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Pistolenfinger

Vom gesunden Umgang mit dem fortschreitenden Verfall

Ein Mann sitz am Tisch und gießt sich ein Getränk ein

Stefan Moes

In seinem Buch »Da stirbst du nicht dran« schreibt der Niederländer Henk Blanken über seine Auseinandersetzung mit Parkinson – was zunächst mühsam ist, denn er leidet an einer Reihe von Symptomen, die nebeneinander betrachtet werden, ohne dass die Ärzte eins und eins zusammenzählen. Er beschreibt das erste Stolpern, das Verlangsamen, die unkontrollierten Bewegungen, das Gefühl, ausgeschlossen zu sein und nicht mehr mitzukommen. Weil Parkinson ein frontaler Angriff auf die Persönlichkeit und Henk Banken Journalist ist, pariert er ihn mit den Mitteln des Reporters, durch eine der Wahrhaftigkeit verpflichtete Recherche. Eine allerdings auch schwer zu verkraftende. (Foto © busdriverjens | photocase.de)

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Am Ende kommt das Ende

Was macht ein Schriftsteller, wenn er ernst und schwer erkrankt? Er schreibt darüber ein Buch. Und wenn es sein letztes wird.

Landschaft mit Sonne

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 11te KW. – In seinem letzten Buch »Bauchspeicheldrüsentagebuch« beschreibt der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy seinen Weg hin zu seinem bevorstehenden Lebensende. Und mag zunächst gar nicht glauben, dass er zuletzt die Position des Beobachters verlassen wird. (Foto © dioxin | photocase.de)

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Puppen sehen uns an

Die Hamburger Fotografin Julia Steinigeweg zeigt im Rahmen der Ausstellung »Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie« ihre bemerkenswerte Arbeit »Ein verwirrendes Potential«.

Zwei Hände liegen auf dem Bauch einer Puppe

Frank Keil

Julia Steinigewege hat für ihre Abschlussarbeit an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften Puppen fotografiert, die mit Menschen zusammen leben. Und sie hat die folglich dazugehörigen Menschen abgelichtet. »Ich habe mich gefragt, was ein Mensch benötigt, um Liebe oder ein Gefühl der Liebe zu empfinden«, sagt sie. Dabei gehört es zur Ausgangslage ihres fotografisch forschenden Projektes, dass diese Art des Zusammenlebens unter dem Fokus der Liebe und der Beziehung nicht selbstverständlich sein dürfte, im Gegenteil: »Die meisten würden behaupten, dass es ein Gegenüber geben muss, auf das man seine Gefühle projezieren kann, und dass es ein Miteinander geben muss, mit dem man arbeiten und mit dem man zusammen wachsen kann.« Sie sagt: »Ich fand die Frage interessant, ob ein Austausch von Gefühlen notwendig ist oder jeder für sich alleine fühlt und liebt und damit losgelöst vom anderen Liebe erfährt«. Kurzum: »Welche Rolle spielt das Gegenüber, das in diesem Fall nur physisch vorhanden ist und nicht psychisch?«. (Foto © Julia Steinigeweg)

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»Ein anderes Mannsein ist möglich.«

Ein Gespräch mit dem Männerseminarleiter Christian Bliss über die Begrenzungen heutiger Männlichkeitsvorstellungen und sein Modell für ein umfassenderes, integrales Mannsein.

Akrobatik vor Abendhimmel

Alexander Bentheim

»Wenn Männer brüllen, klingt das ziemlich grob. Oder ziemlich unecht. Und wenn Männer über ihre Gefühle sprechen, wirkt das oft hilflos. Oder peinlich. Woran liegt das? Viele Männer vermeiden Situationen, in denen sie sich grob oder hilflos fühlen müssen. Und das hat seine Gründe. Die meisten Männer können es sich nicht erlauben, in ihren Büros und Betrieben, Organisationen und Unternehmen herumzubrüllen – oder über ihre Gefühle zu sprechen. Das wäre deplatziert. Und würde weder zu unserem Bildungssystem noch zur heutigen Arbeitswelt passen, wo alles glatt laufen soll. Wir wollen ja ‚gute‘ Männer sein: gute Kollegen, gute Chefs, gute Väter, gute Partner. Also reduzieren wir unsere Ausdrucksmöglichkeiten auf ein Repertoire, das wir für sozial verträglich halten. Was schade ist. Es wäre zumindest authentischer, manchmal einen Konflikt anzunehmen und für seine Überzeugungen zu kämpfen. Oder sich öfter mit den eigenen Gefühlswelten heraus zu wagen. Aber das wirklich Fatale daran ist, dass viele Männer gar keinen Zugang mehr zu diesen Möglichkeiten haben – Gemäßigtsein ist Normalität. Aber ein anderes Mannsein ist möglich …«. (Foto © criene | photocase.de)

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