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Verengter Blick

Das Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht berücksichtigt erstmals auch Männeranliegen. Doch viele Themen, vor allem aus dem Politikfeld Gesundheit, bleiben ausgespart.

Eine Frau und zwei Männer auf einer Freitreppe

Thomas Gesterkamp

»Gap« ist das englische Wort für Lücke und der Lieblingsbegriff einer Kommission aus Wissenschaft und Politikberatung, die in den letzten Jahren interdisziplinär Material zum Geschlechterverhältnis gesammelt hat. Ein 200 Seiten starker Bericht dokumentiert den Stand der Gleichstellung von Männern und Frauen im Jahr 2017. Doch es gibt Fragen. Fragen, die Jack Urwin mit seinem im Frühjahr erschienenen Buch »Boys don’t cry« teils besser beantwortet, weil es veranschaulicht, dass ein achtungsvoller und produktiver Dialog über den Rollenwandel der Geschlechter gerade in der jungen Generation in Gang kommt. (Foto © cydonna | photocase.de)

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»Ein anderes Mannsein ist möglich.«

Ein Gespräch mit dem Männerseminarleiter Christian Bliss über die Begrenzungen heutiger Männlichkeitsvorstellungen und sein Modell für ein umfassenderes, integrales Mannsein.

Akrobatik vor Abendhimmel

Alexander Bentheim

»Wenn Männer brüllen, klingt das ziemlich grob. Oder ziemlich unecht. Und wenn Männer über ihre Gefühle sprechen, wirkt das oft hilflos. Oder peinlich. Woran liegt das? Viele Männer vermeiden Situationen, in denen sie sich grob oder hilflos fühlen müssen. Und das hat seine Gründe. Die meisten Männer können es sich nicht erlauben, in ihren Büros und Betrieben, Organisationen und Unternehmen herumzubrüllen – oder über ihre Gefühle zu sprechen. Das wäre deplatziert. Und würde weder zu unserem Bildungssystem noch zur heutigen Arbeitswelt passen, wo alles glatt laufen soll. Wir wollen ja ‚gute‘ Männer sein: gute Kollegen, gute Chefs, gute Väter, gute Partner. Also reduzieren wir unsere Ausdrucksmöglichkeiten auf ein Repertoire, das wir für sozial verträglich halten. Was schade ist. Es wäre zumindest authentischer, manchmal einen Konflikt anzunehmen und für seine Überzeugungen zu kämpfen. Oder sich öfter mit den eigenen Gefühlswelten heraus zu wagen. Aber das wirklich Fatale daran ist, dass viele Männer gar keinen Zugang mehr zu diesen Möglichkeiten haben – Gemäßigtsein ist Normalität. Aber ein anderes Mannsein ist möglich …«. (Foto © criene | photocase.de)

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Väterbilder

Ein Dialog im »neben*an« am 30. Januar in Münster

Ein Kinderfuß in der Hand des Vaters

Alexander Bentheim (Redaktion)

Vaterbilder und Vaterschaftskonzepte, ihr Entstehen und die Möglichkeiten ihrer Veränderung, befinden sich in einem Horizonte öffnenden Wandel, der spätestens seit den 1990er Jahren in der belletristischen und empirischen Literatur sowie der wissenschaftlichen Forschung und geschlechterpolitischen Diskussion seine Resonanz findet und umgekehrt von dort Anregungen erhält. Bilder von »neuen« Vätern finden sich seitdem auch in der Fotografie und damit nicht zuletzt auch in Zeitschriften, Veranstaltungsflyern, Dokumemtationen und in der Werbung.
Welche Konstanten und Entwicklungsperspektiven dabei von Bedeutung sind, dem wird in einem von der Fachstelle Väterarbeit in NRW angestoßenen Dialog mit Nicole Kirchhoff (Journalistin, Soziologin und Autorin von »Der neue Vater, Bilder einer Figur im Wandel«) und Alexander Bentheim (ehemaliger Herausgeber Switchboard. Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit, Leiter des berufsorientierenden Förderprojekts »Soziale Jungs Hamburg« und Fotograf) sowie den Gästen nachgegangen. Die Moderation hat Hans-Georg Nelles, Sozialwissenschaftler, Erwachsenenbildner, Organisationsberater und langjähriger Väterexperte im Themenfeld »Vereinbarkeit von Arbeit und Leben«.

Die Veranstaltung findet statt am Montag, 30. Januar 2017 von 18 bis 20 Uhr im »neben*an», Warendorfer Straße 45-47, 48145 Münster. Der Einttritt ist frei. (Foto © time. | photocase.de)

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Allianzen ohne Verbitterung

Andere Blicke (und fragwürdige Bezüge) auf ein angeblich »miserables Geschlecht«

Zwei Männer sitzen auf einer Bank am Meer

Thomas Gesterkamp

Mit der Anthologie »Der andere Mann« geht es dem österreichischen Psychotherapeuten und Herausgeber Josef Christian Aigner um einen »alternativen Blick auf Männer, der sie anders zeigt, als sie in Medien, Alltagsbewusstsein, Talkshows, Fachliteratur und gelegentlich auch in der Wissenschaft dargestellt werden«. Die Sammlung von Beiträgen und Blickwinkeln u.a. von Reinhard Winter, Ivo Knill, Hans-Geert Metzger, Markus Theunert und Hans Prömper kann damit als ein aktuelles Korrektiv zur gängigen Rezeption von Männlichkeit(en) betrachtet werden. (Foto © matlen | photocase.de)

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