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Versöhnung ausgeschlossen

Es ist ein Wunder, was Menschen an erfahrener Gewalt, Missachtung und Vernachlässigung überleben, auch überwinden können. Deswegen muss immer wieder darüber erzählt werden.

Nachdenkliche Frau

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 36te KW. – Natascha Wodin erzählt in »Irgendwo in diesem Dunkel« vom Leben und noch mehr vom Sterben ihres Vaters. Es ist kein Aufruf zur Versöhnung, es ist eine nüchterne wie schmerzvolle Erzählung über den Weg einer Tochter heraus aus dem Chaos irgendwohin zum Licht. (Foto © palmes | photocase.de)

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In tatenlosem Entsetzen

Wie überleben, wie nicht verzweifeln? Und wie der Liebe vertrauen und an sie glauben, wenn alles um einen herum in Schutt und Asche fällt?

Ein Mann sitzt auf den Stufen vor einem Haus

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 33te KW. – Arno Geiger erzählt in seinem wuchtigen Roman »Unter der Drachenwand« von einer kleinen Gemeinschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges. Ganz zu Recht steht der Titel auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. (Foto © busdriverjens | photocase.de)

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Teufel! Doppelteufel! Achtmalteufel!

Nur ein Stück Acker. Aber da liegt einer. Begraben, genauer: verscharrt. Ein Judenmassenmörder. Der nichts bedauert hat.

Abgeerntetes Getreidefeld

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 30te KW. – Hat der Schrecken einen Ort? Und wenn, bleibt er dort? Oder lebt er dort weiter, auch wenn er längst tot und von der Zeit »verschluckt« worden ist? Wie tot oder lebendig ist er noch? Josef Winkler setzt mit »Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe« sein wuchtig biografisches Lebens-, Todes- und vor allem Schreibprojekt entschieden fort. (Foto © Alexander Bentheim)

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»Nicht mit uns!« – Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg

Connection e.V. bietet Szenische Lesungen im Herbst 2018

Ein Mann mit einem Koffer geht durch ein Kornfeld

Alexander Bentheim (Redaktion)

Connection e.V., die »Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure«, bietet für den kommenden Herbst 2018 eine Veranstaltung mit dem Titel »Nicht mit uns! – Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg« an. In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung wird denjenigen Raum gegeben, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den I. Weltkrieg wandten: mit Texten u.a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf in Gedichten, Liedern und Musik gehen Rudi Friedrich (Trompete, Lautpoesie, Lesung) und Talib Richard Vogl (Gitarre, Lautpoesie, Lesung) deren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nach, auch mit Verweis auf deren aktuelle Bedeutung.

Zum Hintergrund: In Deutschland war 1914 die Kriegsdienstverweigerung so gut wie unbekannt. Trotz einer anfänglichen Kriegsbegeisterung entzogen sich aber zunehmend Rekruten und Soldaten der Beteiligung am Krieg. Zum Ende hin gab es massenhafte Desertionen und Militärstreiks gegen die Fortführung des Krieges. In den Marinehäfen traten Soldaten in den Streik. Zwischen 750.000 und 1 Mio. entzogen sich auf unterschiedlichste Art dem Dienst oder verschwanden in der Etappe. Es war eine der ersten Massendesertionen, die sich gegen die Weiterführung eines Krieges richtete.
Der I. Weltkrieg hatte am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien begonnen und endete am 11. November 1918. Auf der einen Seite standen vor allem Deutschland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, auf der anderen Frankreich, Großbritannien, Russland, Serbien und die USA. Insgesamt beteiligten sich 40 Staaten an diesem Krieg, 70 Millionen Soldaten standen unter Waffen. Insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland entwickelte sich eine Material- und Menschenschlacht. Für die Soldaten wurden die über Jahre hinweg industrialisiert geführten Gefechte in den Schützengräben zur alltäglichen Realität. Fast zehn Millionen Soldaten starben, die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt.
Die Desertionen und der Streik der Soldaten im I. Weltkrieg waren zum ersten Mal eine breite Bewegung gegen den Krieg. Daran anknüpfend gab es in der Weimarer Republik eine intensive Diskussion über Strategien der Kriegsdienstverweigerung und andere Möglichkeiten des Widerstandes gegen Krieg. Die War Resisters‘ International wurde aufgrund der Erfahrungen von Kriegsdienstverweigerern im I. Weltkrieg 1921 gegründet. In nachfolgenden und aktuellen Kriegen hat die Verweigerung der Beteiligung am Krieg immer wieder hohe Bedeutung. Die Erfahrungen des I. Weltkrieges zeigen, dass Kriegsdienstverweigerer und Deserteure damals wie heute Unterstützung und Schutz brauchen.

Veranstaltungen können gegen einen kostendeckenden Beitrag von 400 Euro gebucht werden unter https://de.Connection-eV.org/100JahreDesertion; dort gibt es auch alle weiteren Infos zur Kontaktaufnahme. Im Beitrag enthalten sind 500 Flyer oder Postkarten, 30 Plakate, Fahrtkosten der Referenten sowie ein geringes Honorar. Eine Unterkunft muss ggf. von den VeranstalterInnen zur Verfügung gestellt werden. Als Zeitraum für die Veranstaltungen sind folgende Tage möglich: 18.9., 21.9., 22.9., 23.9., 28.9.-14.10., 16.10., 19.-21.10., 23.10., 26.-28.10., 30.10., 2.11., 6.11. (Foto © busdriverjens | photocase.de)