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Am Boys Day 2020 auf die Bühne

Die Stage School Hamburg zeigt, was geht

Männer tanzen auf einer Bühne

Alexander Bentheim (Redaktion)

Hamburger Jungs: Seid ihr bereit? In einem 1-Tages-Workshop zeigen wir dir, wie der der Probenalltag der 250 Stage-School-Schüler*innen aussieht. Diese haben an dem Tag frei, damit wir in der gesamten Schule Platz für den Boys Day haben. In Gruppen eingeteilt, hast Du dann die Möglichkeit, dich mit Hilfe unserer Dozent*innen in allen drei Unterrichtsbereichen – Tanz, Schauspiel, Gesang – einfach mal auszuprobieren. Wichtig ist, dass du Spaß an mindestens einem dieser drei Bereiche hast. Vielleicht findest du aber auch alles toll? Dann passt du auf jeden Fall zu uns!

Bitte bewirb dich per E-Mail bei anne.schoeller@stageschool.de. Daraufhin bekommst du einen Fragebogen von uns zugeschickt und wenn wir diesen von dir zurück haben, dann hast du vielleicht schon bald eine Zusage für den Boys Day am 26. März 2020 bei uns in Altona.

Wenn du noch Fragen hast, erreichst du Anne Schoeller von der Stage School unter Tel. 040. 355 407 21, montags bis donnerstags von 9.30 Uhr bis ca. 16 Uhr. Weitere Informationen findest du vorher schon auch auf dem Stage School Portal. (Foto © Dennis Munkowski)

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»Da war noch was«

Filmpremieren über sexualisierte Gewalt gegen Jungen – in Wuppertal am 30. September

Mann hält sich die Hand vors Gesicht

Alexander Bentheim (Redaktion)

Detlev kommt mit drei Jahren ins Kinderheim der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal. In den folgenden 10 Jahren wird er – wie mehrere hundert andere Kinder in diesem Heim – immer wieder beleidigt, geschlagen, vergewaltigt und beschädigt von mehreren Täterinnen und Tätern. Erst viele Jahrzehnte später ist er so weit, die Gewalt, die ihm angetan wurde, therapeutisch aufzuarbeiten und zusammen mit anderen Opfern Schuldeingeständnisse und Entschädigungen einzufordern. Aus einem Opfer, dem die Würde genommen wurde, wird ein aktiver Überlebender, der für die Rechte der Betroffenen kämpft.
Michael wird als Kind erstmals während einer Geburtstagsfeier von einem Familienfreund missbraucht. Der zweite Täter ist ein katholischer Priester des Don Bosco-Jugendzentrums, der vorgibt, den »schwierigen« Jungen zu therapieren, und ihn dabei immer wieder sexuell missbraucht und vergewaltigt. Als Teenager ist ein Hausfreund der dritte Täter. Michael fühlt sich selbst schuldig am Missbrauch und isst sich eine Schutzschicht an. Die Therapien haben ihn gerettet, sagt der schwule Mann heute.
Ingo wächst Ende der 60er Jahre in Berlin-Kreuzberg auf. Der Fotograf von nebenan, dem er sein Vertrauen schenkt, missbraucht ihn und setzt ihn mit sexuellen Fotos unter Druck. Von einem zweiten Täter wird er dann auf den Kinderstrich am Bahnhof-Zoo geschickt. Mit Selbstverletzungen, Drogen und Alkohol versucht er sich abzuschirmen und zu überleben. Erst viele Jahre später kann er darüber reden und hilft nun anderen Betroffenen in der Selbsthilfe.
Hermann wird in seiner Kindheit zuhause von seinem Vater jahrelang missbraucht. Über langjährige Therapien versucht er, den schwierigen Weg aus der Einsamkeit zurück ins Leben und in Liebesbeziehungen zu finden.
Uwe wird über viele Jahre im Kinder- und Jugendheim in Weißwasser in der DDR-Zeit durch ältere jugendliche Heimbewohner drangsaliert und sexuell missbraucht. Viele Jahre später gründet er eine eigene Selbsthilfegruppe.

Jungen und Männer sind in großer Zahl von sexualisierter Gewalt in verschiedenster Weise betroffen. Viele Betroffene schweigen aus Scham lange über das, was ihnen angetan wurde. In der Dokumentarfilmreihe »Da war noch was« erzählen Männer im Alter zwischen 19 und 57 Jahren von ihren Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch, Übergriffen und Vergewaltigungen in ihrer Kindheit und Jugend durch Familienangehörige, im Heim, in der Jugendarbeit, von katholischen Priestern oder evangelischen Mitarbeitern – Menschen, die das Vertrauen der Jungen für ihren Missbrauch böse ausnutzten und sie damit nachhaltig verletzten.

»Ich bin nicht schuld – ich konnte mich nicht wehren!« Die Betroffenen beschreiben, welche physischen und psychischen Folgen die Taten für sie hatten und wer oder was ihnen geholfen hat, mit ihren Verletzungen wieder zurück ins Leben zu finden und ihre Ohnmachtsituation als Opfer zu überwinden. Weitere Themen sind, wie die Täter das Vertrauen der Betroffenen erschlichen und sie manipulierten, wie die Polizei, Gerichte und Täterorganisationen mit ihnen als Opfer umgingen, die erschwerte Entwicklung ihrer Identität als Mann sowie der Umgang in der Familie, unter Freunden und in Liebesbeziehungen.

Die Filmreihe wurde zu Aufklärungszwecken für die Präventionsarbeit produziert, um den Betroffenen eine Stimme zu geben, zur Unterstützung von Jungen und Männern mit ähnlichen Erfahrungen und zur Sensibilisierung gegenüber Jungen und Männern. »Das Wichtigste ist: Reden!«, sagt ein Betroffener am Ende des Films.

Premiere: 30.09.2019, 19 Uhr | Ort: Rex Filmtheater Wuppertal (Kipdorf 29) | Eintritt: frei für junge Menschen bis 27 Jahre und Personen, die Leistungen nach dem SGB II / SGB XII erhalten oder einen Wuppertalpass besitzen. Alle anderen zahlen 4 Euro | Publikumsdiskussion im Anschluss an die Filmaufführung | Kartenreservierung: Medienprojekt Wuppertal. Dort ist auch eine DVD-Bestellung (Kauf oder Ausleihe; 62 Min. plus Bonus 157 Min., freigegeben ab 12 Jahren) möglich | Zum Trailer | Mehr Infos (Foto © altanaka | photocase.de)

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Beratung für Männer* bei sexualisierter Gewalt

Neues Beratungsangebot von »basis-praevent« in Hamburg

Hand mit Telefonhörer

Alexander Bentheim (Redaktion)

Die Hamburger Beratungsstelle »basis-praevent« hat ihre Arbeitsbereiche erweitert um ein Beratungsangebot für Männer*, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Damit können nun Jungen*, Männer*, Angehörige und Fachkräfte unabhängig ihres Alters beraten werden – kostenlos und auf Wunsch anonym. Alle weiteren Infos finden sich im Flyer und im Internet unter www.basis-praevent.de. (Foto © rclassen | photocase.de)

Für Interessenten in diesem Themenbereich macht basis-praevent auf zwei aktuelle Fortbildungen aufmerksam (alle Infos hinter den Links):
23. September 2019: Jungen* als Betroffene von sexualisierter Gewalt
24. Oktober 2019: Psychische Traumatisierungen – Einführung

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Väter in Elternzeit gesucht …

Online-Fragebogenstudie, ab sofort bis Oktober: Wie erleben Männer ihre berufliche Pause und wie geht es ihnen in dieser Zeit?

Vater mit Kleinkind

Alexander Bentheim (Redaktion)

Für eine Online-Fragebogenstudie der RWTH Aachen University sucht Clara M. Roesch für ihre Masterarbeit (unter der Leitung von Dr. Anna M. Stertz und Prof. Dr. Bettina S. Wiese am Lehrstuhl für Personal- und Organisationspsychologie) 150 Väter, die bis einschließlich Oktober 2019 in Elternzeit sind bzw. sein werden und bereit sind, Auskunft zu ihren persönlichen Erfahrungen mit dieser Zeit zu geben. Übergeordnet soll mit den Studienergebnissen langfristig das Wohlbefinden von Männern in ihrer Rolle als Vater und Arbeitnehmer gestärkt und unterstützt werden.
Alle Angaben werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet; als Dankeschön für die Teilnahme an der Studie können die Väter an einer Verlosung von 20 Geldpreisen in Höhe von je 50 Euro teilnehmen. (Foto © Paulo Sousa | photocase.de)

Link zur Studie
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