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Der beste Lehrer der Welt

Was macht so einen aus, einen guten oder auch besten Lehrer?

Ein Schüler im Klassenzimmer hebt den linken Arm

Ralf Ruhl

Die Antwort gibt Mirjam Oldenhave in ihrem witzigen und spannenden Kinderbuch »Mister Twister. Wirbelsturm im Klassenzimmer«. Das zugleich ein augenzwinkerndes Plädoyer für Geschlechtergerechtigkeit im Klassenzimmer ist. (Foto © 2Design | photocase.de)

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Farblos, schwer und vaterfrei

Ein Bilderbuch zeigt, wie Kinder als Angehörige von depressiven Menschen Unterstützung finden.

Junge schaut aus einem Fenster

Ralf Ruhl

Depression ist die am weitesten verbreitete psychische Erkrankung, und Kinder als Angehörige sind Betroffene, die der Unterstützung bedürfen. Brigitte Enders und Anna Karina Birkenstock kümmern sich in ihrem Bilderbuch »Mama und der verhexte Spiegel« um dieses Thema – allerdings bleiben die Väter merkwürdig ausgegrenzt. (Foto © behrchen | photocase.de)

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Häusliche Gewalt: Kinder sind immer betroffen!

Mit einem eigenen Youtube-Kanal gehen die Männerberatung der AWO Werra-Meißner und das Institut NoMos neue Wege zur Überwindung Häuslicher Gewalt

ein Mann erklärt etwas auf einem Flipchart

Alexander Bentheim (Redaktion)

»Der ist doch noch so klein, der kriegt doch gar nichts mit.« – »Die haben doch geschlafen.« – »Die Kinder waren in einem anderen Zimmer.« – Das sind typische Verharmlosungsstrategien, wenn es um Kinder geht, die in Familien leben, in denen Gewalt ausgeübt wird. Dabei geht es nicht immer um Schlagen, Treten, an den Haaren ziehen oder auf den Boden stoßen. Häusliche Gewalt äußert sich auch in schreien, beleidigen, demütigen, bedrohen.

»Die Kinder wissen genau, was passiert«, sagt Ralf Ruhl, Männerberater der AWO im Werra-Meißner-Kreis. »Sie erleben die Spannung zwischen den Eltern, die Aggression – und auch die Angst.« Insbesondere die Angst eines Elternteils übertrage sich auch auf die Kinder. »Die wollen ja, dass ihre Familie ganz und heil bleibt«, so Robert Moos, Täter*innenberater beim Institut NoMos. Deshalb würden sie sich immer wieder zwischen das streitende Paar stellen und werden somit oft selbst zur Zielscheibe der Gewalt.

Verantwortung für Taten und Gefühle übernehmen: Moos und Ruhl wenden sich mit ihren Videos bewusst an – potentielle – Täter. Während der Corona-Pandemie konnte ihre Gruppe »Verantwortungstraining für Männer« nicht stattfinden. »Da haben wir uns gedacht, die Männer sind sehr oft im Internet unterwegs, aber ein Angebot für Täter gibt es da noch nicht«, so erklärt Ruhl den Beginn des Projekts. »Verantwortungstraining« nennen sie ihr Angebot. Denn sie wollen, dass Männer – und die stellen immer noch 80 Prozent der Täter*innen beim Delikt Häusliche Gewalt – Verantwortung für ihre Taten und ihre Gefühle übernehmen.

»Wir verurteilen die Tat, nicht den Täter«, sagt Ruhl. Und Moos ergänzt: »Wir wollen wissen, was einen Mann dazu bringt, seiner Frau und seinen Kindern Schaden zuzufügen. Und das, obwohl er behauptet, dass er sie liebt, dass sie für ihn das Wichtigste auf der Welt seien.«

Verhaltensänderung beginnt mit einem Entschluss – eben das Verhalten ändern zu wollen. Ruhl und Moos bieten in ihren Videos nützliche Tools, wie z.B. das Krisenthermometer und den Notfallplan. Sie erläutern, was passiert, wenn die Polizei kommt und wie eine Paardynamik entsteht, die Gewalt befördert. Wer es ernst meint damit, seine Kinder gewaltfrei erziehen zu wollen, aber Schwierigkeiten hat, seinen Zorn im Zaum zu halten, der findet in diesen Videos Anleitung und Unterstützung. (Foto © Robert Moos)

Zum Videokanal Täterberatung Häusliche Gewalt mit allen Beiträgen

Die Videos als Einzelbeiträge:
Du hast es in der Hand – Vorstellung des Tutorials (4’30“)
Dein Krisenthermometer (4’04“)
Wut, Kränkung, Provokation (4’13“)
Dein Notfallplan (3’25“)
Bilanz und Konsequenzen der Tat (6’56“)
Gewaltspirale und Kreislauf der Liebe (6’40“)
Kinder und Häusliche Gewalt (5’23“)
Häusliche Gewalt und Kinder – Experte Manuel Schwab (7’09“)
Verhalten entsteht im Kopf (3’45“)
So gelingt Kommunikation (6’32“)
Wenn die Polizei kommt (7’25“)
Paardynamik (7’55)

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CoVid-19 und die Folgen: Geschlechterrollen rückwärts?

Frauen seien die Hauptverliererinnen der Pandemie, während für Männer alles beim Alten bliebe – so eine feministische These. Doch die empirische Grundlage für diese Behauptung ist dünn.

Thomas Gesterkamp

Es lohnt sich genauer hinzuschauen. Auch Männer haben während des Lockdowns ungewohnte Erfahrungen gemacht, vor allem durch die stark gestiegene Nutzung der Arbeitsform Homeoffice. Ein Projekt der Universität Bielefeld und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung präsentierte im Juni auf der Basis des »sozio-ökonomischen Panels« etwas genauere Fakten. Das Wissenschaftsteam hatte nachgefragt, wie viel Zeit Eltern mit minderjährigen Kindern im Monat April für Betreuung und Hausarbeit aufbrachten. Mütter kamen dabei auf 7,6 Stunden, Väter auf 4,2 Stunden täglich. Im Vergleich zu den Zeiten vor »Corona« errechnete sich eine Mehrarbeit von rund zwei Stunden für beide Geschlechter. Die These vom Rückfall in traditionelle Rollenmuster weist die Studie damit zurück: Die zusätzlichen Belastungen teilen die Paare relativ paritätisch unter sich auf. Eine Umfrage des Allensbach-Institutes im Auftrag des Familienministeriums bestätigt diesen Befund: Frauen leisten danach wie bisher zwar deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit, doch »Corona« hat nichts Wesentliches daran verändert. (Foto © Antonio Recena | photocase.de)

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