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Unter Generalverdacht

In den Kindertagesstätten arbeiten ganz überwiegend Frauen. Der Anteil männlicher Erzieher steigt langsam, doch diese sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert.

Ein Mann trägt ein Kind auf dem Arm

Thomas Gesterkamp

Im März machte ein Kindergarten im Berliner Stadteil Reinickendorf bundesweit Schlagzeilen. Eltern protestierten, dass dort ein Mann ihren Nachwuchs betreut. Genauer gesagt, ein schwuler Mann. Bei den Kindern ist dieser zwar äußerst beliebt, die sexuelle Orientierung des Pädagogen jedoch führte zum Streit. Eine Gruppe von Eltern drohte dem Träger der Kita mit einer Unterschriftenaktion. Die Initiatoren stammen aus Russland, Rumänien, der Türkei und aus arabischen Ländern, viele sind muslimischen Glaubens. Ein interkultureller Konflikt also, der sich aber nicht allein um das Thema Homophobie dreht. Sondern auch um die generelle Irritation angesichts veränderter Geschlechterrollen, um das Festhalten an Traditionen und um die Frage, welche Rolle Männer in der öffentlichen Erziehung von kleinen Kindern überhaupt spielen sollen und dürfen. (Foto © eighty-four | photocase.de)

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