Beziehung heilt!

Eine Fiebertraumreise durch Dschungel, Tiefsee und Arktis

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Text: Ralf Ruhl
Foto: dioxin, photocase.de

Kranksein ist blöd. Da muss man im Bett liegen, kriegt doofe Medizin, nix ist richtig, alles tut irgendwie weh. Das wissen alle Papas, aus eigener Erfahrung. Wenn ihnen die auch oft als Wehleidigkeit angekreidet wird. Was hilft, außer 378 mal geschüttelten Zuckerkügelchen? Ein großartiges Kinderbuch von Helga Bansch, das zeigt, wie ein Vater seinen Sohn durch den Dschungel der Fieberträume begleitet.

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Meine Mutter ging in den Westen, mein Onkel blieb im Osten

Erinnerungen an meine frühen Verwandtenreisen in die DDR

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Text: Frank Keil
Foto: Rick., photocase.de
Special: 25 Jahre Wiedervereinigung

»Das mit den langen Haaren musst du aber ändern«, sagt mein DDR-Onkel Günther und gibt mir die Hand. »Wir hier im Sozialismus haben gute Frisöre«, sagt er. Ich bin 14 Jahre alt, ich habe langes, dünnes Haar, auf das ich sehr stolz bin. Es hat mich viele Kämpfe gekostet, bis mein Vater es aufgegeben hat, mich zu dem Frisör zu schicken, zu dem auch er immer geht.
Ich bin das zweite Mal in der DDR. Ich besuche meine Verwandten, es ist meine Idee, ich besuche sie eine Woche lang, und ich habe West-Kaffee mit und West-Schokolade …

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Manchmal muss man auf den Mond zeigen

Die deutsche Geschichte – wie oft ist sie erzählt worden. Was nur gut gelingen kann, wenn man auch auf ihre wechselseitigen Bedingtheiten zurückschaut.

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Text: Frank Keil
Foto: Alexander Bentheim
Special: 25 Jahre Wiedervereinigung

Männerbuch der Woche, 41ste KW. – André Herzberg entwirft in »Alle Nähe fern« ein jüdisch-deutsches Familienepos mit deutlichen biografischen Bezügen. Und er fragt nicht zuletzt nach den Bedingungen jüdischen Lebens in der einstigen DDR.

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Die Kraft der Melancholie

Grenzregionen sind spannende Areale. Weil sich dort Kulturen ergiebigst mischen – wie im Basel-Dreieck, wo die Schweiz, Frankreich und Deutschland aufeinander treffen.

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Text: Frank Keil
Foto: schiffner, photocase.de

Männerbuch der Woche, 39ste KW. – Hansjörg Schneider lässt seinen längst pensionierten Kommissar Hunkeler nicht zur Ruhe kommen. Und ihn in »Hunkelers Geheimnis« den Mord an einem Schwytzer Banker aufklären. Eingebettet in wunderbarste Landschafts- und Essensbeschreibungen.

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»Ich bin ein sehr glücklicher Mensch«

Interview mit Tom Stoddart, Fotoreporter, über seine Jahre im belagerten Sarajevo und andere Momente seines Lebens.

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Interview: Frank Keil
Foto: irispopiris, photocase.de

»Im eingekesselten Sarajevo gab es damals 10.600 Tote, 56.000 wurden verwundet. Es wurden 1.600 Kinder getötet und 15.000 verwundet. 40 Prozent der Kinder haben gesehen, wie auf jemanden geschossen wurde und von denen hat wiederum die Hälfte jemanden sterben sehen – es war eine schreckliche Zeit. Es gab vieles, wo ich als Fotograf sage: Ich wünschte, ich hätte das nicht gesehen. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass es unser Job ist, den Menschen zu zeigen, was wo passiert«.

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Der Trost der Vögel

Rotstirngirlitze, Moabsperling, Blauracke – in den Kampfpausen skizziert ein junger Sanitäter die Vogelwelt von Afghanistan.

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Text: Frank Keil
Foto: ginger., photocase.de

Männerbuch der Woche, 38ste KW. – Norbert Scheuer liefert mit »Die Sprache der Vögel« einen bemerkenswerten Roman ab, der in ein Bundeswehr-Camp in Afghanistan führt. Und der einen Vogelliebhaber als Helden hat.

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Der Flüchtlingsreport

Peter Gerhardts Suche nach der Wirklichkeit hinter den einfachen Wahrheiten – am 14. September in der ARD

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Text: Alexander Bentheim (Redaktion nach Quelle HR)
Foto: minimaldigital, photocase.de

Mehr als 50 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. So viele wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet mit bis zu 800.000 Flüchtlingen, die 2015 allein nach Deutschland kommen, mehr als je zuvor. Ist das deutsche »Boot voll«, wie nicht nur rechtsradikale Scharfmacher behaupten? Können wir nicht mehr Menschen aufnehmen? Oder wollen wir es nur nicht? Müssen wir die Grenzen dicht machen, um einen Kollaps zu vermeiden, oder schotten wir uns herzlos ab, um nicht teilen zu müssen mit Menschen in Not? Wie werden die Flüchtlinge hier aufgenommen? Angriffe auf Asylbewerber einerseits, ehrenamtliche Flüchtlingshelfer andererseits – wie fremdenfeindlich oder -freundlich ist Deutschland? Und sind die Flüchtlinge eine finanzielle Belastung oder auch eine »günstige Chance« für die deutsche Wirtschaft, wie wahlweise frohlockt oder problematisiert wird?
Peter Gerhardts Flüchtlingsreport geht den grellen Schlagzeilen auf den Grund, rechnet nach und macht sich auf die Suche nach der Wirklichkeit hinter den einfachen Wahrheiten. Dafür reiste der Autor u.a. in die sächsischen Gemeinden Freital und Meißen, die zum Symbol geworden sind für den neuen alten Fremdenhass in Deutschland. Er zeigt aber auch, wie engagiert an vielen Stellen in Deutschland Menschen versuchen zu helfen und wie sehr die Kommunen auf die freiwilligen Helfer_innen angewiesen sind. In Viernheim zum Beispiel. Dort hat der katholische Pfarrer Angelo Stipinovic eine Initiative ins Leben gerufen, um 130 Flüchtlingen aus Eritrea zu helfen, sich in Viernheim einzuleben. »Wir können doch nicht immer warten, bis der Staat hilft«, sagt er. Und war überrascht, wie überwältigend die Unterstützung in der südhessischen Kleinstadt war.
Tatsächlich ist das deutsche Boot noch nicht voll – es ist nur mangelhaft verwaltet. Und der Film rückt die Proportionen zurecht: Deutschland nimmt zwar mehr Flüchtlinge auf als die meisten anderen Länder in Europa, aber umgerechnet auf die Einwohnerzahl nur einen Bruchteil verglichen etwa mit dem Libanon. Und wie sieht die Situation dort aus, in Ländern, die deutlich ärmer sind als Deutschland? Der Film begibt sich auch auf die Spur der Flüchtlinge im Libanon, in Griechenland, in der Türkei und er zeigt, wie die Kriminalisierung von Flüchtlingen Schlepperbanden in die Hände spielt.

Sendung: Montag, 14.9.15, 22:45h, ARD, Reihe »Die Story im Ersten« (45 Min.).

Aus aktuellem Anlass: Bericht aus Budapest von Frank Keil, Teil 1 (7.9.15), Teil 2 (8.9.15), Teil 3 (9.9.15), Teil 4 (11.9.15), Teil 5 (14.9.15)

Aus drei mach’ vier …

Charlie, Ed und Ted sind die Helden in einem ganz wunderbaren wie ungewöhnlichen Buch. Dabei haben die drei zunächst nicht allzu viel Interesse daran, dass man sie kennenlernt.

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Text: Frank Keil
Foto: PiLens, photocase.de

Männerbuch der Woche, 36ste KW. – Jocelyne Saucier lädt uns mit »Ein Leben mehr« dazu ein, eben dieses in all seinen Möglichkeiten wieder mehr zu schätzen. Und dazu geht es in die Wälder Kanadas.

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Auf Tour zu Papa

Ein wunderbares Kinderbuch über Trennung, eine große Reise und ganz viel Liebe

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Text: Ralf Ruhl
Foto: deyangeorgiev, photocase.de

Carlo ist eines der 150.000 Kinder, die ihre Eltern jedes Jahr durch Trennung verlieren. Mama hat Papa rausgeschmissen (was man später ein bisschen verstehen wird), aber das hindert Carlo nicht, eine große Reise zu beginnen und Papa zu suchen – in Italien, ganz im Süden, in Palermo.

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Grenzenlose Liebe

Binationale Ehen und deren besonderen Herausforderungen – Radio-Diskussion am 20. August mit Expert_innen und Gästen

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Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: hlehnerer, photocase.de

Ein Paar, zwei Nationalitäten, zwei Sprachen mindestens: In Deutschland werden immer mehr binationale Ehen geschlossen. Das ist gelebte Globalisierung und doch auch eine ganz eigene Herausforderung. Zu den normalen Beziehungskonflikten kommen kulturelle und kommunikative Stolperfallen hinzu. Wenn unterschiedliche kulturell geprägte Vorstellungen von Familie und Zukunft aufeinanderprallen, ist Liebe keine Garantie, dass zeigt die stark erhöhte Scheidungsrate.
Was also können Paare tun, damit ihre Beziehung Bestand hat? Wo können sie sich beraten lassen, wenn Vorstellungen über Kultur, Tradition oder Religion auseinanderklaffen? Welche rechtlichen Fragen gilt es zu bedenken, wenn Partner unterschiedlicher Herkunft heiraten oder eine Lebenspartnerschaft eingehen wollen? Und welche, wenn es doch zur Trennung kommt, vielleicht sogar Kinder davon betroffen sind?

Sendung: Donnerstag, 20.8.15, 10:10h, Deutschlandfunk, Reihe »Marktplatz«, Moderation: Sarah Zerback, kostenfreies Hörer_innen-Tel.: 00800. 4464 4464, Mail-Beteiligung: marktplatz@deutschlandfunk.de (bis 11:30h)