Eine Kugel im Buch

Bald könnten es vier Jahre sein, die der Angriffskrieg gegen die Ukraine dann wütet. Wie schreibt man darüber, wie vermittelt man das selbstverständliche und alltägliche Grauen den Menschen, die Sicherheit gewohnt sind?

Auto fährt doch vernebelte Berge

Text: Frank Keil
Foto: Callum Hilton, pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 47te KW. – Der ukrainische Romancier, Essayist und Lyriker Andriy Lyubka blickt in »Die Rückseite des Krieges« auf die sich ständig verschiebenden Zonen zwischen Front, Hinterland und zuschauendem Ausland.

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Nach dem Schock

Sich einzugestehen, dass man mit seinen Einschätzungen falsch lag, dass man das offensichtliche Unheil nicht hat kommen sehen, obwohl man es hätte erkennen können, ist ein großes Vermögen. Und auch eine Kunst.

Winterlandschaft mit Dörfern von oben

Text: Frank Keil
Foto: Денис Лобанов (Denis Lobanov), pexels.com

 
Männerbuch der Woche, 43te KW. – Der Historiker, Essayist und Osteuropa-Experte Karl Schlögel schaut in den beiden fulminanten Sammelbänden »Auf der Sandbank der Zeit« und »Entscheidung in Kiew – Ukrainische Lektionen« über die Ukraine und deren Geschichte und Gegenwart immer auch auf sich und wie er so lange unwissend auf dieses grundeuropäische Land geblickt hat.

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»Ruhm der Ukraine!«

Zuweilen kann ein schmaler Erzählband intensiver über das Leben erzählen als eine seitenstarke politische Analyse.

Mann mit Gasmaske sitzt in einem Sessel vor dem Fernseher

Text: Frank Keil
Foto: plastikman1912, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 28te KW. – Serhij Zhadan schildert in seinen heldenfreien Geschichten »Keiner wird um etwas bitten« mit zu Herz gehender Dringlichkeit vom Kriegsleben in der Ukraine.

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Nicht »für militärische Zwecke missbraucht werden«

Die Bundeswehr will mehr Soldat*innen rekrutieren. Sie drängt an die Schulen, wirbt unter Jugendlichen um Nachwuchs. Die Bildungsgewerkschaft GEW hält davon nichts.

Junge mit Spielzeugpistole

Text: Thomas Gesterkamp
Foto: plastikman1912, photocase.de

 
Im ostwestfälischen Bad Salzuflen findet die Berufsmesse »MyJobOWL« statt. Den mit Abstand größten Stand aller Arbeitgeber hat die Bundeswehr, zwei Dutzend Soldaten sind im Einsatz. Ein riesig wirkender Tornado-Kampfjet thront in der Mitte der Halle, er bildet den größten Anziehungspunkt für die zumeist jungen Besucher*innen. Am Rande der stationären Flugschau führen Jugendoffiziere im kleinen Kreis Gespräche, Uniformierte berichten von ihren Auslandseinsätzen und schwärmen von den Karrieremöglichkeiten beim Militär …

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In all den Weiten

Muss man alles aussprechen, alles benennen? Aber nein. Die Fotografie hat ihre eigenen Mittel und Möglichkeiten, der Welt auf den Grund zu gehen.

Text: Frank Keil
Foto: Tom Licht, Buchcover

 
Männerbuch der Woche, 36te KW. – Tom Licht erzählt mit gekonnt spröden Fotografien in »Der Vater, der Sohn und der Krieg« von einer doppelten Vatersuche in den Weiten Russlands und von einer Reise dorthin.

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»Das Herz ist mir so schwer«

Die Ära des Stalinismus ist bei uns nur grob bekannt. Im Detail betrachtet zeigt sich ein Schreckensregime, das bis ins Privat-Familiäre hinein wütete.

Abendliches Gegenlicht in einem russischen Dorf

Text: Frank Keil
Foto: heckenschwein, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 30te KW. – Die Herausgeberin Irina Scherbakowa holt in »Ich glaube an unsere Kinder – Briefe von Vätern aus dem Gulag« Lebensläufe der Stalin-Jahrzehnte aus der Dunkelheit.

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Die Welt, in Stücke zerlegt

Ein gutes Buch, das einen durcheinander wirbelt, muss nicht neu und auf irgendeiner Bestseller-Liste zu finden sein. Gut, das sollte es schon sein. Und manchmal ist es auch mehr als das.

ein Soldat 1915 im Lazarett

Text: Frank Keil
Foto: Archiv Alexander Bentheim

 
Männerbuch der Woche, 22te KW. – Miloš Crnjanski zerlegt in »Tagebuch über Carnojevic« fortlaufend die Welt und baut sie immer wieder neu auf.

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Lottoglück Finnland

Wie will ich leben und wo ist mein Platz? Wie muss ich leben, weil es nun mal mein Leben ist? Und dann ist da noch die Frage, nach dem eigenen Lebensraum, den man sich nimmt.

Mann mit Rad und Schirm in einer albanischen Stadt

Text: Frank Keil
Foto: myn, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 18te KW. – Pajtim Statovci erzählt in »Meine Katze Jugoslawien« vom Aufeinanderprallen und Auseinanderbrechen verschiedener Daseinswelten, wo man doch nur für sich sein Leben gestalten und glücklich sein möchte.

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Weiterhin Krieg

Der Krieg in Bosnien? Ja, den gab es. Aber was war da noch mal los? Was hat er mit den Menschen gemacht? Und hätte man daraus vielleicht etwas lernen können?

Text: Frank Keil
Foto: pur, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 3te KW. – Tijan Sila erzählt in »Radio Sarajevo« beeindruckend nah wie nüchtern vom Ende einer Kindheit unter ständigem Beschuss. Es hat seine Zeit gebraucht, bis er sich dieser Lebensphase literarisch nähern konnte.

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Sommer 1944

Engagiert man sich oder schaut man weg? Geht man ein Risiko ein oder hält man die Füße still? Und was hat das jeweils mit dem Leben zu tun, das man zuvor geführt hat? Fragen, auf die Antworten warten.

Horizont Wattenmeer

Text: Frank Keil
Foto: Katinka Tulpenzwiebel, photocase.de

 
Männerbuch der Woche, 50te KW. – Florian Knöppler lässt in »Südfall« einen britischen Piloten zum Ende des Krieges hin auf eine kleine, in sich nicht immer einige Gemeinschaft angewiesen sein.

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