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leer. einsam. sprachlos. verletzt.

Neue Selbsthilfegruppe für gewaltbetroffene Männer in Bochum

Ein Mann mit Hoodie steht angelehnt an einer Wand und schaut nach unten

Alexander Bentheim (Redaktion)

Mit dem Angebot angesprochen werden Männer jeden Alters und jeglicher Herkunft, die psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt waren, ob schon als Kind oder auch jetzt noch als Erwachsene, ob im öffentlichen Raum oder in der Partnerschaft. »Wir reden miteinander, wir hören zu und geben uns Halt. Wir sind eine Selbsthilfegruppe mit Herz. Alles bleibt unter uns, nichts geht nach außen. Diskretion steht an erster Stelle. Hier versteht man dich.« sagt Michael, der die Gruppe ins Leben gerufen hat. Das Thema Gewalt ist für Männer stark tabuisiert, Betroffene empfinden häufig Scham und suchen sich aus diesem Grund meist keine Unterstützung. Diese Gruppe will das ändern. »Wir stehen uns bei, suchen nach Lösungen und halten zusammen«.
Die Treffen finden jeden 2. und 4. Montag im Monat statt, von 17.00 bis 18.30 Uhr im »Haus der Begegnung«, Alsenstr. 19a, 44789 Bochum, Raum 4. Interessierte Männer wenden sich wegen einer erforderlichen ersten Kontaktaufnahme und weiterer Infos an Michael, Tel. 0174 2132168, oder schreiben an selbsthilfe-bochum@paritaet-nrw.org. Nähere Infos gibt es auch auf der Website der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bochum. (Foto © french_03 | photocase.de)

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Empathie – So lernst Du Mitgefühl

Neues Video der Männerberatung der AWO Werra-Meißner und des Instituts NoMos im YouTube-Kanal »Täterberatung Häusliche Gewalt«

Mann mit zwei therapeutischen Puppen

Alexander Bentheim (Redaktion)

Empathie wird oft mit den Worten »Mitleid« oder »Mitgefühl« übersetzt. Zunächst aber geht es darum, Gefühle im anderen zu erkennen. So erkennt ein noch hilfloses, vom Wohlwollen der Erwachsenen vollkommen abhängiges Baby erst mit der Zeit, welcher Gesichtsausdruck Freundlichkeit und positive Zuwendung verspricht. Und es lernt, diesen Ausdruck mit einem eigenen Gefühl zu verbinden. Aber Baby ist nicht gleich Baby: Jungen werden – und das zeigen psychologische Tests, wobei das Geschlecht der Eltern sogar unwichtig ist – seltener als Mädchen mit positiver Zuwendung bedacht. Auf wessen Gefühle jedoch seltener positiv reagiert wird, der wird Gefühle auch seltener zeigen und eher verbergen – wovon viele Männer ein lautloses Lied singen können.

Ralf Ruhl, Männerberater der AWO im Werra-Meißner-Kreis, und Robert Moos, Täter*innenberater beim Institut NoMos, behandeln in ihrem neuen Video (4’54“) die Grundzüge der Empathie. Denn um diesen Kreislauf zu überwinden, gibt es nur eins: Nehmt Eure Jungen in den Arm! Tröstet sie! Zeigt ihnen Euer Herz! Weil: nur wer die eigenen Gefühle kennt, kann sie auch seinen Kindern vermitteln und deren Gefühle spiegeln. Sie zu benennen ist immer wichtig und für Männer eine starke Herausforderung. Auf sich selbst achten, sich selbst ernst nehmen ist die Grundvoraussetzung für Empathie. Und so hilft Empathie auch gegen Häusliche Gewalt: Wer die Gefühle erkennt, die er selbst im anderen auslöst, der wird weniger bereit sein, zuzuschlagen, zu drohen, zu vernichten. Deshalb ist eine empathische Beziehung die beste Prävention vor Häuslicher Gewalt. (Filmszene © Robert Moos)

NEU: Empathie – So lernst du Mitgefühl (4’54“)

Die weiteren Videos als Einzelbeiträge:
Du hast es in der Hand – Vorstellung des Tutorials (4’30“)
Dein Krisenthermometer (4’04“)
Wut, Kränkung, Provokation (4’13“)
Dein Notfallplan (3’25“)
Bilanz und Konsequenzen der Tat (6’56“)
Gewaltspirale und Kreislauf der Liebe (6’40“)
Kinder und Häusliche Gewalt (5’23“)
Häusliche Gewalt und Kinder – Experte Manuel Schwab (7’09“)
Verhalten entsteht im Kopf (3’45“)
So gelingt Kommunikation (6’32“)
Wenn die Polizei kommt (7’25“)
Paardynamik (7’55)

Zum Videokanal Täterberatung Häusliche Gewalt mit allen Beiträgen

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Ein Held wie Otto

Männer gehen in die Welt, Frauen hüten das Heim. Immer wieder wird in Varianten diese Erzählung wiederholt. Doch es geht auch andersherum.

Ein Mann sitzt an einem Kamin

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 19te KW. – Die belgische Zeichnerin und Autorin Judith Vanistendael erzählt in ihrer wunderbaren Graphic Novel »Penelopes zwei Leben« von einer hilflosen Helferin und schreibt zugleich nicht nur das Ende der Odyssee um. (Illustration © Judith Vanistendael)

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Solche Bären braucht die Welt!

Was passiert mit Rotkäppchen, nachdem sie vor dem Wolf gerettet wurde?

Korb auf einer Waldlichtung

Ralf Ruhl

Wie kann ein Kind das Trauma von Mord und Todesangst bewältigen? Wer hilft? In »Rotkäppchen, wie geht es dir?« von Claudia Gliemann und Regina Lukk-Toompere ist es ein verlässlicher, zugewandter Mann in der Figur eines Bären. Und mit der Fortschreibung der Geschichte vom Rotkäppchen gibt es nun ein märchenhaftes Bilderbuch, das Kindern hilft, einen Weg durch tiefste Ängste zu finden. (Foto © Klaus Wohlgemuth | photocase.de)

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