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»Schwul oder was?«

Ist doch ganz normal heute, das mit dem Schwul-Sein – wirklich?

Zwei Männer im Kornfeld umarmen sich

Ralf Ruhl

In seinem Jugendbuch-Essay »You don’t look gay« fragt Julius Thesing, warum dann so viele Männer zurückzucken, wenn sie von einem Mann berührt werden. Und warum so viele beschämt wegschauen, wenn Männer Händchen halten. Ein sehr persönliches – und immer noch politisches Buch. Gut, wichtig, rosa. (Foto © joto | photocase.de)

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Abends Kneipe

Wenn politisch-rigide Systeme zu fallen drohen, muss das nicht gut ausgehen und auch nicht friedlich enden. Falls aber doch, winken die Zumutungen der Freiheit (möglicherweise).

Mann mit Glas in der Hand und Flasche im Hintergrund

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 15te KW. – Zu erinnern an und vor allem wieder zu lesen ist Thomas Rosenlöchers so kluges wie offenherziges Journal »Die verkauften Pflastersteine – Dresdner Tagebuch« über die letzten Tage der DDR und die neuen Tage des neuen Deutschland; erstmalig erschienen 1990, danach immer wieder aufgelegt. Und warum es lesen? Nicht aus Nostalgie heraus (oder meinetwegen auch das), sondern weil es mal wieder zurückführt in Zeiten, in denen so vieles möglich scheint, im Guten wie im zu Befürchteten. Denn als Rosenlöcher seine Notizen um sich herum versammelt, ist noch völlig offen, wie die Staatsmacht auf die wachsenden Proteste ihrer real-sozialistischen Bürger reagieren wird. Umso erstaunter kann man noch einmal lesend verfolgen, wie schnell die Dämme brechen, wie ein über Jahrzehnte eingespieltes System aus latenter Bevormundung, beständiger Einschüchterung bei gleichzeitigen Lockangeboten regelrecht implodiert, wie Rosenlöcher eine Zeit lang recht ungläubig protokolliert – wobei Dresden immer eben eine kleinere Hausnummer ist als das stets rebellischere Leipzig … (Foto © andreas mang | photocase.de)

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Der Admiral hat die Qual

Ein Comic über eine unzeitgemäße, unbeholfene Figur, die aktionistisch und hilflos durch die Welt stolpert

Eine Frau spielt mit Papierschiffchen

Ralf Ruhl

Alte weiße Männer sind abgemeldet. So wie der Admiral, den der Hamburger Autor, Filmemacher und Zeichner Henning Christiansen in diesem aalharten Erwachsenen-Cartoon reimend in Szene gesetzt hat. Allerdings: der Held durchlebt – neben allem bissigen, teils grenzüberschreitendem Humor – auch die fünf Phasen der Trauer, die die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross einst so passend beschrieben hat. Und diese inneren Schlachten sind ja nicht ohne …. (Foto © Miss X | photocase.de)

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