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Mann ohne Haus

Obdachlosigkeit findet selten Eingang in Kinderbücher. Auch, weil es ein Männerthema ist.

Ein Mädchen dreht sich nach einem Obdachlosen um

Ralf Ruhl

335.000 Personen leben in Deutschland auf der Straße, davon 29.000 Kinder, 86.000 Frauend, 220.000 Männer – nach Zählungen des Statistischen Bundesamtes 2016. Von den Erwachsenen sind damit fast drei Viertel männlich. Die Gründe, so die Sozialverbände, sind wirtschaftliche Notlagen, fast immer gepaart mit Lebenskrisen, hervorgerufen durch einschneidende Erlebnisse – wie Scheidung, Tod der Lebenspartnerin, Verlust des Arbeitsplatzes, Inhaftierung oder das Opfer-Sein von Gewalttaten. Die Wärme, Versorgung und Nähe, die für die meisten von uns alltäglich ist, gibt es für sie nicht. Ein schweres Thema also – aber im Bilderbuch »Stromer« ist es Sarah V. und Claude K. Dubois auf besondere Weise gelungen, es Kindern einfühlsam und ohne moralische Wertungen nahe zu bringen. (Foto © meerblickzimmer.de | photocase.de)

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Papa-Liste-Update

Neue Ausgabe der Lese- und Medienempfehlungen für Väter und Großväter

Vater und Sohn betrachten ein Bilderbuch

Christian Meyn-Schwarze

Um Väter und Großväter bei der Buchauswahl zu unterstützen, sammele und rezensiere ich, selbst Vater zweier Töchter und mittlerweile auch Betreuer zweier »Leihenkelkinder«, seit 16 Jahren Bücher zum Thema Vaterschaft. Entstanden ist daraus die sogenannte »Papa-Liste«, in der ca. 300 lieferbare oder antiquarisch auffindbare Bücher und andere Medien vorgestellt werden – darunter Ratgeber für werdende Väter, Unterhaltsames für genervte Männer mit Baby und auch Bilderbücher, in denen Väter mit ihren Kindern die Hauptrolle spielen.
Zur besseren Orientierung ist die Liste in einzelne Rubriken nach dem Alter eines Kindes aufgeteilt. Oder in einer Rubrik werden Bilderbücher vorgestellt, die Kindern helfen, wenn der Vater auszieht. Auch alleinerziehende Väter und Väter, die ein Kind adoptiert oder als Pflegekind in ihre Familie aufgenommen haben, finden speziell für sie zusammengestellte Buchtipps, ebenso Großväter, die sich bewusst Zeit für ihre Enkelkinder nehmen.

Im August 2017 wurde die »Papa-Liste« (167 Seiten) abermals aktualisiert; Neuerscheinungen und Aktualisierungen wurden mit roter Schrift hervorgehoben, der Anteil der »Opa-Bücher« ist größer geworden. Alle Bücher können für Väter-Kinder-Veranstaltungen, Tagungen, Fortbildungen, aber auch für wissenschaftliche Zwecke gegen eine Versandkostenerstattung bei mir ausgeliehen werden.

Seit 5 Jahren lese ich in Büchereien aus den Papa-Büchern vor, anschließend lassen wir die Geschichten lebendig werden. In diesem Jahr gestalte ich dreißig Erlebnislesungen – ein spannendes Leseförderprojekt, besonders zur Jungenleseförderung. Vielleicht mag der eine oder andere mal dazustoßen – Infos über Orte und Zeiten gebe ich gerne.  (Foto © behrchen  | photocase.de)

Die »Papa-Liste« als PDF herunterladen.

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Wenn ich doch nur fliegen könnte …

Ein König will hoch hinaus, verliert alles und entdeckt sich selbst.

Ein Mann mit einer Krone

Ralf Ruhl

Er ist ein Sammler, dieser König Ambrosius. Wie so viele Männer. Nicht, dass Frauen nichts sammeln würden, aber anderes und anders. Männer sammeln Fußballsticker, Autos, Geld auf dem Konto. Und Ambrosius sammelt Gold und schwere Sachen. Wie zum Beispiel Dinosaurier und Landmaschinen … Aber in jedem Märchen folgt auf den Höhenflug der Absturz. Und doch gibt es am Ende etwas zu gewinnen. Christoph Mett hat mit »König der Lüfte« ein wunderschön illustriertes Männermärchen für Kinder ab 4 Jahren veröffentlicht. (Foto © Saimen. | photocase.de)

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Papa XXXL

Väter sind immer riesengroß. Jedenfalls für kleine Kinder. Ein anrührend-märchenhaftes Bilderbuch zum Vorlesen für Kinder ab drei Jahren.

Zeichnung eines Vaters und seiner Tochter

Ralf Ruhl

»Mein riesengroßer Papa« ist eine Entführung der Autorin (und französischen Gesamtschullehrerin) Cathy Hors in eine Märchenwelt und in eine Zeit, als Papas ihre Kinder vor allem beschützen konnten. Und die feenhaften, fast durchscheinenden Illustrationen von Samuel Ribeyron schaffen eine entrückte, gar ein wenig süßliche Atmosphäre. Aber warum nicht – real, knallhart und schwierig ist die Welt ohnehin genug. (Illustration © Samuel Ribeyron | mixtvision.de)

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