Die Umrisse des Glücks

Wie war das Leben der Mutter, bevor sie Mutter wurde? Und gelingt es, sich in dieses auch imaginierte Leben einzufühlen?

eine Tasse Tee steht auf einem Balkongeländer

Text: Frank Keil
Foto: Özgür Beşli, pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 52te KW. – Fikri Anil Altintaş lässt in seinem bewegenden Roman »Zwischen uns liegt August« einen Sohn vom Sterben seiner Mutter erzählen – und von ihrem eigenen Leben in den Zeiten vor der Familie.

Zur Rezension

Tiefensuche mit Heinz

Man meint, so gut wie alles über das Schicksal der so genannten Heimkinder zu wissen. Doch genauer hinzuschauen, noch genauer, lohnt immer.

Text: Frank Keil
Foto: Mikhail Nilov, pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 50te KW. – Christiane Florin erzählt in »Keinzelfall«, wie Heinz ein katholisches Heim überlebte. Und berichtet von fortlaufender Deklassierung und der bis heute verschleppten Aufarbeitung der Leiden bundesdeutscher Heimkinder gleich mit.

Zur Rezension

Eine Kugel im Buch

Bald könnten es vier Jahre sein, die der Angriffskrieg gegen die Ukraine dann wütet. Wie schreibt man darüber, wie vermittelt man das selbstverständliche und alltägliche Grauen den Menschen, die Sicherheit gewohnt sind?

Auto fährt doch vernebelte Berge

Text: Frank Keil
Foto: Callum Hilton, pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 47te KW. – Der ukrainische Romancier, Essayist und Lyriker Andriy Lyubka blickt in »Die Rückseite des Krieges« auf die sich ständig verschiebenden Zonen zwischen Front, Hinterland und zuschauendem Ausland.

Zur Rezension

Männer und Depression – das stumme Leiden

Nach neuestem Wissensstand sind wesentlich mehr Männer von Depressionen betroffen als bislang bekannt. Die ARTE-Dokumentation zeigt, warum »männliche Depressionen« oft unentdeckt bleiben, beleuchtet aktuelle Erkenntnisse zur Diagnostik und Behandlung sowie Möglichkeiten, das mitunter tödlich endende Schweigen der Männer zu überwinden.

Mann sitzt traurig an einem Tisch

Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: Andrew Neel, pexels.com


In den meisten europäischen Ländern sind Frauen doppelt so häufig wegen Depressionen in Behandlung wie Männer. Zugleich gelten Depressionen als Hauptursache für Suizide und unter den jährlich 47.000 Menschen, die sich in der EU das Leben nehmen, befinden sich dreimal so viele Männer wie Frauen. Wie kann das sein?

Tatsächlich sind sehr viel mehr Männer depressiv. Ihre Krankheit wird jedoch häufig nicht diagnostiziert – unter anderem, weil sie sich als vermeintlich »starkes« Geschlecht keine Hilfe suchen. Alex McClintock aus Perth in Schottland will dieses Rollenbild überwinden; er hat eine Gruppe gegründet, in der Männer über ihre Gefühle sprechen.
Depressionen bei Männern bleiben oft auch unerkannt, weil sie sich häufig hinter unerwarteten Symptomen wie etwa aggressivem Verhalten verstecken. Eine Klinik in der Nähe von Paris bietet die Behandlung von aggressivem Verhalten bei »männlichen« Depressionen an. Dort hat sich Vincent Rouchère schon mehrmals behandeln lassen. »Meine Traurigkeit kann ich nicht rauslassen. Ich weiß nicht, wie man weint«, sagt er. »Dieser Überfluss an Traurigkeit ist in Wut umgeschlagen.« In der Klinik lernt er, seine Wut zu kanalisieren und wieder Zugang zu den dahinter liegenden Emotionen zu finden.

Depressionen bei Männern geraten zunehmend in den wissenschaftlichen Fokus. Die Dokumentation von Ole Neugebauer (Deutschland 2024, 53 Minuten) blickt auf den aktuellen Stand der Depressionsforschung und zeigt, wie männliche Betroffene von einer geschlechtersensiblen Prävention sowie einer auf Männer zugeschnittenen Diagnostik und Behandlung profitieren. Der Film ist in der ARTE-Mediathek noch verfügbar bis zum 15.01.2026.

»Ganz oben, letzte Reihe«

Trump. Die hohen Zustimmungswerte für die AfD. Der fortlaufende Krieg gegen die Ukraine, der Völkermord im Sudan, dazu die Klima-Krise und all das private Ungemach – Tag für Tag mehr als genug Gelegenheiten wie Gründe, um zu verzweifeln. Und nun?

Text: Frank Keil
Foto: nicolasberlin, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 46te KW. – Heike Geißler nähert sich in ihrem mäandernden und vor allem offenherzigen Essay »Verzweiflungen« den Grundgefühlen unserer Tage.

Zur Rezension

Das eigene Ende

Am Ende kommt das Ende. Aber vorher kann man noch einiges beobachten, notieren, bedenken. Für später.

ein trauriger Mann schützt sein Gesicht mit den Armen

Text: Frank Keil
Foto: Alex Green, pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 44te KW. – Ulf Nilsson hat mit »Ein kleines Buch über die Kunst zu sterben« ein eben kleines, aber wichtiges Buch über (s)ein bevorstehendes Sterben hinterlassen.

Zur Rezension

Nach dem Schock

Sich einzugestehen, dass man mit seinen Einschätzungen falsch lag, dass man das offensichtliche Unheil nicht hat kommen sehen, obwohl man es hätte erkennen können, ist ein großes Vermögen. Und auch eine Kunst.

Winterlandschaft mit Dörfern von oben

Text: Frank Keil
Foto: Денис Лобанов (Denis Lobanov), pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 43te KW. – Der Historiker, Essayist und Osteuropa-Experte Karl Schlögel schaut in den beiden fulminanten Sammelbänden »Auf der Sandbank der Zeit« und »Entscheidung in Kiew – Ukrainische Lektionen« über die Ukraine und deren Geschichte und Gegenwart immer auch auf sich und wie er so lange unwissend auf dieses grundeuropäische Land geblickt hat.

Zur Rezension

»Und überall Affen«

Irgendwann kommt das Ende. Ist nicht mehr abzuhalten. Und was ist zu sehen und womöglich zu erkennen, was einen bis zuletzt trägt, tröstet oder schlicht beschäftigt?

Text: Frank Keil
Foto: Tina Ruisinger

 
Männerbuch der Woche, 35te KW. – Tina Ruisinger zeigt uns in ihrem Bilderband »Lebensbilder – Fotografie in der Palliative Care«, wie einem eigene Fotografien dabei helfen können, den bevorstehenden Tod zu begleiten, vielleicht ihn zu gestalten und für sich Abschied zu nehmen.

Zur Rezension

Voll auf Alarm

Wenn der Dino in Mikas Gehirn anspringt …

Text: Ralf Ruhl
Foto: manun, photocase.de

 
Normalerweise ist er ganz normal, der Mika. Nur manchmal eben nicht. Dann tickt er aus, brüllt herum, schreit andere an, macht Sachen kaputt, vielleicht schlägt und tritt er auch, vielleicht wird er aggressiv gegen andere Kinder. Dann finden ihn alle doof. Erwachsene wie Kinder. Verstehen nicht, was in ihm vorgeht. Machen ihm Vorhaltungen. Was ihn noch mehr verletzt, ausgrenzt und in seinem inneren Gefängnis hält. Und manchmal ist Mika auch extrem traurig. Verkriecht sich stundenlang. Fühlt sich allein, verlassen. Und weiß nicht, wieso.
Wie Kinder auf traumatisches Erleben reagieren und wie Erwachsene sie unterstützen können, zeigt das neue Kinderfachbuch »Wenn der innere Dino brüllt« auf pragmatische und einfühlsame Weise.

Zur Rezension

Viral-Video

Was passiert, wenn Opfer zu Tätern werden?

Mobbing-Szene mit Gewalt zwischen Jungen

Text: Ralf Ruhl
Foto: 3format, photocase.de

 
Schule ist scheiße. Nicht wegen der langweiligen Stunden und der Prüfungen, das auch, aber vor allem wegen der Mobber. Die gibt es in fast jeder Klasse. Der Ablauf ist immer gleich: Ein Junge, der Dominanz ausstrahlt, schart eine Gruppe von Anhängern um sich. Dann ziehen sie los, suchen sich einen Kleineren und Schwächeren aus …
Andreas Brettschneider’s »Die Falle« ist ein außergewöhnlich guter Jugendkrimi, der zu Recht den Glauser-Preis 2025 gewann.

Zur Rezension