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Papa-Liste-Update

Neue Ausgabe der Lese- und Medienempfehlungen für Väter und Großväter

Vater und Sohn betrachten ein Bilderbuch

Christian Meyn-Schwarze

Um Väter und Großväter bei der Buchauswahl zu unterstützen, sammele und rezensiere ich, selbst Vater zweier Töchter und mittlerweile auch Betreuer zweier »Leihenkelkinder«, seit 16 Jahren Bücher zum Thema Vaterschaft. Entstanden ist daraus die sogenannte »Papa-Liste«, in der ca. 300 lieferbare oder antiquarisch auffindbare Bücher und andere Medien vorgestellt werden – darunter Ratgeber für werdende Väter, Unterhaltsames für genervte Männer mit Baby und auch Bilderbücher, in denen Väter mit ihren Kindern die Hauptrolle spielen.
Zur besseren Orientierung ist die Liste in einzelne Rubriken nach dem Alter eines Kindes aufgeteilt. Oder in einer Rubrik werden Bilderbücher vorgestellt, die Kindern helfen, wenn der Vater auszieht. Auch alleinerziehende Väter und Väter, die ein Kind adoptiert oder als Pflegekind in ihre Familie aufgenommen haben, finden speziell für sie zusammengestellte Buchtipps, ebenso Großväter, die sich bewusst Zeit für ihre Enkelkinder nehmen.

Im August 2017 wurde die »Papa-Liste« (167 Seiten) abermals aktualisiert; Neuerscheinungen und Aktualisierungen wurden mit roter Schrift hervorgehoben, der Anteil der »Opa-Bücher« ist größer geworden. Alle Bücher können für Väter-Kinder-Veranstaltungen, Tagungen, Fortbildungen, aber auch für wissenschaftliche Zwecke gegen eine Versandkostenerstattung bei mir ausgeliehen werden.

Seit 5 Jahren lese ich in Büchereien aus den Papa-Büchern vor, anschließend lassen wir die Geschichten lebendig werden. In diesem Jahr gestalte ich dreißig Erlebnislesungen – ein spannendes Leseförderprojekt, besonders zur Jungenleseförderung. Vielleicht mag der eine oder andere mal dazustoßen – Infos über Orte und Zeiten gebe ich gerne.  (Foto © behrchen  | photocase.de)

Die »Papa-Liste« als PDF herunterladen.

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Unter Generalverdacht

In den Kindertagesstätten arbeiten ganz überwiegend Frauen. Der Anteil männlicher Erzieher steigt langsam, doch diese sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert.

Ein Mann trägt ein Kind auf dem Arm

Thomas Gesterkamp

Im März machte ein Kindergarten im Berliner Stadteil Reinickendorf bundesweit Schlagzeilen. Eltern protestierten, dass dort ein Mann ihren Nachwuchs betreut. Genauer gesagt, ein schwuler Mann. Bei den Kindern ist dieser zwar äußerst beliebt, die sexuelle Orientierung des Pädagogen jedoch führte zum Streit. Eine Gruppe von Eltern drohte dem Träger der Kita mit einer Unterschriftenaktion. Die Initiatoren stammen aus Russland, Rumänien, der Türkei und aus arabischen Ländern, viele sind muslimischen Glaubens. Ein interkultureller Konflikt also, der sich aber nicht allein um das Thema Homophobie dreht. Sondern auch um die generelle Irritation angesichts veränderter Geschlechterrollen, um das Festhalten an Traditionen und um die Frage, welche Rolle Männer in der öffentlichen Erziehung von kleinen Kindern überhaupt spielen sollen und dürfen. (Foto © eighty-four | photocase.de)

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Gewalt in Partnerschaften

Betroffene Männer für Interviewstudie gesucht

Ein Mann sieht ins Abendlicht

Alexander Bentheim (Redaktion)

Im Rahmen ihrer Masterarbeit ist Charli Larissa Pape, Studentin an der Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie am Landeskrankenhaus Innsbruck (LKI), auf der Suche nach Männern, die Gewalt durch den/die (Ex)Partner/in erlebt haben und bereit sind, ein Interview über ihre Erfahrungen zu führen. Die Studie fokussiert persönliche Stärken und wahrgenommene Ressourcen derer, die in Gewaltbeziehungen leb(t)en, denen es jedoch gelang, einen Schritt aus der gewalttätigen Beziehung zu machen.
Ihre Arbeit ist Teil einer Untersuchung zum Thema Gewalterfahrungen und Krisenbewältigungskompetenzen (Resilienz). Die Interviews können im Raum Tirol und Süd-Bayern (München und weitere Umgebung) durchgeführt werden. Sie werden etwa 60 Minuten dauern. Die Gespräche werden auf Tonband aufgezeichnet und anonymisiert weiterverarbeitet. Sollten während oder nach der Befragung Probleme oder psychische Belastungen auftreten, kann – so Pape – ein Teilnehmer bei Bedarf jederzeit Kontakt für Entlastungsgespräche mit der Interviewerin aufnehmen. Auf Wunsch ist auch eine Weitervermittlung an die Innsbrucker Universitätsklinik für Psychotraumatologie und Traumatherapie möglich. Außerdem kann das Interview jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden.
Pape: »Ich bin auf die Mitarbeit betroffener Männer angewiesen, die damit einen wertvollen Beitrag zur Versorgung von Gewaltopfern in Tirol und Bayern leisten können. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, bin ich über Ihre Teilnahme sehr dankbar!« (Foto © David-W- | photocase.de)

Mailkontakt: charli.pape@student.uibk.ac.at. Interessierte melden sich bitte bis Mitte Juli. Hinweis: Wenn ein persönliches Interview vor Ort nicht möglich oder erwünscht ist, kann das Interview auch via Skype durchgeführt werden.