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Ein Mann wird älter

Und dann läuft das Leben langsam aus, ohne dass man es bemerkt und so richtig wahrnimmt. Was würde es auch ändern, wenn man noch mal auf die Tube drückt?

Seniorenpaar in einer Küche

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 5te KW. – Stewart O’Nan erzählt in seinem emphatischen Roman »Henry, persönlich« von eben diesem Henry, dessen quirligen Hund Rufus und von Henrys Frau Emily, die ihn überleben wird. (Foto © m.voigt.1982 | photocase.de)

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Ein Mann geht weiter

Ein programmatischer Beginn zum neuen Jahr – mit einem Aufschrei, einer Anklage, einer Forderung, einer Selbstverpflichtung auch.

ein Mann im Dunkeln hält die Hand vor sein Gesicht

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 3te KW. – Der vordergründig schmale Band »Briefe an die Täter«, herausgegeben von der Schriftstellerin Karen Köhler, versammelt 16 teils wuchtige Geschichten über erfahrene Gewalt. (Foto © una.knipsolina | photocase.de)

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Boys are allowed to cry

Männlichkeit und Empathie sind kein Widerspruch

Ein Junge nimmt Anteil am Gefühl eines Mannes

Thomas Gesterkamp

Dürfen Männer Gefühle zeigen, sogar weinen, und dann noch bei einem Fußballspiel? »Titan« Oliver Kahn, früher deutscher Nationaltorwart, hat als Fernsehkommentator dazu eine klare Meinung: »Das gehört nicht auf den Platz.« Solange aber solche Vorbilder alte Männlichkeitskonzepte verteidigen, haben Jungen es schwer, sich zu trauen, empathisch zu sein. – Ein Vortrag über »Männer und Empathie« am 18. November 2019 auf Einladung des Club of Vienna in der Diplomatischen Akademie in Wien beleuchtet Hintergründe. (Foto © altanaka | photocase.de)

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Galerie

Geschenkte Momente

Ein neuer Raum – wie eine Bühne mit Leinwand

Zwei Jungen und ihr Betreuer


Rolf Lüüs | »Bilder und ihre Geschichte« #13

Schon der Blick hinein hat etwas kindlich-erwartungsfrohes. Die leeren Zimmer, renoviert und gestrichen, mit einladendem Teppich – also ganz frisch und noch unberührt. Zögernd treten wir ein, in die neue Wohnung, in der wir Kinder und Jugendliche betreuen werden, damals im Sommer 1985, im westfälischen Gronau.

Und wir staunen! Das Haus und seine Zimmer, die so genannte »dritte Haut«, sie wollen gestaltet sein und eingerichtet werden. Ganz unwillkürlich bewegen wir uns – alle – wie auf einer Bühne, erst tastend, dann mehr und mehr entschlossen. Die Leere wirkt sehr inspirierend. Jetzt ist noch alles möglich, Gesang, Tanz, dann Spiel … In dieser Heiterkeit zündete die Idee: »Die kahle, weiße Wand – sie soll uns Leinwand sein!« Na ja, ein Stativ hatten wir nicht und in leeren Räumen sucht man vergebens Stuhl und Tisch. So kam es zu diesem Foto mit Carsten W., Daniel S. und mir vermittels eines Fernauslösers, ein bisschen albern, aber auch sehr lebendig.

Es fühlte sich richtig an und war die reine Freude, dass es uns so gut gelang, diesem Moment mit ein wenig Witz ein fröhliches bildliches Denkmal zu errichten. Heute ist es eine kleine Sentimentalität über den Verlust von Zeit; beide Jungs sind nun auch schon deutlich älter als ich es damals war. Und meine Erinnerungen, die ich nicht missen möchte: Geschenkte Momente, kleine Fluchten zu einer Zeit, in der meine Arbeit höchsten Einsatz erforderte, bei vergleichsweise geringem Ertrag. Aber auch Dankbarkeit, denn diese kleinen Fluchten schafft man sich nur (in der Arbeit) mit Kindern. (Foto © Rolf Meier)



Reihe »Bilder und ihre Geschichte/n«
#12 | Christian Thiel, Ein Augenblick der Ruhe und Verbundenheit
#11 | Tom Focke, Berliner Trompeten
#10 | Kerstin Maier, 9 Tage Glück / Familiensachen
#09 | Jo Fröhner, Rollentausch am Arbeitsplatz / Wenn Männer Männer pflegen
#08 | Kerstin Maier, Roadmovie / Männersachen
#07 | Caio Jacques, Von Luis zu Mina / Eine Reise zwischen den Geschlechtern
#06 | Alexander Bentheim und Frank Keil, Stephen Sondheim’s Musical »Assassins«
#05 | Soumita Bhattacharya, Mandeep Raikhy’s »A MALE ANT HAS STRAIGHT ANTENNAE«
#04 | Gilles Soubeyrand, Portraits und ein Interview
#03 | Jens Kuhn, Fotografische Männergeschichten und ein Interview
#02 | Kerstin Maier, 11 Freunde
#01 | Sebastian Ansorge, malender Kreativitätsbegleiter