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Gespenster im freien Fall

Gewiss: Man kann seinem familiären Erbe entkommen. Dem Familienauftrag, dem Familienschicksal. Aber leicht ist es nicht.

Vater und Sohn gehen einen Waldweg

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 10te KW. – Bov Bjerg schickt in seinem Roman »Serpentinen« einen Vater mit seinem Kind hinaus in die Welt. Wohin wollen und sollen sie? Möglicherweise das alltägliche Glück finden und dafür die brutal(st)en Gespenster der Vergangenheit verbannen. (Foto © nivoa | photocase.de)

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Wenn Papa säuft

Das Thema »Alkoholismus der Eltern« in ein Kinderbuch zu packen ist ein mutiges Unterfangen.

Mann mit Glas und Flasche

Ralf Ruhl

Paula Kuitunen’s »Dani und die Dosenmonster« handelt von der zunehmenden Alkoholabhängigkeit eines Vaters und soll für Kinder (empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren) am besten mit Fachleuten oder Eltern gemeinsam gelesen werden. So kann es Kindern einen Weg zeigen, ihre eigene Betroffenheit zu erkennen und sich Unterstützung zu holen. Der Versuch, die Problematik angemessen aufzugreifen, ist zwar nur teilweise gelungen – dennoch ist es gut, dass es dieses Buch gibt. (Foto © joexx | photocase.de)

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»Drogierte« und fixierte Jungs

Fortbildung für Mitarbeiter_innen saarländischer Jugendhilfeeinrichtungen in Saarbrücken am 1. März 2018

Mann im Drogenrausch

Alexander Bentheim (Redaktion)

Mehr als 50% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen männlichen Geschlechts gebrauchen mehr oder weniger regelmäßig legale wie illegale Suchtmittel oder sind auf ein suchtartiges Verhalten fixiert. Dabei verkennen sie oft, dass sie sich auf ihrer Suche nach Orientierung und persönlicher Identität mit Gegnern anlegen, deren Eigenmächtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Die Gründe für Drogengebrauch und Suchtverhalten männlicher Jugendlicher sind vielfältig. Bei oberflächlicher Betrachtung machen wir Neugier, Gruppendynamik, Risikobereitschaft, »Fun« sowie eine Orientierung an männlichen Rollenklischees aus. Auf einer tieferen Ebene stoßen wir auf die Irrungen und Wirrungen im Lebensprozess, hinter denen sich diffuse Sehnsüchte, identitätsstiftende Suchprozesse oder nachhaltige Verletzungen der Person verbergen. (Foto © sascha.toussaine | photocase.de)

Die eintägige Fortbildung der Fachstelle Jungenarbeit liefert das nötige Basiswissen zum männlichen Suchtverhalten sowie zur Psychogenese und Dynamik der Sucht. Sie gibt Einblick in die Gefühlswelt der »drogierten« Jungs und legt den TeilnehmerInnen praktisches Handwerkszeug für den privaten wie beruflichen Alltag mit männlichen Jugendlichen ins Gepäck. Wer versteht, wie männliche Jugendliche ticken und darüber hinaus die Fallstricke der süchtigen Dynamik durchschaut, tappt nicht mehr hilflos in deren Fallen und bleibt eher handlungsfähig, erspart sich quälende Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit und nährt darüber die Freude am eigenen Tun.

Referent ist Helmut Kuntz, seit 30 Jahren Familien-, Körper- und Suchttherapeut in Prävention, Beratung und Therapie bei der Drogenhilfe Saarbrücken gGmbH und Autor mehrerer Bücher zum Thema. Die Teilnahmegebühr beträgt 20,00 Euro (inkl. Mittagsimbiss und Tagungsgetränke) und ist bar vor Ort zu zahlen. Tagungsort: Katholische Familienbildungsstätte, Ursulinenstr. 67, 66117 Saarbrücken. Tagungszeit: 8.30–16.00 Uhr. Anmeldefrist: 15. Februar 2018.

Die vollständige Auschreibung mit allen Koordinaten zur Fortbildung gibt es hier.

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Montag, 20 Uhr: 0,5 l. Bier, 2 x 0,2 l. Rotwein

Der Alkohol der anderen: Betrunkene Fußballfans, gröhlende Provinzler auf der Reeperbahn, besoffene Spießer während des Oktoberfestes. Und selbst?

Angehobener Deckel auf einer Flasche

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 15te KW. – Dominik Schottner widmet sich in »Dunkelblau« dem vom Alkohol begleiteten Leben seines Vaters. Und fragt sich berechtigt bange: Bin auch ich als Sohn gefährdet? (Foto © complize | photocase.de)

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