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Worauf stolz sein?

Meine Gedanken zum Jubiläum

Zimmer mit Schreibtisch und zwei Stühlen

Thomas H. Lemke | Special: 30 Jahre Mauerfall, plusminus

Ich lebte damals in Dresden, mit meiner Frau und meiner neunmonatigen Tochter. Wir wohnten noch getrennt, jeder von uns bei den Eltern im Kinderzimmer, was natürlich schwierig war. Ich hatte im Sommer vorher eine Wohnung vom Amt zugewiesen bekommen und baute sie gerade aus.
Im November war der Fußboden dran, das heißt, ich kroch tagelang auf den Knien durch die Wohnung und versuchte, mit einem Spachtel in der Hand, die arg ramponierte Spachtelmasse von den Spanplatten zu entfernen, welche Jahre zuvor auf die Fußbodendielen aufgeschraubt worden waren, um das Knarren der Dielen zu beseitigen und einen einigermaßen ebenen Fußboden hinzu bekommen. Eine unangenehme, deprimierende und langwierige Arbeit, die zur gleichen Zeit 500 Kilometer westlich von Dresden wohl keiner mehr so gemacht hätte, weil es doch andere Materialien gab und auch Maschinen, mit denen man innerhalb weniger Stunden fertig geworden wäre.
Aber darüber machte ich mir in diesem Moment keine Gedanken. Denn ich war froh, endlich eine eigene Wohnung für meine junge Familie in Besitz nehmen zu können. (Foto © Nordreisender | photocase.de)

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Berliner Trompeten

Zeugen der Geschichte – heute: Friedrich der Große

Ein Mann macht Faxen vor einem Denkmal in Berlin

Tom Focke | Special: 30 Jahre Mauerfall, plusminus

Tom 1987 beim Bau einer Tribüne für das Fernsehballett, zu 750 Jahre Berlin, hier Unter den Linden – drüben im Westen Genesis und David Bowie vor dem Reichstagsgebäude, ein Jahr später auch noch Pink Floyd. Ganz klar: volle Absicht, quasi die modernen Trompeten von Jericho. Zuschauer im Hintergund: der Alte Fritz und sein Pferd. (Foto © privat)

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»Es ist einfach schön, keine Grenzen mehr zu haben«

Meine Gedanken zum Jubiläum

Berliner Mauer

Thomas Henning | Special: 30 Jahre Mauerfall, plusminus

Unser erster Urlaub im vereinigten Deutschland war eine Busreise nach Österreich. Die weitere Zeit verlief so unglaublich normal, als wenn es die DDR nie gegeben hätte. Das war wohl dem Umstand geschuldet, dass alles so schnell verlief und man wegen der Arbeit gar nicht mehr zum Nachdenken kam, was da historisch eigentlich passiert war! Wir freuten uns besonders darüber, dass wir nun Länder besuchen konnten, die wir zu DDR-Zeiten nie gesehen hätten. (Foto © Michael Klockmann | photocase.de)

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Der Mann mit der Cola-Dose

oder: wie ich heute die DDR suche

Männer in Ostberlin schauen auf eine Zigarettenwerbung

Frank Keil | Special: 30 Jahre Mauerfall, plusminus

Wir waren für einen Tag nach Ost-Berlin gefahren, also Hauptstadt der DDR, Mitte 1990. Wo wir damals übernachteten, in West-Berlin natürlich, es will mir nicht recht einfallen. Was zeigt, dass man mit seinen Erinnerungen vorsichtig sein sollte. Was weiß man schon, was war. Was genau war und was nicht und wann; was sich in Erinnerungsschichten übereinander legt. Mal ist man sicher, sich richtig zu erinnern, mal weniger. Mal kommt alles ins Schwimmen. Dann helfen Fotos.
Jedenfalls: Wir waren in Ost-Berlin. Gingen über den »Alex«, den Alexanderplatz, die Hosentaschen voller Geld. Wir hatten gleich hinter der Grenze, die keine Grenze mehr war, auch wenn da noch Grenzer standen, die höflich nach unseren Ausweisen gefragt, aber gar nicht richtig hingeschaut hatten, in einem Hauseingang Geld getauscht. Eins zu sieben, nicht eins zu neun oder eins zu zehn, was wir auch hätten machen können, überall standen Leute (Männer) mit Geldbündeln in der Hand, die für ihr Ostgeld Westgeld haben wollten, D-Mark. (Foto © Frank Keil)

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