Artikel

Wo man sein will, woher man kam

Steigt das Kind sozial auf, bleiben die Eltern noch mal anders zurück. Schmerzhaft ist es für beide, und man möchte mit beiden nicht tauschen.

Ein Mann schaut durch ein Fenster

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 25te KW. – Annie Ernaux erzählt in »Der Platz« von erst dem Leben und dann Sterben ihres Vaters. Es ist ein schönes, ein rabiates, also ein durch und durch ehrliches Buch. (Foto © to-fo | photocase.de)

Zur Rezension

Artikel

Wickel-Challenge, Alterssimulation, Rolli-Ralley und auch mal die base chillen …

80 Schüler erlebten am Hamburger Boys’ Day im Landesinstitut ein abwechslungsreiches Programm aus den Berufsfeldern Pflege, Erziehung, Bildung, Betreuung

Jungen wickeln unter Anleitung Babypuppen

Alexander Bentheim

»Ich würde die Veranstaltung anderen Jungs empfehlen, weil es interessant zu wissen ist, wie es als Mann in einem Pflege- oder Erzieherberuf ist«, sagt Moritz (12), und Henry (13) ergänzt: »Es war mal etwas ganz anderes, als in der Schule abzuhängen, und ich habe mal etwas ganz anderes gesehen und ausprobiert«.

Zur Veranstaltung »Den Pflege- und Erzieherberuf spielerisch erkunden« waren 80 Schüler zwischen 11 und 15 Jahren von 48 verschiedenen Schulen ins Landesinstitut gekommen. Sie erlebten in zehn Workshops, wie man mit technischer Unterstützung kranken Menschen gezielt helfen kann, Blutdruck und Blutzucker misst, was man in der Ersten Hilfe macht oder wie man mit Kindern ins Erzählen kommen und Konflikte lösen kann. Weitere Workshops waren eine Rollstuhl-Ralley, das Ausprobieren eines Alterssimulationsanzugs, Wissenswertes über den Sinn von Ritualen mit Kindern, eine Wickel-Challenge und das Bauen und Basteln an »Kitopia«, einer Traum-Kita aus Lego.

In Zusammenarbeit mit Fachkräften und Auszubildenden des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik BS21, die die Workshops fachkundig, engagiert und hier und da auch geduldig durchführten, organisierten Marcus Thieme (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) und Alexander Bentheim (»Soziale Jungs Hamburg« / »Was für Jungs!«) diese für Hamburg erstmals größere Veranstaltung zum Boys Day. Nachdem für jeweils 20 Schüler an den Boys Days 2013-2015 der Erzieherberuf und 2016-2018 der Pflegeberuf im Mittelpunkt standen, wurden nun 2019 die Highlights der Vorjahre zusammengestellt – und verfehlten ihre Wirkung nicht: »An den Workshops hat mir sehr gut gefallen, dass wir selbst aktiv waren und Dinge ausprobieren konnten« freute sich Michel (13) am Ende und Benjamin (13) befand: »Die Coaches waren sehr nett und sympathisch, die Themen interessant … Vielen Dank für die tolle Veranstaltung!«.

Der Boys’ Day ist, wie der Girls’ Day, ein bundesweiter, vom BMFSFJ geförderter Aktionstag zur Berufsorientierung mit dem Ziel, Mädchen und Jungen Einblicke in Berufsfelder zu vermitteln, in denen der gleichgeschlechtliche Anteil unter den Auszubildenden, Studierenden und Beschäftigten weniger als 40% beträgt. Absicht dieses Aktionstages ist damit, Mädchen und Jungen durch praktische Erkundungen in eher geschlechtsuntypische Ausbildungsberufe zu ermutigen, mehr persönliche Interessen, Neigungen und Kompetenzen (neu) zu entdecken – was bei der späteren Berufswahl zu einem breiteren Spektrum an Optionen führen kann. Zugleich lernen Mädchen und Jungen an den Aktionstagen sich partiell in neuen Rollen kennen, die die Berufsfelder vermittels ihrer spezifischen Tätigkeiten anzubieten haben. (Foto © Alexander Bentheim)

Artikel

Von Bienen und Hoffnungen

Über einen wichtigen Teil unserer Kulturgeschichte – mit unerwarteten Zusammenhängen.

Zeichnung eines Imkers und Bienen

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 2te KW. – Ulla Lachauer ist für ihr grandioses Buch »Von Bienen und Menschen« einige Jahre durch Europa gereist, um Menschen und Bienen zu treffen. Denn Bienen und damit auch die Bienenzucht gehören zu unserer Kulturgeschichte. Und wer sich in diese vertieft, lernt auch einiges über Macht und Ohnmacht, über Anpassung und Widerständigkeit kennen. (Foto © edwinsmom | photocase.de)

Zur Rezension

Artikel

Herzlichen Glückwunsch!

In Berlin wurde Christian Meyn-Schwarze, begeisterter Papabüchersammler und -vorleser, mit dem Deutschen Lesepreis 2018 ausgezeichnet

Christian Meyn-Schwarze

Alexander Bentheim

Die »Stiftung Lesen« und die Commerzbank-Stiftung haben am 21. November im Berliner Humboldt Carré den Deutschen Lesepreis an 16 Personen und Einrichtungen verliehen, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Die Auszeichnung, die unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters (Staatsministerin für Kultur und Medien) steht und mit 25.000 Euro dotiert ist, wurde in sechs Kategorien vergeben, u.a. für »Herausragendes individuelles Engagement«. Und hier hat der Hildener »Erfinder der literarischen Papa-Zeit« und zugleich Leiter eines mobilen Mitmachzirkus Christian Meyn-Schwarze – unseren damaligen Switchboard-LeserInnen langjährig auch als »FrühWerk«-Rezensent bekannt – den 1. Preis entgegennehmen dürfen. Herzlichen Glückwunsch, Christian! (Foto © privat)

Mehr zur Preisverleihung gibt es hier. | Zwei Interviews mit Christian gibt es hier und hier. | Über seinen Mitmachzirkus für Väter und Kinder berichtete Christian bereits 2004 hier und 2013 nochmals hier. | Und die Papa-Lese-Liste (Update September 2018) gibt es hier.