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Papa-Lese-Liste | Update September 2018

Neue Ausgabe der Lese- und Medienempfehlungen für Väter und Großväter

Vater und Sohn betrachten ein Bilderbuch

Christian Meyn-Schwarze

Als ich im Sommer 2001 gemeinsam mit meiner Frau und meinen beiden Kindern unseren ersten Ratgeber über Bilderbücher geschrieben habe, entdeckte ich die ersten Väter im Bilderbuch. Als aktiver Vater begleite ich seit 27 Jahren nicht nur meine beiden Töchter, sondern arbeite in Kindertagesstätten, Familienbildungszentren und in verschiedenen Büchereien mit kleinen Kindern und deren Eltern. An den Erlebnislesungen und Seminaren nehmen immer mehr Väter teil. Väter, die sich aktiv um ihre Kinder kümmern: mit ihnen spielen, im Haushalt helfen und die Erziehung gemeinsam mit der Partnerin übernehmen.
Ich entdeckte diese Väter in Bilderbüchern und in Vorlesegeschichten. Ich fand dazu Bücher für werdende Eltern und Ratgeber für Väter und Mütter mit Kindergarten- oder Schulkindern. Ich fand Schwangerschaftsratgeber und Fachbücher für Männer, die Familie und Beruf in eine Balance bringen möchten; unterhaltsame Texte über die Elternzeiten von Vätern und praktikable Beschäftigungsbücher für aktive Eltern. Ich fand in Katalogen, in Buchhandlungen und zuletzt auf der Frankfurter Buchmesse geeignete Titel für aktive Väter und Großväter. Denn immer mehr Männer kümmern sich um ihre Familie, nutzen die freie Zeit, um sich den Kindern zu widmen.

Dieses Engagement für die Familie findet sich auch im Bilderbuch, im Vorlesebuch und im Jugendbuch wieder. Wir haben in einem kleinen Team Buch-Titel ausgewählt, in denen ein aktiver Vater oder Großvater eine dominante Rolle spielt. Auch gehen die Verlage mit ihren Neuerscheinungen auf die gesellschaftliche Entwicklung der Familie ein: die Trennung der Eltern wird thematisiert, die Freundschaft mit neuen Partnern bis zur Gründung einer neuen Familie wird geschildert. Ja, selbst neue anerkannte Familien mit zwei Männern finden sich in Bilderbüchern – leider nur noch gebraucht zu erhalten. Mit dem schönen Begriff »Regenbogenfamilien« werden diese Familien beschrieben. Andere Bücher erzählen von Familien, in denen Adoptiv- und Pflegekinder leben. Und darin werden Männer vorgestellt, die eine »soziale Vaterschaft« übernehmen.

Nach den Bilderbüchern und Vorlesebüchern recherchierten wir dann im Bereich der Jugendbücher nach spannenden Vaterfiguren und fanden biologische und soziale Väter, verwitwete und alleinerziehende Väter, arbeitslose Väter – aber auch verschollene oder gewalttätige Väter. Und die Suche der Kinder nach Vätern, die ihnen den Halt eines Vaters geben, gegeben haben, geben könnten… Irgendwann lesen wir dann die Väterbücher, die Erwachsene über ihre Väter geschrieben haben, gerade in jüngster Zeit sind einige Bestseller auf dem Markt erschienen.

Den Begriff »Vater« verstehen wir bei der Auswahl unserer Bücher manchmal etwas weiter: ein älterer Mann und ein Kind (z.B. »Pettersson und Findus«, »Meister Eder und sein Pumuckl« oder »Herr Taschenbier und das SAMS«) oder die Beziehung zum Ersatzvater innerhalb neuer Familienkonstellationen.
Da der Autor bald seine erste Rentenzahlung erwartet und im »Opa«-Alter ist, nimmt der Anteil an »Opa«-Büchern zu. Denn Großväter können mit ihrer Zeit und ihrer Lebenserfahrung wichtige fördernde und fordernde Bezugspersonen – besonders für Jungs – werden.
Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig und auch subjektiv, die Bewertung der Bücher und anderer Medien zum Teil sehr persönlich. Aber ich wünsche viel Spaß beim Stöbern und bei der Auswahl geeigneter Titel! (Foto © behrchen | photocase.de)

Die »Papa-Liste« als PDF herunterladen.

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Friedeward und Wolfgang

Anders sein. Und immer wieder überlegen: sich so zeigen oder besser verstecken? Oder einfach so tun, als wäre man – »normal«?

Grafitti mit zwei Jungen und zwei Mädchen

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 35te KW. – Nicht wie die Mehrheit sein … also heimlich leben? Oder gibt es vielleicht eine Alternative? Christoph Hein entwirft in seinem sensiblen Roman »Verwirrnis« mal eben die Geschichte der DDR vor dem Hintergrund einer homosexuellen Love-Story. Und erzählt von der Unmöglichkeit, im Arbeiter- und Bauernstaat schwul und frei zu leben. (Foto © TheGRischun-Rafael Peier | photocase.de)

Zur Rezension

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Mädchenkram und Männersache

Diskussionsabend am 27. August 2018 mit Anne Wizorek in der Katholischen Akademie Hamburg

Ein Kind beobachtet einen Kreisel

Alexander Bentheim (Redaktion)

Mädchen spielen mit Puppen und schreiben schöner, Jungs spielen mit Autos und rechnen besser. Frauen kochen und Männer verdienen das Geld … Geschlechterklischees sind überall, auch wenn die Wirklichkeit längst eine andere ist. Was für einen Einfluss haben die Sozialen Medien bei dem Thema und was können wir gegen veralteten Rollenzuschreibungen tun? Wie können wir über Geschlechterverhältnisse reden, ohne in Klischees zu verfallen? In der Veranstaltung wollen wir diese Fragen zu beantworten versuchen und testen, wie unser Handeln, Wahrnehmen und Denken von traditionelleren Geschlechterbildern beeinflusst wird. Danach wird es einen Impuls zum Thema »Gender« geben und anschließend die Möglichkeit zum Austausch bei selbstgemachter Bowle.

Impuls: Anne Wizorek, Autorin und Initiatorin des Hashtags #aufschrei | Veranstalter: umdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. in Zusmmenarbeit mit der Katholischen Akademie Hamburg, gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. | Ort: Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4, 20459 Hamburg | Zeit: 19-21 Uhr. | Eintritt: 6 Euro | Alle weiteren Infos gibt es hier. (Foto © David-W- | photocase.de)

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Teufel! Doppelteufel! Achtmalteufel!

Nur ein Stück Acker. Aber da liegt einer. Begraben, genauer: verscharrt. Ein Judenmassenmörder. Der nichts bedauert hat.

Abgeerntetes Getreidefeld

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 30te KW. – Hat der Schrecken einen Ort? Und wenn, bleibt er dort? Oder lebt er dort weiter, auch wenn er längst tot und von der Zeit »verschluckt« worden ist? Wie tot oder lebendig ist er noch? Josef Winkler setzt mit »Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe« sein wuchtig biografisches Lebens-, Todes- und vor allem Schreibprojekt entschieden fort. (Foto © Alexander Bentheim)

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