Artikel

Renn, Papa, renn!

Ein Bilderbuch über lebenswichtige Kleinkinderfragen

Ein Vater füttert seinen Sohn

Ralf Ruhl

»Bist du auch da, wenn du nicht da bist?« oder »Holst du mich auch ganz bestimmt vom Kindergarten ab?« Fragen von Kleinkindern, die für sie lebenswichtig sind, werden in diesem Bilderbuch von Aurélie Guillerey und Nadine Brun-Cosme witzig und ganz oldschool in Versen und großflächigen Bildern in Szene gesetzt. Sehenswert! (Foto © Kay Fochtmann | photocase.de)

Zur Rezension

Artikel

Unter Willis

Der Mann als armes Schwein ist ein beliebtes Sujet in der jüngeren Literatur. Nicht immer gelingt es dabei, Spott und Häme in Schach zu halten. Aber wenn doch, liegt etwas Lesenswertes vor einem.

Ein Mann und eine Frau auf einer Wiese sehen sich aus der Ferne an

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 27te KW. – Heinz Strunk schickt in »Jürgen« Jürgen und seinen Kumpel Bernd hinaus in die Welt. So weitläufig die auch sein mag, die beiden haben nur ein und zwar enggestecktes Ziel: endlich eine Frau kennenlernen. (Foto © fotokomplizin | photocase.de)

Zur Rezension

Artikel

Drei Tage reisen für eine Stunde mit dem Kind

Ein Gespräch über Motive und Hintergründe zum Film »Väter hinter Gittern«

Ein Bus der JVA fährt auf einer Landstraße

Frank Keil

Die Journalistinnen Sonya Winterberg und Sylvia Nagel haben sich in einem Film einem wenig beleuchteten Thema gewidmet: Männer, die im Gefängnis sitzen, während draußen ihr Kind heranwächst.
Der Film ist in der Mediathek der ARD bis zum 1.7.2019 verfügbar; für Kinder und Jugendliche, die Kontakt zu ihrem inhaftierten Vater oder ihrer inhaftierten Mutter halten möchten, gibt es die Seite www.besuch-im-gefaengnis.de. (Foto © Medienkontor Winterberg & Nagel)

Zum Interview

Artikel

»Nicht mit uns!« – Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg

Connection e.V. bietet Szenische Lesungen im Herbst 2018

Ein Mann mit einem Koffer geht durch ein Kornfeld

Alexander Bentheim (Redaktion)

Connection e.V., die »Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure«, bietet für den kommenden Herbst 2018 eine Veranstaltung mit dem Titel »Nicht mit uns! – Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg« an. In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung wird denjenigen Raum gegeben, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den I. Weltkrieg wandten: mit Texten u.a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf in Gedichten, Liedern und Musik gehen Rudi Friedrich (Trompete, Lautpoesie, Lesung) und Talib Richard Vogl (Gitarre, Lautpoesie, Lesung) deren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nach, auch mit Verweis auf deren aktuelle Bedeutung.

Zum Hintergrund: In Deutschland war 1914 die Kriegsdienstverweigerung so gut wie unbekannt. Trotz einer anfänglichen Kriegsbegeisterung entzogen sich aber zunehmend Rekruten und Soldaten der Beteiligung am Krieg. Zum Ende hin gab es massenhafte Desertionen und Militärstreiks gegen die Fortführung des Krieges. In den Marinehäfen traten Soldaten in den Streik. Zwischen 750.000 und 1 Mio. entzogen sich auf unterschiedlichste Art dem Dienst oder verschwanden in der Etappe. Es war eine der ersten Massendesertionen, die sich gegen die Weiterführung eines Krieges richtete.
Der I. Weltkrieg hatte am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien begonnen und endete am 11. November 1918. Auf der einen Seite standen vor allem Deutschland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, auf der anderen Frankreich, Großbritannien, Russland, Serbien und die USA. Insgesamt beteiligten sich 40 Staaten an diesem Krieg, 70 Millionen Soldaten standen unter Waffen. Insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland entwickelte sich eine Material- und Menschenschlacht. Für die Soldaten wurden die über Jahre hinweg industrialisiert geführten Gefechte in den Schützengräben zur alltäglichen Realität. Fast zehn Millionen Soldaten starben, die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt.
Die Desertionen und der Streik der Soldaten im I. Weltkrieg waren zum ersten Mal eine breite Bewegung gegen den Krieg. Daran anknüpfend gab es in der Weimarer Republik eine intensive Diskussion über Strategien der Kriegsdienstverweigerung und andere Möglichkeiten des Widerstandes gegen Krieg. Die War Resisters‘ International wurde aufgrund der Erfahrungen von Kriegsdienstverweigerern im I. Weltkrieg 1921 gegründet. In nachfolgenden und aktuellen Kriegen hat die Verweigerung der Beteiligung am Krieg immer wieder hohe Bedeutung. Die Erfahrungen des I. Weltkrieges zeigen, dass Kriegsdienstverweigerer und Deserteure damals wie heute Unterstützung und Schutz brauchen.

Veranstaltungen können gegen einen kostendeckenden Beitrag von 400 Euro gebucht werden unter https://de.Connection-eV.org/100JahreDesertion; dort gibt es auch alle weiteren Infos zur Kontaktaufnahme. Im Beitrag enthalten sind 500 Flyer oder Postkarten, 30 Plakate, Fahrtkosten der Referenten sowie ein geringes Honorar. Eine Unterkunft muss ggf. von den VeranstalterInnen zur Verfügung gestellt werden. Als Zeitraum für die Veranstaltungen sind folgende Tage möglich: 18.9., 21.9., 22.9., 23.9., 28.9.-14.10., 16.10., 19.-21.10., 23.10., 26.-28.10., 30.10., 2.11., 6.11. (Foto © busdriverjens | photocase.de)