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Unter Generalverdacht

In den Kindertagesstätten arbeiten ganz überwiegend Frauen. Der Anteil männlicher Erzieher steigt langsam, doch diese sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert.

Ein Mann trägt ein Kind auf dem Arm

Thomas Gesterkamp

Im März machte ein Kindergarten im Berliner Stadteil Reinickendorf bundesweit Schlagzeilen. Eltern protestierten, dass dort ein Mann ihren Nachwuchs betreut. Genauer gesagt, ein schwuler Mann. Bei den Kindern ist dieser zwar äußerst beliebt, die sexuelle Orientierung des Pädagogen jedoch führte zum Streit. Eine Gruppe von Eltern drohte dem Träger der Kita mit einer Unterschriftenaktion. Die Initiatoren stammen aus Russland, Rumänien, der Türkei und aus arabischen Ländern, viele sind muslimischen Glaubens. Ein interkultureller Konflikt also, der sich aber nicht allein um das Thema Homophobie dreht. Sondern auch um die generelle Irritation angesichts veränderter Geschlechterrollen, um das Festhalten an Traditionen und um die Frage, welche Rolle Männer in der öffentlichen Erziehung von kleinen Kindern überhaupt spielen sollen und dürfen. (Foto © eighty-four | photocase.de)

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Gewalt in Partnerschaften

Betroffene Männer für Interviewstudie gesucht

Ein Mann sieht ins Abendlicht

Alexander Bentheim (Redaktion)

Im Rahmen ihrer Masterarbeit ist Charli Larissa Pape, Studentin an der Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie am Landeskrankenhaus Innsbruck (LKI), auf der Suche nach Männern, die Gewalt durch den/die (Ex)Partner/in erlebt haben und bereit sind, ein Interview über ihre Erfahrungen zu führen. Die Studie fokussiert persönliche Stärken und wahrgenommene Ressourcen derer, die in Gewaltbeziehungen leb(t)en, denen es jedoch gelang, einen Schritt aus der gewalttätigen Beziehung zu machen.
Ihre Arbeit ist Teil einer Untersuchung zum Thema Gewalterfahrungen und Krisenbewältigungskompetenzen (Resilienz). Die Interviews können im Raum Tirol und Süd-Bayern (München und weitere Umgebung) durchgeführt werden. Sie werden etwa 60 Minuten dauern. Die Gespräche werden auf Tonband aufgezeichnet und anonymisiert weiterverarbeitet. Sollten während oder nach der Befragung Probleme oder psychische Belastungen auftreten, kann – so Pape – ein Teilnehmer bei Bedarf jederzeit Kontakt für Entlastungsgespräche mit der Interviewerin aufnehmen. Auf Wunsch ist auch eine Weitervermittlung an die Innsbrucker Universitätsklinik für Psychotraumatologie und Traumatherapie möglich. Außerdem kann das Interview jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden.
Pape: »Ich bin auf die Mitarbeit betroffener Männer angewiesen, die damit einen wertvollen Beitrag zur Versorgung von Gewaltopfern in Tirol und Bayern leisten können. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, bin ich über Ihre Teilnahme sehr dankbar!« (Foto © David-W- | photocase.de)

Mailkontakt: charli.pape@student.uibk.ac.at. Interessierte melden sich bitte bis Mitte Juli. Hinweis: Wenn ein persönliches Interview vor Ort nicht möglich oder erwünscht ist, kann das Interview auch via Skype durchgeführt werden.

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Wenn Karl-Heinz durchdreht

Er ist noch nicht einmal vier Jahre alt und bringt Eltern und Erzieherinnen an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Und so einen gibt es in jeder Kita.

Junge mit Stock

Ralf Ruhl

Karl-Heinz ist echt hart drauf. Macht die Sachen der anderen kaputt, schlägt aus dem Nichts zu, wütet, verweigert sich, versucht zu kontrollieren. Das macht es schwer ihn zu mögen. Und es ist leicht, die Schuld bei den Eltern zu suchen. »Desorganisiertes Bindungsverhalten« heißt das in der Bindungstheorie und -pädagogik nach Bowlby und Ainsworth. Doch das »Warum?« ist nicht so entscheidend, wichtiger ist das »Was tun?«. Und dabei hilft dieses kleine, höchst kompakte Bilderbuch für Eltern und Fachleute – trotz mancher Einschränkung. (Foto © plastikman1912 | photocase.de)

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Der Faktor Geschlecht in der Psychotherapie

Aktuelle Online-Studie: Welche Faktoren beeinflussen die therapeutische Beziehung?

Interview

Alexander Bentheim (Redaktion)

Eine gute therapeutische Beziehung ist ein grundlegender Faktor für eine erfolgreiche Psychotherapie. Doch welche Aspekte tragen zu einer wirksamen Beziehung zwischen PatientIn und TherapeutIn bei? Dieser Frage möchte die Psychologin Luisa Schnöger
 im Rahmen ihrer Master-Arbeit an der Universität Bielefeld nachgehen. Als einen möglichen Einflussfaktor möchte sie auch untersuchen, inwiefern das Geschlecht auf Therapeuten- und Patientenseite Auswirkungen auf die therapeutische Beziehung hat. Daher ist es für die Aussagekraft der Studie wichtig, dass sowohl Männer als auch Frauen, die sich in Psychotherapie befinden, in etwa gleich großer Zahl teilnehmen und ihre jeweilige Einschätzung äußern. Insbesondere werden noch Männer gesucht, die sich an der Online-Befragung beteiligen.

Für die Befragung werden Personen gesucht, die sich zurzeit in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden oder eine solche in den letzten 5 Jahren durchlaufen haben und Interesse daran haben, einige Fragen zu Ihrer wahrgenommenen Therapeut-Patient-Beziehung zu beantworten. Hinter dem Link http://ww3.unipark.de/uc/PA_MA_14/b224/ befinden sich einige Fragen, deren Beantwortung ca. 15 Minuten dauert. Die Befragung ist selbstverständlich anonym, es werden keinerlei Daten erfasst, die einen Rückschluss auf die teilnehmende Person erlauben.

Mit der Beteiligung an der Studie tragen alle TeilnehmerInnen maßgeblich dazu bei, das Anliegen zu unterstützen, Einflussfaktoren auf die therapeutische Beziehung besser zu verstehen, um somit bestehende Therapieansätze kritisch zu hinterfragen und optimieren zu können.

Die Befragung wurde von der Ethik-Kommission der Universität Bielefeld geprüft und erfüllt die ethischen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Bei Fragen zur Untersuchung gibt Luisa Schnöger
 Auskunft unter der Mail-Adresse: therapie-allianz@gmx.de. Die Online-Befragung endet voraussichtlich Anfang April. (Foto © sol-b | photocase.de)