Ballerspiele

Dumpfe Geräusche, freie Künste und das Klingeln in den fremden Kassen

Abdruck eines Fußballs auf einer Wand

Text und Foto: Alexander Bentheim
Reihe »Bilder und ihre Geschichte«, #23 | EM-Special »rund & kantig«


An der Wand der Turnhalle hinter der Schule am Walde bei uns gibt es gelegentlich seltsame Zeichen. Rätseln muss, wer nie einen feuchten Ball gegen eine Wand getreten hat und die Abdrücke aus Matsch und Dreck nicht kennt, die beim Aufprall entstehen – wobei der Winkel des Aufpralls eine variantenreiche Rolle für das Gesamtwerk spielt, denn er verursacht und hinterlässt nicht unmittelbar zu identifizierende Schlieren, Streifen, Muster, sondern eher abstrakte Kunst. Und ja, Ballerspiele, es knallt so (un)schön, oft dumpf, mal metallisch, aber immer vernehmbar. Auf dem richtigen Platz ist es meist das Aluminium, selten auch mal die Kniescheibe des eigenen Mitspielers.
Wer neben Spielplänen, -zeiten, -orten, -paarungen auch Interesse hat zu erfahren, was der ganze EM-Spaß eigentlich kostet (also weniger die UEFA, mehr die Steuerzahler*innen), ist mit einem Beitrag des Satiremagazins extra 3 bestens versorgt.



Reihe »Bilder und ihre Geschichte«
#22 | Alexander Bentheim, Taubenauflauf
#21 | Alexander Bentheim, Jugend forscht!
#20 | Alexander Bentheim | Ursula Schäfer | Manfred »Doci« Flucht | Andreas Kleve, Neugieriges Spielen mit Images
#19 | Alexander Bentheim, Eine Frage der Perspektive
#18 | Ina Buskens, »Männer mögen es, wenn sie etwas härter dargestellt werden, als sie in Wirklichkeit sind.«
#17 | Alexander Bentheim, Zeitenwende / Beleidigungen in der Postmoderne
#16 | Frank Keil, Warten auf den nächsten Zug
#15 | Alexander Bentheim, Im Bistro am Ölberg
#14 | Alexander Bentheim, »Riskanter, als Aktien zu haben …«
#13 | Rolf Lüüs, Geschenkte Momente
#12 | Christian Thiel, Ein Augenblick der Ruhe und Verbundenheit
#11 | Tom Focke, Berliner Trompeten
#10 | Kerstin Maier, 9 Tage Glück / Familiensachen
#09 | Jo Fröhner, Rollentausch am Arbeitsplatz / Wenn Männer Männer pflegen
#08 | Kerstin Maier, Roadmovie / Männersachen
#07 | Caio Jacques, Von Luis zu Mina / Eine Reise zwischen den Geschlechtern
#06 | Alexander Bentheim und Frank Keil, Stephen Sondheim’s Musical »Assassins«
#05 | Soumita Bhattacharya, Mandeep Raikhy’s »A MALE ANT HAS STRAIGHT ANTENNAE«
#04 | Gilles Soubeyrand, Portraits und ein Interview
#03 | Jens Kuhn, Fotografische Männergeschichten und ein Interview
#02 | Kerstin Maier, 11 Freunde
#01 | Sebastian Ansorge, malender Kreativitätsbegleiter

Der ganz große Fußballtraum

Einmal zum Probetraining bei einem großen Verein eingeladen werden – kann dieser Traum für einen Einwandererjungen wahr werden? Bei all den rassistischen Vorurteilen und sozialen Ausgrenzungen?

zwei Jungen spielen Fußball

Text: Ralf Ruhl | EM-Special »rund & kantig«
Foto: Karlsbart, photocase.de

 
Den ganzen Abend in der Frittenbude seines Vaters stehen, das nervt Kian gewaltig. Nicht nur der Mief des Fettes. Oder die blöden Sprüche der Kids aus der Schule. Vor allem nervt es, dass er nur einmal in der Woche zum Fußballtraining darf. Zusätzlich am Wochenende zu den Spielen. »Das reicht«, meint sein Vater. Und verweist darauf, dass schließlich seine Pommes mit Currysoße die ganze Familie ernähren, und das nicht nur wortwörtlich … – »Kian geht aufs Ganze!« von Bali Rai ist weit mehr als eine klassische Fußballgeschichte!

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beobachten und entdecken

Unsere Welt wird immer schneller. Dagegen hilft Lesen. Und Schreiben. Und lesen, wie einer zum Schreiben findet, damit wir lesen können.

Junger Mann fährt mit Fahrrrad durch einen Wald

Text: Frank Keil
Foto: Reol, photocase.de

Männerbuch der Woche, 43te KW. – Dirk Knipphals lässt seinen jugendlichen Helden in »Der Wellenreiter« zunächst viel Fahrrad fahren. Am Ende ist die Welt eine andere geworden – und andererseits auch nicht.

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Erster-erster

Urlaub … ausspannen, Ruhe finden, runterkommen. Mal frischen Wind spüren, am besten auf einer Insel. Aber von wegen!

Radfahrer in den Bergen im Morgenlicht

Text: Frank Keil
Foto: emanoo, photocase.de

Männerbuch der Woche, 37te KW. – Juli Zeh erzählt in »Neujahr« von einem Fahrrad fahrenden Mann und Familienvater, der alles richtig machen will. Nur: Was wäre das?

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Fußball zwischen Buchdeckeln

Man kann Fußball gucken. Und sich aufregen. Man kann Fußball auch lesen. Und sich anders bestens unterhalten. Zwei aktuelle Bücher schaffen das.

Opa und Enkel spielen Fußball auf einer Wiese

Text: Frank Keil
Foto: der_wichtig, photocase.de

Männerbücher der Woche, 26te KW. – Karl Ove Knausgard und Fredrik Ekelund erzählen sich in »Kein Heimspiel« im Schatten der Fußball-WM 2014 gegenseitig aus ihrem Alltag wie aus ihrem Leben. Rainer Moritz dagegen berichtet in »Als der Ball noch rund war« auf angenehm heitere Art über große Fußballmomente; wobei sein Herz entschieden für die Verlierer und Unglücksraben schlägt.

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Mit Risiken und Nebenwirkungen

Zu den Folgen des Dopings in Fitness-Studios und anderen urologischen Gefahren in Sport und Freizeit

Ein Skater liegt auf dem Boden

Text: Alexander Bentheim (Redaktion nach Quelle DGU-Pressestelle)
Foto: info@vnz-art.de, photocase.de

Der Medikamentenmissbrauch im Leistungs- und Kraftsportbereich ist nicht neu, doch auch viele Freizeitsportler haben die leistungssteigernden Präparate sowie die schmerzlindernden Medikamente für sich entdeckt. Schätzungsweise zwischen 200.000 und 400.000 Kraftsportler in Deutschland bauen auf Steroide und Anabolika; die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Und die Nebenwirkungen können für Männer verheerend sein: »Steroid-Akne, Missstimmungen bis hin zur Depression sind hier noch die mildesten Folgen des Steroidmissbrauchs«, so Prof. Dr. med. Christian Wülfing von der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). Die Männer finden ihren Weg zum Urologen meist erst, wenn ihnen Brüste wachsen (die sogenannte Gynäkomastie) oder wenn Erektionsstörungen auftreten. Aber: »Das Problem des Missbrauchs von leistungssteigernden Substanzen im Sport- und Freizeitbereich ist durch Urologen allein nicht zu lösen. Hier ist vor allem die Politik gefragt, mehr für die Prävention an Schulen zu sorgen sowie die Schwarzmärkte für Anabolika auszutrocknen«, fordert Prof. Wülfing.

Der Anabolika-Missbrauch ist aus urologischer Sicht das größte Problem im Sport- und Freizeitbereich, doch es gibt weitere Gefahren. Eine besondere Rolle spielt dabei die Intimpflege, etwa dadurch, dass das tägliche Duschen mit aggressiven Seifen und die Verwendung von Intimsprays den Schutzmantel der Haut zerstören und die Schleimhäute im Genital- und Analbereich reizen. Bakterien haben so leichtes Spiel und lösen beispielsweise Harnwegsinfekte aus. Ähnlich verhält es sich mit der Intimrasur. Es wirkt optisch alles viel hygienischer im Genitalbereich, doch die Rasur führt zu kleinsten Verletzungen der Haut. Solche Mikroläsionen dienen Viren und Bakterien als Eintrittspforten in den Körper. In der Folge kommt es z.B. sehr viel leichter zu Infektionen mit Herpes-Viren oder Humanen Papillomaviren (HPV), von denen letztere unter anderem die unangenehmen Feigwarzen oder sogar Krebs verursachen können. Ebenso bergen Intimpiercings manche Verletzungsgefahr bei Männern wie auch Frauen. Es kann zu Blutungen kommen, die das Infektionsrisiko erhöhen. Nerven und Schwellkörper des Penis können geschädigt werden, Kondome reißen. Aus urologischer Sicht ist Intimschmuck daher nicht zu empfehlen. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte sich der Verletzungsrisiken für sich selbst und den Partner bewusst sein.

Jedoch auch ohne Schmuck kann es beim Sport zu Reibungen und Irritationen im Intimbereich kommen, wie Fälle der sogenannten Joggerphimose zeigen. »Sie ist ein klassischer Fall von falscher Sportbekleidung. Die Joggerphimose tritt zwar lediglich in Einzelfällen auf, ist dann aber umso schmerzhafter«, weiß Dr. med. Frank Oberpenning, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Agnes-Hospital Bocholt. »Nylonhosen sehen sicher trendy aus, doch führt der Stoff auf der Haut zu gesteigerter Reibung. Die Vorhaut des betroffenen Mannes kann sich in der Folge entzünden, anschwellen und die Eichel durch Narbenbildung verengen.« Vermeidbar ist dieses Krankheitsbild, indem statt Nylon Baumwoll-Bekleidung verwendet wird.

Beim Fahrradfahren haben die meisten Männer kein relevantes Risiko, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. med. Kurt Miller. »Wenn beim Radfahren allerdings lange Zeit Druck auf den Damm ausgeübt wird, kann das die Nerven, die auch die Schwellkörper versorgen, beeinträchtigen.« Das könne vor allem bei Männern ein Problem werden, die länger als drei Stunden pro Woche Fahrrad fahren. Treten Taubheitsgefühle im Dammbereich auf oder strahlen diese in den Penis aus, sollte man definitiv etwas ändern, rät Prof. Miller. Maßgeblich sind etwa der Sattel und die Sitzposition. »Aber, wenn man es richtig macht, hat Fahrradfahren einen positiven Effekt auf die Potenz, denn es fördert die Durchblutung im Beckenbereich.«

Wichtig sei es, so die Urologen, bei allen Veränderungen im männlichen Genitalbereich einen Facharzt aufzusuchen. Nicht immer sind die Probleme schmerzhaft, wie im Falle einer Phimose oder einer Hodenprellung durch Stoßverletzungen beim Fußball oder Hockey. »Von Selbstversuchen mit Kühlakkus rät die Deutsche Gesellschaft für Urologie generell ab, denn der Penis und insbesondere die Hoden sind sehr empfindlich gegenüber Temperaturen, sodass selbst mit haushaltsüblichen Eisakkus bereits nach kürzester Zeit Erfrierungserscheinungen drohen können«, ergänzt Prof. Wülfing abschließend und verweist auf die 68. DGU-Jahrestagung, welche vom 28. September bis 1. Oktober im Congress Center Leipzig stattfinden wird. Dort erwarten die Besucher des öffentlichen DGU-Patientenforums am 1. Oktober zwischen 10:30 Uhr und 12:30 Uhr weitere Informationen zu urologischen Erkrankungen.


Neun Sekunden zu langsam

Sport soll ja gut sein. Und Laufen erst. Schritt für Schritt, Meter für Meter. Und immer so weiter.

Jogger läuft eine Straße entlang

Text: Frank Keil
Foto: gerhard64, photocase.de

Männerbuch der Woche, 34te KW. – Michael W. Austin und Peter Reichenbach brechen eine Lanze für das Joggen, das Laufen, den Marathon. Geben Tipps fürs Durchhalten und gegen wundgelaufene Füße und liefern vor allem »Die Philosophie des Laufens« gleich dazu.

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Plötzlich kriegt man eine Bierwampe

Spritze gesetzt, Tablette genommen, gezielte körperliche Überanstrengung realisiert – und man fühlt sich stark, unverletzlich, allmächtig. Kann das gelingen?

Junge hält zwei große Steine in den Händen

Text: Frank Keil
Foto: deyangeorgiev, photocase.de

Das Männerbuch der Woche, 29te KW, ist diesmal weniger ein Buch, denn ein Magazin: Das »wespennest – Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder« widmet sich in seiner Nummer 170 einem so realen wie mythischen Stoff: dem Testosteron.

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»Es geht eigentlich um nichts.«

Seit drei Jahren beschäftigt sich der Fotograf Christian A. Werner mit dem deutschen Amateur-Fußball. Steht dabei am Spielfeldrand, unterhält sich mit den Zuschauern und behält das Spiel im Blick. Es fehlt ihm nur noch ein Schiedsrichterbild.

Ein Platzwart frischt die Linien eines Fußballfeldes auf

Text: Frank Keil
Foto: Christian A. Werner, photocase.de

Neulich hätte es fast geklappt! Neulich wäre es beinahe so weit gewesen! Und er hätte sein Schiedsrichterfoto gehabt, dass ihm noch fehlt, um seine Fotoarbeit »Immer Sonntags« über den deutschen Amateurfußball ein Stück mehr abzurunden: »Es war bei Köln, auf einem dieser wüsten Ascheplätze. Der Schiedrichter war vom Alter her um die 75, untersetzt, Bauch, so eine richtige Kante. Und vor ihm stand ein junger, dünner Kerl mit so einer Papageienfrisur und kassierte seine gelbe Karte.« Und er griff seine Kamera und eilte zu den beiden, doch dort angekommen, lief das Spiel bereits weiter, war die Situation längst vorbei. Und Christian A. Werner muss weiter warten auf ein Bild dieser Qualität, dieser Spannung …

Zur Reportage, mit weiteren Fotos von Christian A. Werner, die er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat – dankeschön!

Von Hypermaskulinität bis Feminität

Mandeep Raikhy, Choreograf aus Indien, zeigt differenzierte Männlichkeiten im Tanz – auf dem Hamburger Kampnagel vom 5.-7. November

Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Fotos: Soumita Bhattacharya
Reihe »Bilder und ihre Geschichte« #5

Der renommierte Hamburger Veranstaltungsort für zeitgenössische darstellende Kunst »Kampnagel« präsentiert im Rahmen der »India Week 2015« zum ersten Mal eine Arbeit des indischen Choreografen Mandeep Raikhy, Absolvent des »Laban Dance Centre« in London, Leiter des »Gati Dance Forum« in Neu Delhi und einer der zurzeit interessantesten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes in Indien.
In seinem Stück »A MALE ANT HAS STRAIGHT ANTENNAE« seziert er gängige Vorstellungen von Männlichkeit, die sich im weiten Spektrum von Hypermaskulinität bis hin zu Feminität bewegen. Er widmet sich mit einem Ensemble aus sechs Tänzern und einer Tänzerin der Beschaffenheit des männlichen Körpers. Die Tänzer vergleichen Körperteile als Andeutung auf die klischeehafte männliche Sucht nach Wettbewerb, sie synchronisieren abstrakte Alltagsbewegungen und kreieren offene, humorvolle und zärtliche Situationen – ein Spiegel für das, was ist, und Ideen dafür, was sein könnte.

Koordinaten: Do 5.11. und Fr. 6.11. und Sa 7.11., Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg, Saal »K1«, jeweils 20 Uhr, Dauer ca. 55 Min., 18 Euro (erm. 10 Euro). Weitere Infos und Ticketreservierungen gibt es hier.
Special: Am Freitag, 6.11., gibt die Tanzkritikerin Gabriele Wittmann vor der Vorstellung um 19 Uhr einen Einblick in die zeitgenössische Tanzszene in Indien. Nach dem Stück findet ein Publikumsgespräch mit Mandeep Raikhy statt.