion. Die Initiatoren stammen aus Russland, Rumänien, der Türkei und aus arabischen Ländern, viele sind muslimischen Glaubens. Ein interkultureller Konflikt also, der sich aber nicht allein um das Thema Homophobie dreht. Sondern auch um die generelle Irritation angesichts veränderter Geschlechterrollen, um das Festhalten an Traditionen und um die Frage, welche Rolle Männer in der öffentlichen Erziehung von kleinen Kindern überhaupt spielen sollen und dürfen. (Foto © eighty-four | photocase.de)

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Zornige weiße Männer

Wie sollte eine dialogisch orientierte Männerpolitik auf Ohnmachtsgefühle und Wutgeschrei reagieren?

Fokussierendes Augenpaar

Thomas Gesterkamp

Donald Trump siegte mit den Stimmen der männlichen Arbeiter in wirtschaftlichen Krisenregionen. Auf einen ähnlichen Effekt setzt die AfD bei der Bundestagswahl. Und auch sonst sind diverse Verschiebungen in politischen Haltungen zu aktuellen Themen zu beobachten. Wer dem etwas entgegen setzen will, muss nicht nur »Hartz IV« korrigieren. (Foto © maspi | photocase.de)

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Wenn Karl-Heinz durchdreht

Er ist noch nicht einmal vier Jahre alt und bringt Eltern und Erzieherinnen an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Und so einen gibt es in jeder Kita.

Junge mit Stock

Ralf Ruhl

Karl-Heinz ist echt hart drauf. Macht die Sachen der anderen kaputt, schlägt aus dem Nichts zu, wütet, verweigert sich, versucht zu kontrollieren. Das macht es schwer ihn zu mögen. Und es ist leicht, die Schuld bei den Eltern zu suchen. »Desorganisiertes Bindungsverhalten« heißt das in der Bindungstheorie und -pädagogik nach Bowlby und Ainsworth. Doch das »Warum?« ist nicht so entscheidend, wichtiger ist das »Was tun?«. Und dabei hilft dieses kleine, höchst kompakte Bilderbuch für Eltern und Fachleute – trotz mancher Einschränkung. (Foto © plastikman1912 | photocase.de)

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