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Die Vergänglichkeit plakatierter Männlichkeiten

Eine Fotostrecke und ein Gedankenaustausch zum 7. Geburtstag unserer »MännerWege«

Plakat mit einem muskulösen Mann

Frank Keil und Alexander Bentheim

»Lädiert und verrissen an Mauern und Wänden, wo sie eben noch für DEN Trend, DAS Produkt oder DIE Veranstaltung standen – ist das nicht eine beeindruckende Metapher für fragile Männlichkeiten?«, fragt der eine von uns. »Bei mir hat das eher mit dem Genre der ‚beiläufigen Décollage‘ zu tun«, schaut der andere auf das Thema und präsentiert ein kurzes Video, in dem der Begriff und die Kunst dahinter knapp und schön erklärt werden.
Die Bilder, die wir gefunden haben, zeigen Bewerbungen für Vergangenes oder Abgelaufenes, oft sind auch politische Statements mit zeitlosem Anspruch darunter, Sticker, gesprühte oder auch geschnittene und geklebte Grafitti. Gemeinsam ist ihnen und macht den Reiz für uns aus, dass sie beschädigt und unvollständig sind, Botschaften nur teilweise noch identifizierbar, auch portraitierte Menschen oft nicht mehr erkennbar, Wind und Wetter haben ihre Spuren hinterlassen.
Egal, wir haben immer wieder – tatsächlich unabhängig voneinander – solche Fragmente an Straßenwänden fotografiert, bis wir feststellten, dass wir sie beide lieben, auf etwas unterschiedliche Weise. Und hatten damit einen Gesprächsaufhänger und nun auch eine Fotostrecke einschließlich einiger Gedanken dazu. (Foto © Alexander Bentheim)

Zum Gedankenaustausch samt Fotostrecke

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Caring Masculinities @Work

Internationale Konferenz zu »Männer* & Care-Vereinbarkeit« in Berlin, 19. Mai 2022

Ein Mann schneit einem anderen Mann die Haare

Alexander Bentheim (Redaktion)

Eine internationale Konferenz zum Thema: »Caring Masculinities @Work: Companies‘ Support for Men’s Work-Life Balance« findet findet am 19. Mai in Berlin statt. Hier werden Ergebnisse des EU-Forschungs- und Transferprojektes Men in Care (MiC) vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt.

Das MiC-Team untersuchte in den letzten drei Jahren in sieben Ländern die politischen und betrieblichen Bedingungen der Vereinbarkeit von Care und Beruf für Männer*. Dabei stand die Konzeption der aktiven Teilnahme von Männern* an Familienarbeit, Elternschaft, Pflege, Mitgestaltung von Gleichstellung und Caring Work Cultures (zusammengefasst unter dem Begriff Caring Masculinities) im Mittelpunkt. Ziel war und ist es, das Thema betrieblich noch stärker zu verankern, Hindernisse für care-bereite männliche Mitarbeiter zu reduzieren und Lösungen für sich verändernde demografische, familiäre und politische Anforderungen zu liefern. Damit soll wichtige Beiträge auch zur Verringerung des Gender Care Gaps sowie zur Gleichstellung der Geschlechter geleistet werden.

Die Konferenz wird neben Erfolgsfaktoren und Beispielen guter Praxis auch den Business Case behandeln: Was haben Betriebe davon, wenn sie sich aktiv um Caring Masculinities, Chancengleichheit und Vereinbarkeitslösungen kümmern? Neben Inputs und Paneldiskussionen wird auf den aktiven Austausch mit den Expert*innen im Publikum gesetzt und gehofft, dass die Konferenz als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten in europäischen Unternehmen dienen kann.

Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Sozialpartner*innen, Forschung und Beratung sind herzlich willkommen, ebenso Gäste aus den teilnehmenden Ländern sowie aus der gesamten EU. Die Konferenzsprache wird englisch sein. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich: https://www.men-in-care.eu/conference. Hier finden sich weitere Informationen. Direktkontakt bei Fragen gerne auch per Mail an conference@men-in-care.eu (Foto © Jo.Sephine | photocase.de)

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Hallo Papa!

Ein Online-Gesprächsangebot für werdende Väter

Kleinkind schaut in die Kamera

Alexander Bentheim (Redaktion)

»Bald bin ich da und wirbele dein Leben gehörig durcheinander! Denn ab jetzt seid ihr – Mama und du – nicht mehr allein. Und ich fände es toll, wenn du die Schwangerschaft auch für dich als Zeit der Vorbereitung nutzen würdest. Denn es gibt sooo viele Fragen: Wie bin ich ein guter Vater? Will ich in Elternzeit gehen und wie funktioniert das? Wie sage ich es meinem Arbeitgeber? Wie stelle ich mir das Familienleben vor? Und sieht Mama das genauso? Wie ist das mit der Vaterschaftsanerkennung und dem Sorgerecht? Wo gibt es finanzielle Hilfen? Was ist meine Rolle während der Geburt? Und das Allerallerallerwichtigste: Was willst du am liebsten mit mir machen, wenn ich dann auf der Welt bin?«

Ralf Ruhl, Männerberater der Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität der AWO im Werra-Meißner-Kreis, begleitet dich als Online-Moderator der Gesprächsreihe, die in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle des Werra-Meißner-Kreises stattfindet. (Foto © Bluemoon1981 | photocase.de)

Erster Termin: Donnerstag, 9.12.2021, 19-20 Uhr.
Bitte melde dich über ralf.ruhl@awo-werra-meissner.de an, dann wird dir kurz vor Beginn ein Teilnahmelink zugeschickt.

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leer. einsam. sprachlos. verletzt.

Neue Selbsthilfegruppe für gewaltbetroffene Männer in Bochum

Ein Mann mit Hoodie steht angelehnt an einer Wand und schaut nach unten

Alexander Bentheim (Redaktion)

Mit dem Angebot angesprochen werden Männer jeden Alters und jeglicher Herkunft, die psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt waren, ob schon als Kind oder auch jetzt noch als Erwachsene, ob im öffentlichen Raum oder in der Partnerschaft. »Wir reden miteinander, wir hören zu und geben uns Halt. Wir sind eine Selbsthilfegruppe mit Herz. Alles bleibt unter uns, nichts geht nach außen. Diskretion steht an erster Stelle. Hier versteht man dich.« sagt Michael, der die Gruppe ins Leben gerufen hat. Das Thema Gewalt ist für Männer stark tabuisiert, Betroffene empfinden häufig Scham und suchen sich aus diesem Grund meist keine Unterstützung. Diese Gruppe will das ändern. »Wir stehen uns bei, suchen nach Lösungen und halten zusammen«.
Die Treffen finden jeden 2. und 4. Montag im Monat statt, von 17.00 bis 18.30 Uhr im »Haus der Begegnung«, Alsenstr. 19a, 44789 Bochum, Raum 4. Interessierte Männer wenden sich wegen einer erforderlichen ersten Kontaktaufnahme und weiterer Infos an Michael, Tel. 0174 2132168, oder schreiben an selbsthilfe-bochum@paritaet-nrw.org. Nähere Infos gibt es auch auf der Website der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bochum. (Foto © french_03 | photocase.de)