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Männermangel im Klassenzimmer

An den Grundschulen gibt es kaum männliche Pädagogen. Werbende Initiativen in Lehramts-Studiengängen versuchen das zu ändern.

Ein Mann wirft ein Papierflugzeug

Thomas Gesterkamp

In den Klassenzimmern der Grundschulen fehlen Lehrer. Viele Kinder erleben erst auf der weiterführenden Schule ihren ersten männlichen Pädagogen. Engagierte Hochschulen werben deshalb gezielt um männliche Interessenten. Initiativen gibt es zum Beispiel in Hamburg und Hildesheim; an der Universität Bremen läuft schon seit fünf Jahren das europäisch ausgezeichnete Modellprojekt »Rent a Teacherman«. Es vermittelt Lehramtsstudenten an bislang »männerfreie« Grundschulen in der Hansestadt, bezahlt werden die Aushilfslehrer von der Senatorin für Bildung und Wissenschaft. »Weder Jungen noch Mädchen sollten in Kindergarten und Grundschule den Eindruck bekommen, dass es ausschließlich Frauensache ist, sich um kleinere Kinder professionell zu kümmern«, sagt Projektleiter Christoph Fantini. Aber es gibt noch mehr dazu zu sagen … (Foto © complize | photocase.de)

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Unter Generalverdacht

In den Kindertagesstätten arbeiten ganz überwiegend Frauen. Der Anteil männlicher Erzieher steigt langsam, doch diese sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert.

Ein Mann trägt ein Kind auf dem Arm

Thomas Gesterkamp

Im März machte ein Kindergarten im Berliner Stadteil Reinickendorf bundesweit Schlagzeilen. Eltern protestierten, dass dort ein Mann ihren Nachwuchs betreut. Genauer gesagt, ein schwuler Mann. Bei den Kindern ist dieser zwar äußerst beliebt, die sexuelle Orientierung des Pädagogen jedoch führte zum Streit. Eine Gruppe von Eltern drohte dem Träger der Kita mit einer Unterschriftenaktion. Die Initiatoren stammen aus Russland, Rumänien, der Türkei und aus arabischen Ländern, viele sind muslimischen Glaubens. Ein interkultureller Konflikt also, der sich aber nicht allein um das Thema Homophobie dreht. Sondern auch um die generelle Irritation angesichts veränderter Geschlechterrollen, um das Festhalten an Traditionen und um die Frage, welche Rolle Männer in der öffentlichen Erziehung von kleinen Kindern überhaupt spielen sollen und dürfen. (Foto © eighty-four | photocase.de)

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»Männer machen das Gleiche, aber anders«

Interview mit dem Kita-Forscher Prof. Holger Brandes über die Ergebnisse der kürzlich als Buch vorgelegten »Tandem«-Studie.

Junge guckt über die Tischkante

Thomas Gesterkamp

Eine vierjährige Studie untersuchte die Wirkungen pädagogischen und kommunikativen Verhaltens von Erzieherinnen und Erziehen auf Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten. Dabei zeigte sich u.a., dass männliche Erzieher »zwar das Gleiche machen wie Frauen, aber in einer etwas anderen Weise«. Für Prof. Brandes geht es »um weit mehr, als dass Männer Fußball spielen und Frauen Zöpfe flechten – nämlich um die kleinen und meist subtilen Unterschiede in der Interaktion zwischen Erwachsenem und Kind«. (Foto © luxuz::. | photocase.de)

Interview und Hinweise zur Studie. Ergänzend gibt es dort eine Übersicht zu kommenden Veranstaltungen mit Thomas Gesterkamp.

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Sexualisierte Gewalt: Aufdeckungsprozesse verstehen lernen

Fortbildung im Rahmen des Forschungs- und Praxisentwicklungsprojektes »Aufdeckung und Prävention von sexualisierter Gewalt gegen männliche Kinder und Jugendliche« am 27.01.2016 in Minden

Ein Mann steht auf einer Leiter und beggrüßt die Sonne

Alexander Bentheim (Redaktion)

Aufdeckung von sexualisierten Gewalterlebnissen bedeutet nicht nur, »es zu sagen«. Aufdeckung ist ein Prozess, der auf ein Ende von Ohnmacht und Sprachlosigkeit gegenüber sexualisierter Gewalt abzielt. In dieser Fortbildung soll ein Verständnis für diesen Aufdeckungsprozesse entwickelt werden, das Fachkräften ermöglicht, Hilfreiches für die pädagogische Praxis zu erarbeiten. Eine Kenntnis möglicher Auswirkungen und Bewältigungsstrategien von erlebter sexualisierter Gewalt bei Jungen wird weitgehend vorausgesetzt, denn in der Fortbildung geht es vielmehr um prozessbegünstigende Aspekte wie Culture of Care, Anerkennung & Solidarität, Wissen und Handlungsfähigkeit.
Zielführende Fragen sind zum Beispiel: Was brauchen Jungen, damit der Aufdeckungsprozess nach erlittener Gewalt zufriedenstellender für sie verlaufen kann? Was kann ich tun, damit es einem Jungen möglich wird, sich mir als Fachkraft gegenüber zu öffnen? (Foto © jarts | photocase.de)

Veranstalter mannigfaltig Minden-Lübbecke e.V., Fachberatung für Jungen und junge Männer nach sexuellen Gewalterfahrungen Zielgruppe Weibliche und männliche Fachkräfte, die Jungen beraten, begleiten oder betreuen; z.B. in Erziehungsberatung, erzieherischen Hilfen, stationärer Jugendhilfe und Jugendarbeit Veranstaltungszeit/-ort Mi, 27.1.2016, von 9 bis 16 Uhr, in den Räumen der PARITÄT, Simeonstr.21, 32423 Minden Kosten keine – dank Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Anmeldung formlos bitte per eMail oder Anruf (auch AB): info@mannigfaltig-minden-luebbecke.de, Tel. 0571 889 26 84.

Weitere Infos sind der Ausschreibung zu entnehmen.