Sind psychisch kranke Männer per se gewalttätig? Und wieso wird Gewalt gegen Männer so selten beachtet? Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler, Mitherausgeberin des sechsten Männergesundheitsberichts, geht im Interview diesen Fragen auf den Grund.

Text: Ralf Ruhl
Foto: Mart Production, pexels.com
Der sechste Männergesundheitsbericht, vorgestellt am 19.11.25 von der Stiftung Männergesundheit, stellt »Gewalterfahrungen von Jungen und Männern und Folgen für ihre Gesundheit« – so der Titel – in den Fokus. »Gewalt macht krank – körperlich, psychisch und sozial. Doch wenn Jungen oder Männer Opfer werden, wird das selten gesehen, kaum erforscht und noch seltener thematisiert«, sagt Olaf Theuerkauf, Vorstand der Stiftung Männergesundheit. »Unser Ziel ist es, diese Unsichtbarkeit zu durchbrechen. Gewaltbetroffenheit ist keine Frage des Geschlechts, sondern ein Menschheitsthema.«
Mitherausgeberin Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler widmet sich in einem ihrer Beiträge dem Gewaltverhalten von psychisch kranken Männern. In einem Interview für die Zeitschrift »Gesundheit und Gesellschaft« mit MännerWege-Autor Ralf Ruhl stellt sie klar, dass psychisch Kranke nicht gewalttätiger sind als gesunde Menschen. Ursachen lägen vor allem in der Sozialisation: »Der stärkste Risikofaktor sind psychische Traumatisierungen in der Kindheit durch körperliche und emotionale Vernachlässigung, Missbrauch oder Gewalterfahrungen.« Sie spricht dem Gesundheitssystem eine Schlüsselfunktion beim Erkennen von Gewaltfolgen zu und fordert, Hilfe- und Beratungsangebote für betroffene Männer möglichst flächendeckend auszubauen.
Hier geht es zum vollständigen Interview.
