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Wickel-Challenge, Alterssimulation, Rolli-Ralley und auch mal die base chillen …

80 Schüler erlebten am Hamburger Boys’ Day im Landesinstitut ein abwechslungsreiches Programm aus den Berufsfeldern Pflege, Erziehung, Bildung, Betreuung

Jungen wickeln unter Anleitung Babypuppen

Alexander Bentheim

»Ich würde die Veranstaltung anderen Jungs empfehlen, weil es interessant zu wissen ist, wie es als Mann in einem Pflege- oder Erzieherberuf ist«, sagt Moritz (12), und Henry (13) ergänzt: »Es war mal etwas ganz anderes, als in der Schule abzuhängen, und ich habe mal etwas ganz anderes gesehen und ausprobiert«.

Zur Veranstaltung »Den Pflege- und Erzieherberuf spielerisch erkunden« waren 80 Schüler zwischen 11 und 15 Jahren von 48 verschiedenen Schulen ins Landesinstitut gekommen. Sie erlebten in zehn Workshops, wie man mit technischer Unterstützung kranken Menschen gezielt helfen kann, Blutdruck und Blutzucker misst, was man in der Ersten Hilfe macht oder wie man mit Kindern ins Erzählen kommen und Konflikte lösen kann. Weitere Workshops waren eine Rollstuhl-Ralley, das Ausprobieren eines Alterssimulationsanzugs, Wissenswertes über den Sinn von Ritualen mit Kindern, eine Wickel-Challenge und das Bauen und Basteln an »Kitopia«, einer Traum-Kita aus Lego.

In Zusammenarbeit mit Fachkräften und Auszubildenden des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik BS21, die die Workshops fachkundig, engagiert und hier und da auch geduldig durchführten, organisierten Marcus Thieme (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) und Alexander Bentheim (»Soziale Jungs Hamburg« / »Was für Jungs!«) diese für Hamburg erstmals größere Veranstaltung zum Boys Day. Nachdem für jeweils 20 Schüler an den Boys Days 2013-2015 der Erzieherberuf und 2016-2018 der Pflegeberuf im Mittelpunkt standen, wurden nun 2019 die Highlights der Vorjahre zusammengestellt – und verfehlten ihre Wirkung nicht: »An den Workshops hat mir sehr gut gefallen, dass wir selbst aktiv waren und Dinge ausprobieren konnten« freute sich Michel (13) am Ende und Benjamin (13) befand: »Die Coaches waren sehr nett und sympathisch, die Themen interessant … Vielen Dank für die tolle Veranstaltung!«.

Der Boys’ Day ist, wie der Girls’ Day, ein bundesweiter, vom BMFSFJ geförderter Aktionstag zur Berufsorientierung mit dem Ziel, Mädchen und Jungen Einblicke in Berufsfelder zu vermitteln, in denen der gleichgeschlechtliche Anteil unter den Auszubildenden, Studierenden und Beschäftigten weniger als 40% beträgt. Absicht dieses Aktionstages ist damit, Mädchen und Jungen durch praktische Erkundungen in eher geschlechtsuntypische Ausbildungsberufe zu ermutigen, mehr persönliche Interessen, Neigungen und Kompetenzen (neu) zu entdecken – was bei der späteren Berufswahl zu einem breiteren Spektrum an Optionen führen kann. Zugleich lernen Mädchen und Jungen an den Aktionstagen sich partiell in neuen Rollen kennen, die die Berufsfelder vermittels ihrer spezifischen Tätigkeiten anzubieten haben. (Foto © Alexander Bentheim)

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Willst Du ein Held sein?

Ein Moralklassiker über den Preis von Ruhm und Opferbereitschaft

Eine Kunstfigur sitzt in einer Ruine

Ralf Ruhl

Helden gewinnen, normalerweise. Prinzessinnen oder fremde Länder zum Beispiel. Aber Heldenbilder wandeln sich auch, epochal gesehen. Theodor Fontanes berühmte Ballade »John Maynard« huldigt dem Mann, der bereit ist, für andere zu sterben. Nur: was hat er davon? (Foto © kallejipp | photocase.de)

Zur Rezension

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»Geduld und Ruhe, damit alles klappt – das ist ganz wichtig.«

Ein Gespräch mit Jan Seitz, 8b der Hamburger Irena-Sendler-Schule und Teilnehmer am Projekt »Soziale Jungs Hamburg«, über seine Mitarbeit beim »atelier lichtzeichen« und bei der »Kasseler Tafel e.V.«

Zeichnung eines Rollstuhlfahrers

Alexander Bentheim

»Meine Aufgaben waren, dass ich mich um die behinderten Menschen dort kümmere und denen helfe, z.B. den Rollstuhlfahrern, dass die überall gut durchkommen, oder dass das Malmaterial vollständig ist und auch mal etwas tragen helfen» und »soweit ich es gehört habe, gab es nur positives Feedback. Die waren sehr zufrieden mit mir, also dass ich immer höflich in den Umgangsformen war und meine Arbeit zuverlässig gemacht habe.» (Foto © David-W- | photocase.de)

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