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Die Legende von den faulen Säcken

Schlichte Stereotypen prägen Forschung und Berichterstattung über die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.

Ein Mann renoviert ein Zimmer

Thomas Gesterkamp

Der Vorschlag von Arbeitsminister Heil, mit Home-Office die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, ist eine gute Idee. Sie bietet neue Möglichkeiten, besonders wenn die Kinder älter sind. Während der Pubertät geht es weniger um Betreuung als um zurückhaltendes Begleiten, um Ansprechbarkeit. Auch das erfordert elterliche Präsenz, zeitweise Heimarbeit kann diese erleichtern. Nichts spricht dagegen, wenn sich Väter (und Mütter) daneben auch um berufliche Dinge kümmern – Teenager sind meist froh, wenn man sie in Ruhe lässt.
Der stereotype Anti-Männer-Reflex in Forschung und Berichterstattung aber ist kontraproduktiv. In der aktuellen Debatte geraten so die Chancen der privaten Vermischung von Beruf und Sorgearbeit ins Abseits. Statt dessen wird die Legende von den faulen Säcken in neuer Variante erzählt. Es braucht mehr Gelassenheit, um die – manchmal in der Tat quälend langsamen – Veränderungen der Männerrolle wahrzunehmen (Foto © complize | photocase.de)

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Und dann stand plötzlich Ketchup auf dem Tisch

Früher war alles anderes. Sehr anders sogar. So dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass es nicht so war, wie es heute ist.

Ein Junge auf einem Berg schaut zum Himmel

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 9te KW. – Ulrich Woelck erzählt in seinem niemals nostalgischen Familienroman »Der Sommer meiner Mutter« vom Einbruch der Moderne im Schatten der Mondlandung. (Foto © Z2sam | photocase.de)

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Ansonsten sprach er wenig

Familien haben ein Geheimnis. Oft hüten sie es. Gibt man sich Mühe, lässt es sich lüften. Das ist nicht immer angenehm.

Ein verbrannter Sessel in der Landschaft

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 8te KW. – Kolja Mensing recherchiert in seinem so genauen wie emphatischen Buch »Fels« die Geschichte des Albert Fels. Und blickt dabei immer tiefer auch in das Leben seiner Familie, folgt doch auf manche Antwort die nächste Frage. (Foto © katjab11 | photocase.de)

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Vaterglück

Ein YouTube-Channel zur Väterbildung

Ein Mann schaut in einen Computer

Matthias Scheibe

Das Narrativ des abwesenden Vaters prägte lange Zeit die Debatten über männliches Engagement in der Familie. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich mittlerweile viele Männer aktiv bei der Versorgung ihrer (neugeborenen) Kinder einbringen wollen. Hierbei erfahren sie aber kaum externe Unterstützung, denn Familienhebammen richten ihre Beratungsangebote fast ausschließlich an Mütter und nehmen Väter dabei selten als interessierte Erziehungspersonen wahr. Andererseits sind klassische Familienbildungskurse selten, meist defizitorientiert, vielfach Lehrplan gebunden und in ihrer Form für männliche Elternteile oft nur wenig attraktiv, da diese aufgrund ihres (Berufs-)Alltags häufig nicht an diesen teilnehmen können. Hier bietet sich durch die Digitalisierung der Gesellschaft eine große Chance, denn viele Männer informieren sich im Internet, so dass reflektierte und ansprechend gestaltete Onlineangebote zur Selbstbildung für Väter sehr nützlich sein können. (Foto © cydonna | photocase.de)

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