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Auferstehung, Baby!

Ein Leben aus verschiedenen Perspektiven erzählen, Deutungen anbieten, sich nicht auf die eine angeblich wahre Wahrheit festlegen lassen, das kann Literatur. Und manchmal macht sie das wahrhaft grandios.

Ein Mann nachts auf einer Straße

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 12te KW. – Jonas Hassen Khemiri düst in »Alles, was ich nicht erinnere« durch das heutige, multikulturelle Stockholm, dem Leben seines Helden auf der Spur. Der sich gar nicht so leicht fassen lässt. (Foto © klerk. | photocase.de)

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Zimmer mit Aussichten

An Publikationen über Geflüchtete herrscht dieser Tage aus verständlichen Gründen kein Mangel. Und jedes Mal ist da die Frage: Gelingt es ihnen, uns ihr Schicksal nahe zu bringen?

Kaputter Sessel auf der Straße

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 49ste KW. – Wilhelm Christoph Warning folgt in »Fremdenzimmer« auf überzeugende Weise den fragmentarischen Lebensberichten 16 syrischer Männer, die es in eine oberbayrische Pension verschlagen hat. (Foto © mickmorley | photocase.de)

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Kulturbilder – Familienbilder – Männlichkeitsbilder

Migration und Männlichkeit in der Arbeit mit Jungen und jungen Männern am 24. und 25. Oktober 2016 in der Evangelischen Akademie Meißen

Silhouette eines Mannes mit Koffern

Alexander Bentheim (Redaktion)

Alle Menschen werden durch ihre Familie, ihre Region und die in ihnen vorherrschenden Kulturen geprägt – was sie ein Leben lang begleitet. Die Biografie eines und einer jeden ist dabei auch gekennzeichnet von Vorstellungen und Bildern über Männlichkeit. Durch die jüngsten Migrations- und Fluchtbewegungen ist dies wieder einmal deutlich geworden, und diese Menschen benötigen Unterstützungssysteme, die sich mit den verschiedenen Bildern von Männlichkeit auseinandersetzen. »Wie eng Familie, Kultur und Männlichkeit miteinander verwoben sind, wird durch eine Auseinandersetzung mit der Biographie deutlich. Wenn wir diesen Gedanken verknüpfen mit der Wirkung von Flucht, Heimatverlust, Kriegserfahrungen, muss nach den Auswirkungen und die Relevanz für Familie, Kultur und Männlichkeit gesucht werden«, sagt Christian Kurzke, Studenleiter der Akademie Meißen und Veranstalter der Tagung. Und damit ist deren Ziel klar: Sie will der Biografiearbeit und ihren Anwendungsmöglichkeiten in der Arbeit mit Jungen und jungen Männern nachspüren.
Eingeladen sind alle interessierten Ehren- und Hauptamtlichen aus den Handlungsfeldern der Pädagogik, Sozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe, der Migrationsarbeit, Studierende. Mitwirkende der Vorträge und Workshops sind Michael Tunç (TU Köln, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften / Bundesweites Netzwerk Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeit e.V.), Peter Bienwald (Bildungsreferent, LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V.), Abdel Semmoudi (Sozialpädagoge, Sozialtherapeut & Psychologe, Dresden), Sabrina Viereckel (PSZ Leipzig, Mosaik e.V.), Gerlinde Franke (Migrationsberaterin Diakonie Großenhain), Uwe Bierwolf (Projekt »UZ«, Diakonie Pirna), Antonie Rietzschel (Journalistin & Autorin „Dreamland Deutschland“, Stuttgart), Friederike Engst (Psychologin, Klinik am Waldschlösschen, Dresden).

Weitere Informationen (Anmeldung, Kosten, Übernachtungsmöglichkeit, etc.) und das detaillierte Tagungsprogramm sind zu finden im PDF-Anhang sowie unter www.ev-akademie-meissen.de. Tagungsleiter Christian Kurzke steht für Rückfragen und Gespräche zur Verfügung (Gesprächstermin bitte unter 0151/17482523 vereinbaren) und für Journalisten_innen ist die Teilnahme zum Zwecke der Berichterstattung wie gewohnt kostenfrei (um eine vorherige Anmeldung wird dennoch gebeten via eMail an silke.lehmann@ev-akademie-meissen.de. (Foto © REHvolution.de | photocase.de)

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Rassismus und Männlichkeiten

Fachtag am 9. September 2016 in der VHS Köln

Ein weißer Mann liest Zeitung auf einer Parkbank, ein farbiger Mann steht daneben

Alexander Bentheim (Redaktion)

Seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderswo wird öffentlich vor allem über die Herkunft der mutmaßlichen Täter und ihre Männlichkeitsvorstellungen diskutiert. In Medienberichten kursieren dabei oft stereotype Zuschreibungen über arabische bzw. muslimische, zugewanderte oder geflüchtete Männer, verstärkt werden antimuslimische Rassismen geäußert. Rassismus ist jedoch kein Randphänomen: rassistische Strukturen sind – offen oder unbewusst – auch in der Mitte der Gesellschaft wirksam und sorgen dafür, dass deren Effekte kulturell, sozial und politisch zum Tragen kommen. So zum Beispiel bei Entscheidungen darüber, wem Chancen zugeteilt oder verweigert, wessen Lebensrealitäten anerkannt werden oder nicht. Rassismus hierarchisiert Menschen nach Herkunft, Hautfarbe, Sprache, kulturellen und religiösen Praxen.
In der sozialen, pädagogischen und politischen (Männer-)Arbeit haben Fachkräfte mit Menschen zu tun, die von Rassismus und Sexismus profitieren oder betroffen sind. Die Situation in einer von zunehmender Migration und Geschlechtervielfalt geprägten Gesellschaft ist dabei komplex.

Die Tagung »Rassismus und Männlichkeiten« bietet daher Akteur_innen aus der sozialen, pädagogischen und politischen Arbeit einen Reflexions- und Debattenraum, um ihre eigene Praxis kritisch zu hinterfragen und mit einem Fokus auf Männlichkeitsvorstellungen entlang verschiedener Fragestellungen das Verhältnis und Zusammenwirken von Rassismus und Geschlecht zu systematisieren: Welche Folgen hat ein sensibler Blick auf Migration und Geschlecht für die soziale und pädagogische Praxis? Weshalb werden die Kritik an Rassismus und die Kritik an Sexismus noch so oft getrennt voneinander verhandelt, auch in männerpolitischen Kreisen? Wie kann eine antisexistische und antirassistische Praxis aus männerpolitischer Perspektive aussehen? Weitere Themen: Privilegien weißer, heterosexueller Frauen und Männer der Mehrheitsgesellschaft | alltäglicher Rassismus in Schulbüchern | Väter mit Migrationsgeschichte | Sozialarbeiter-Sensibilisierung für männliche, marginalisierte Migranten.

Beiträge zur Tagung gibt es u.a. von Carl Camurça, Initiative Schwarze Deutsche ISD Bund e.V. | Andreas Goosses, Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse | Andreas Haase, Gender Coach und ehemaliger Leiter einer Notunterkunft, Detmold | Özcan Karadeniz, Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V., Leipzig | Dr. Elina Marmer, freie Forscherin, Dozentin und Autorin, Hamburg | Olaf Jantz, Jungenbildungsreferent bei mannigfaltig e.V., Hannover | Juliane Lang, Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus, Berlin | Dr. Susanne Spindler, Prof. migrationssensible Soziale Arbeit, Hochschule Darmstadt | Johannes Strohmeier, Leiter psychologische Beratungsstelle für Männer, Frankfurt/M. | Michael Tunç, Netzwerk Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeiten e.V., Berlin

Eine Anmeldung zur Tagung ist erforderlich, bitte per eMail unter Angabe der Veranstaltungs-Nr. A-111224 an: vhs-kundenzentrum@stadt-koeln.de. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich hier und hier. (Foto © bellaluna | photocase.de)