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Hermanns Geschichte

Das Bild, das Wort: je eine Welt, in die wir geführt werden. Um so besser, wenn sich beiden Welten ergänzen, stützen, beleben.

Pistolen-Tattoo auf einem Unterarm

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 3te KW. – Hannah Brinkmann erzählt in ihrer Graphic Novel »Gegen mein Gewissen« von der Geschichte der Kriegsdienstverweigerung in der einstigen BRD – und vor allem von ihrem Onkel Hermann. (Foto © Timmzie | photocase.de)

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12 Bier

Geschichten vom Wochenmarkt

Käsehandler Albrecht Dennemann

Albrecht Dennemann

Das Wesen des Wochenmarktes ist es, dass man seine Stammkunden zwar kennt, in der Regel jedoch nicht beim Namen. So war es auch lange mit Benno, ein dynamisch, sportlicher Mittsiebziger. Eines Tages kam er zu mir an den Stand und es presste sich förmlich aus ihm heraus: »Alle sagen zu Dir Albrecht – das will ich auch. Ich bin Benno!« Damit war das geklärt und fortan waren wir per Du.

Fast immer zeitgleich mit Benno kam ein anderer Herr. Sie kannten sich offenbar und gingen freundschaftlich miteinander um. Eines Tages erzählten sie mir ihre Geschichte. Sie waren zusammen zur Schule gegangen. Das Studium hatte beide in andere Städte verschlagen und das berufliche Leben hatte nur Benno wieder nach Lingen im Emsland zurückgeführt. Sein Schulkumpel ging in Düsseldorf seinem Broterwerb nach. Mit dem Ruhestand war dieser jedoch ebenfalls nach Lingen zurückgekehrt. Eines Tages trafen sie sich, tauschten Telefonnummern aus und gingen wieder ihrer Wege. Der »Düsseldorfer« schickte Benno alsbald eine SMS: »Sollen wir uns nicht mal auf 1-2 Bier treffen?«, fragte er. Woraufhin Benno antwortete: »12 schreibt man ohne Bindestrich«. Als sie mir das erzählten, rutschte es mir spontan raus: »Sag mal Benno, warst Du mal Lehrer?« – »Scheiße, erwischt!«, entfuhr es ihm und wir alle mussten herzlich lachen.

Seit inzwischen fast einem Jahr kommt leider nur noch der »Düsseldorfer«. Benno hatte ein übler Krebs heimgesucht. Damals hatte ich ihn eine Weile nicht gesehen und mir zunächst nichts dabei gedacht. Benno war sehr aktiv und viel auf Reisen und mit Radtouren unterwegs. Irgendwann wurde es mir jedoch unheimlich und ich fragte den »Düsseldorfer«. Woraufhin er eine Trauerkarte zückte. Darauf war ich nicht gefasst und musste mich erst einmal setzen.

Sicherlich war es nicht nur für seine Familie ein herber Verlust. Die vielen Nachrufe und auch einer in der Zeitung belegten, welch Rolle er für das Gemeinwesen gespielt hatte. Auch für mich ein Verlust. Hin und wieder sprechen der »Düsseldorfer« und ich über Benno und auch über 12 Bier… (Foto © privat)

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An Deck

Am Ende schaut man zurück. Auf das, was war; auch auf das, was hätte sein sollen. Auf das, was gelungen ist. Und auf das, was bleibend fehlt.

Schiffsdeck

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 53te KW. – Mit Robert Seethalers schmalem Roman »Der letzte Satz« lässt sich dieses seltsame Jahr 2020 gut beschließen. (Foto © dsellung | photocase.de)

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Korrektomundo

Der Außenseiter ist zu Recht eine beliebte Figur in der Literatur. Schließlich kann man von außen her mitunter sehr klarsichtig ins Innere der Dinge schauen.

Landschaft in Island

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 49te KW. – Der Ex-Schweizer Joachim B. Schmidt schickt uns mit seinem wunderbar-skurrilen Roman »Kalmann« ins verschneite Island. (Foto © Ballonkistenmann | photocase.de)

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