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Gewalt in Partnerschaften

Betroffene Männer für Interviewstudie gesucht

Ein Mann sieht ins Abendlicht

Alexander Bentheim (Redaktion)

Im Rahmen ihrer Masterarbeit ist Charli Larissa Pape, Studentin an der Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie am Landeskrankenhaus Innsbruck (LKI), auf der Suche nach Männern, die Gewalt durch den/die (Ex)Partner/in erlebt haben und bereit sind, ein Interview über ihre Erfahrungen zu führen. Die Studie fokussiert persönliche Stärken und wahrgenommene Ressourcen derer, die in Gewaltbeziehungen leb(t)en, denen es jedoch gelang, einen Schritt aus der gewalttätigen Beziehung zu machen.
Ihre Arbeit ist Teil einer Untersuchung zum Thema Gewalterfahrungen und Krisenbewältigungskompetenzen (Resilienz). Die Interviews können im Raum Tirol und Süd-Bayern (München und weitere Umgebung) durchgeführt werden. Sie werden etwa 60 Minuten dauern. Die Gespräche werden auf Tonband aufgezeichnet und anonymisiert weiterverarbeitet. Sollten während oder nach der Befragung Probleme oder psychische Belastungen auftreten, kann – so Pape – ein Teilnehmer bei Bedarf jederzeit Kontakt für Entlastungsgespräche mit der Interviewerin aufnehmen. Auf Wunsch ist auch eine Weitervermittlung an die Innsbrucker Universitätsklinik für Psychotraumatologie und Traumatherapie möglich. Außerdem kann das Interview jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden.
Pape: »Ich bin auf die Mitarbeit betroffener Männer angewiesen, die damit einen wertvollen Beitrag zur Versorgung von Gewaltopfern in Tirol und Bayern leisten können. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, bin ich über Ihre Teilnahme sehr dankbar!« (Foto © David-W- | photocase.de)

Mailkontakt: charli.pape@student.uibk.ac.at. Interessierte melden sich bitte bis Mitte Juli. Hinweis: Wenn ein persönliches Interview vor Ort nicht möglich oder erwünscht ist, kann das Interview auch via Skype durchgeführt werden.

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»Ein anderes Mannsein ist möglich.«

Ein Gespräch mit dem Männerseminarleiter Christian Bliss über die Begrenzungen heutiger Männlichkeitsvorstellungen und sein Modell für ein umfassenderes, integrales Mannsein.

Akrobatik vor Abendhimmel

Alexander Bentheim

»Wenn Männer brüllen, klingt das ziemlich grob. Oder ziemlich unecht. Und wenn Männer über ihre Gefühle sprechen, wirkt das oft hilflos. Oder peinlich. Woran liegt das? Viele Männer vermeiden Situationen, in denen sie sich grob oder hilflos fühlen müssen. Und das hat seine Gründe. Die meisten Männer können es sich nicht erlauben, in ihren Büros und Betrieben, Organisationen und Unternehmen herumzubrüllen – oder über ihre Gefühle zu sprechen. Das wäre deplatziert. Und würde weder zu unserem Bildungssystem noch zur heutigen Arbeitswelt passen, wo alles glatt laufen soll. Wir wollen ja ‚gute‘ Männer sein: gute Kollegen, gute Chefs, gute Väter, gute Partner. Also reduzieren wir unsere Ausdrucksmöglichkeiten auf ein Repertoire, das wir für sozial verträglich halten. Was schade ist. Es wäre zumindest authentischer, manchmal einen Konflikt anzunehmen und für seine Überzeugungen zu kämpfen. Oder sich öfter mit den eigenen Gefühlswelten heraus zu wagen. Aber das wirklich Fatale daran ist, dass viele Männer gar keinen Zugang mehr zu diesen Möglichkeiten haben – Gemäßigtsein ist Normalität. Aber ein anderes Mannsein ist möglich …«. (Foto © criene | photocase.de)

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Lob des Schweißes

»Miesten vuoro« – ein mehr als sehenswerter Film über finnische Saunen, schwitzende Männer, Erzählungen aus dem Leben und den Trost, den es manchmal braucht.

Eine Hütte vor weitem Horizont

Frank Keil

Finnland ist nicht nur das Land des Tangos, damit der Melancholie und der schweigsamen Männer: Finnland ist auch das Land der Sauna. Der Dokumentarfilm »Miesten vuoro« (dt. »Was Männer sonst nicht zeigen«) erzählt von finnischen Saunen und finnischen Männern und was passiert, wenn sich finnische Männer in finnische Saunen setzen und dort schnörkellos aus ihrem Leben erzählen. Ein Film, der nicht zuletzt auch ein Statement gegen das hektisch-aufdringliche Durcheinanderreden ist, ob bei Facebook, Twitter oder Whatsapp. Denn hier wird noch gesprochen. Persönlich. Wort für Wort. Von Mann zu Mann, sozusagen. (Foto © temperclayfilm)

Zur Filmbetrachung nebst Publikumsgespräch mit Regisseur Mika Hotakainen

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Und noch einmal: der Krieg, das Weiterleben

Wie viele Bücher gibt es über den Krieg, die Verbrechen der Nazis und darüber, was danach geschah? Einige. Aber lange noch nicht genug, ragt beides doch bis heute in unser Leben hinein. Politisch und persönlich.

Mauer mit Einschusslöchern

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 44te KW. – Sebastian Jung erzählt in seinen Zeichnungen und dank der Erzählungen seines Vaters in »Albert« die Geschichte seines Großvaters. Dazu mal keine erklärenden Worte, sondern ein schlichtes Interview. (Foto © no more lookism | photocase.de)

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