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Die Kommissare sind müde

Von der Tat lebt der Krimi, und von der anschließenden Suche nach dem Täter. Doch wenn er richtig gut ist, der Krimi, erzählt er noch mehr vom Zustand unserer Welt.

Ein Mann der müde am Tisch sitzt

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 28te KW. – Friedrich Ani lässt in seinem Roman »All die unbewohnten Zimmer« gleich vier Kommissare durch das Leben irren. Auch wird aus gutem Grund recht viel getrunken. (Foto © Patrick John | photocase.de)

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Wo man sein will, woher man kam

Steigt das Kind sozial auf, bleiben die Eltern noch mal anders zurück. Schmerzhaft ist es für beide, und man möchte mit beiden nicht tauschen.

Ein Mann schaut durch ein Fenster

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 25te KW. – Annie Ernaux erzählt in »Der Platz« von erst dem Leben und dann Sterben ihres Vaters. Es ist ein schönes, ein rabiates, also ein durch und durch ehrliches Buch. (Foto © to-fo | photocase.de)

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»Krieg – ohne mich!«

Szenische Lesung zu Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg am 26. Mai in Hamburg

Ein Mann rennt durch einen Wald

Alexander Bentheim (Redaktion)

In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung geben Rudi Friedrich von Connection e.V. und der Gitarrist Talib Richard Vogl denjenigen Raum, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den I. Weltkrieg wandten. Mit Texten u.a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf, mit Gedichten, Liedern und Musik werden sie ihren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nachgehen, auch mit Verweis auf die aktuelle Bedeutung. Die Schwäbische Zeitung schrieb im November 2018: »Mit diesem Programm sind Friedrich und Vogl in ganz Deutschland auf Tournee. Und sie bringen es fertig, dass jeder Tagebuchauszug und jedes Gedicht oder Lied, das sie zusammen mit Trommelschlägen, Trompete, Gitarre und Gesang intonieren, unter die Haut geht – sei es durch die Art der Sprache, mal ihre Arglosigkeit oder ihre zynische Schärfe, mal durch die Sachlichkeit der Beschreibungen oder ihre Emotionalität. Zum Abschluss das unvergleichliche Lied Le déserteur von Boris Vian aus dem Jahr 1954, ein Appell des Pazifismus, und der Ausblick in die Gegenwart«.

Rudi Friedrich beschäftigt sich im Rahmen seiner Arbeit bei Connection e.V. seit Jahrzehnten mit Kriegsdienstverweigerung und Desertion weltweit. Er ist international für sein Wissen und seine Erfahrung geschätzt. Immer wieder führte er auch mit Lesungen und anderen künstlerischen Formen in die Thematik ein. Talib Richard Vogl studierte Gitarre an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main und belegte zahlreiche Meisterkurse und eine Ausbildung zur Sprecherziehung und Stimmbildung. Neben konzertanter Kammermusik bis hin zum Flamenco gilt sein Interesse insbesondere interdisziplinären Projekten wie szenischen und konzeptionellen Lesungen. (Foto © Bernd Vonau | photocase.de)

Veranstalter: Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal | Ort: Deserteursdenkmal / Kriegerdenkmal, Nähe Stephansplatz, 20354 Hamburg | Zeit: 15 Uhr | Weitere Infos, auch zu nächsten Veranstaltungen, auf dem Portal von Connection e.V. und bei Facebook. Mehr auch in einem früheren Beitrag auf diesen Seiten.

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Ein langer Brief nach Yad Vashem

Wer sich mit dem Schrecken beschäftigt, lernt ihn kennen. Und kann ihm kaum mehr entkommen. Doch es hilft Humor – bissiger Humor.

KZ Sachsenhausen

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 14te KW. – Der israelische Schriftsteller Yishai Sarid erzählt in seinem wuchtigen Kurzroman »Monster« von einem Mann, den das Monströse zu überwältigen sucht. (Foto © kallejipp | photocase.de)

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