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»Ich freue mich auf Samstag treffen«

Über die Anstrengungen der Integration. Ein Tagebuch.

Verbundenheit

Stefan Moes

24. April 2017. Vor mir steht Abiel, ein schlanker, hoch aufgeschossener junger Mann mit feinen Gesichtszügen. Vor zwei Jahren floh er aus Eritrea nach Europa. Er kann das schon gut auf Deutsch erzählen. So kalt habe er sich Deutschland nicht vorgestellt. In seiner Heimat scheine immer die Sonne. Bei der Ankunft in Italien habe er am Strand schlafen können. Das muss er in Hamburg nicht. Abiel teilt sich mit zwei anderen Flüchtlingen eine betreute Jugendwohnung.
Jeden Morgen stehe er um vier Uhr auf, erzählt er, um in eine überbetriebliche Ausbildungsstätte zu fahren. In einem Praktikum lerne er dort den Umgang mit Metall. Sein Betreuer, ein Sozialpädagoge, ergänzt: Abiel gehe in die 10. Klasse. Mit dem Lesen hapere es noch, auch das Schreiben falle ihm schwer. Wir reden ein wenig über seine Pläne. Was passiert, wenn er keine Arbeit findet? (Foto © kb-photodesign | photocase.de)

Zum Tagebuch

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»Geschlechtergleichstellung im Migrationskontext gelingend gestalten«

Fachtag am 28. November 2017 in Hannover

Drei Männer stehen um einige Schlüssel herum

Alexander Bentheim (Redaktion)

Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter in einer vielfältigen Gesellschaft brauchen Debatten um eigene und andere kulturelle Prägungen, eine Verständigung über Werte und Rechte ist daher für das Zusammenleben von zentraler Bedeutung. Der Fachtag im Stadtteilzentrum Ricklingen (Hannover, 28.11.2017, 10:00 – 16:30 Uhr) möchte – auch mit Blick auf die praktische Arbeit – vielfältige Aspekte beleuchten, wie unsere Gesellschaft geschlechtergerecht und integrativer gestaltet werden kann. Ein breites Vortrags- und Workshop-Programm aus Wissenschaft und Praxis richtet sich an alle Akteur_innen der Arbeitsfelder Flucht, Migration, Gleichstellung und Teilhabe.

Aus dem zielführenden Workshop-Programm sei an dieser Stelle der Beitrag »’Was geht?‘ mit jungen männlichen Geflüchteten – Wie auch männliche Migranten erreicht werden können« von Olaf Jantz (Dipl. Päd. und Jungenbildungsreferent bei mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen- und Männerarbeit) vorgestellt: »Jungen und Männer scheinen in der Praxis schwieriger mit pädagogischen Mitteln erreichbar zu sein. Und oft wird betont, dass sich dies bei selbst betontem Migrationshintergrund von männlichen Jugendlichen/jungen Männern nochmals zuspitzt. In diesem Workshop wird vorgestellt, wie insbesondere männliche Geflüchtete durch Jungen*arbeit erreicht werden können. Es werden die zentralen Zusammenhänge praxisnah beleuchtet: Erfahrener Rassismus, Betonung der eigenen Männlichkeiten, Verantwortung für das eigene Leben, persönliche Positionierungen und Veränderbarkeiten in Geschlechterverhältnissen, Balance aus Präventionsarbeit und (Self-)Empowerment, Transkulturelle Methoden in der ‚mitmännlichen Reflexion‘.«

Die Anmeldung erfolgt online hier, der Teilnahmebeitrag beträgt 15 Euro, die Teilnehmer_innen-Zahl ist auf 100 begrenzt. (Foto © margie | photocase.de)

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Herr Krieger und Herr Selmani

Zwei Männer, zwei Kulturen, zwei Lebensschicksale. Die sich überschneiden werden. Damit es weiter geht in diesem Leben.

Ein Mann steht im Meer

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 34te KW. – Murat Baltić lässt in seinem Roman »Verlorene Söhne« zwei Männer aufeinander treffen, die zunächst nicht unterschiedlicher sein könnten: einen beflissenen, deutschen Beamten der Ausländerbehörde und einen Rom aus dem Kosovo, der hierzulande einfach nur in Ruhe leben möchte. (Foto © Clarini | photocase.de)

Zur Rezension

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»Väter in Sachsen – Väter im Wandel«

Wanderausstellung des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e.V.) im Neuen Rathaus in Leipzig

Ein Junge sucht Schutz bei seinem Vater

Alexander Bentheim (Redaktion)

27 Portraits von Vätern, die in Sachsen leben, sind in dieser Ausstellung zu sehen, die seit 2016 auf Initiative von Papaseiten.de (ein Projekt des Verbunds sozialpädagogischer Projekte e.V. – Dresden) entstanden ist. Das Besondere: Väter mit und ohne Migrationsgeschichte kommen mit ihren Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven zu Wort. Gezeigt wird, wie vielfältig Vaterschaft gelebt wird und welche unterschiedlichen (sub-)kulturellen Einflüsse Väterbilder prägen. Die Ausstellung porträtiert Väter und Großväter mit ihren eigenen Wegen und ihrem persönlichen Erleben. Bemerkenswert ist, wie sich Konzepte und das Verständnis von Vaterschaft im Laufe der Zeit und im Rahmen von Migration verändert haben. Gleichzeitig wird sichtbar, wie sehr sich die Herausforderungen und Geschichten der Väter ähneln.
Zur Ausstellung gibt es ein Begleitheft mit kurzen Texten und Zitaten der porträtierten Väter. Die Ausstellung, die bis zum 16. Juni zu sehen ist, findet in Kooperation mit dem Migrantenbeirat der Stadt Leipzig statt und ist kostenfrei zu besuchen. Mehr Infos, auch zum kostenlosen Verleih der Ausstellung: Papaseiten.de. (Foto © altanaka | photocase.de)

Adresse Neues Rathaus, Untere Wandelhalle, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig Öffnungszeiten Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-15 Uhr Kontakt: Derya Yarici, Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Geschäfts- und Beratungsstelle Leipzig, Arndtstr. 63, 04275 Leipzig, Telefon 0341. 6880022 oder 0341. 23197730, mail: leipzig@verband-binationaler.de.