Hauptsache gesund!

Wie tief Vorurteile und Ängste gegenüber Menschen sind, die eine Behinderung haben, offenbaren die aktuellen Debatten um die richtige, falsche oder überfordernde Inklusion

Text: Frank Keil
Foto: luxuz::., photocase.de

Männerbuch der Woche, 45ste KW. – Fabian Toulmé lässt mit seiner Graphic Novel »Dich hatte ich mir anders vorgestellt …« einem verschreckten Vater 250 Seiten und weit mehr Zeichnungen Zeit, sich an seine behinderte Tochter zu gewöhnen.

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Von Hypermaskulinität bis Feminität

Mandeep Raikhy, Choreograf aus Indien, zeigt differenzierte Männlichkeiten im Tanz – auf dem Hamburger Kampnagel vom 5.-7. November

Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Fotos: Soumita Bhattacharya
Reihe »Bilder und ihre Geschichte« #5

Der renommierte Hamburger Veranstaltungsort für zeitgenössische darstellende Kunst »Kampnagel« präsentiert im Rahmen der »India Week 2015« zum ersten Mal eine Arbeit des indischen Choreografen Mandeep Raikhy, Absolvent des »Laban Dance Centre« in London, Leiter des »Gati Dance Forum« in Neu Delhi und einer der zurzeit interessantesten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes in Indien.
In seinem Stück »A MALE ANT HAS STRAIGHT ANTENNAE« seziert er gängige Vorstellungen von Männlichkeit, die sich im weiten Spektrum von Hypermaskulinität bis hin zu Feminität bewegen. Er widmet sich mit einem Ensemble aus sechs Tänzern und einer Tänzerin der Beschaffenheit des männlichen Körpers. Die Tänzer vergleichen Körperteile als Andeutung auf die klischeehafte männliche Sucht nach Wettbewerb, sie synchronisieren abstrakte Alltagsbewegungen und kreieren offene, humorvolle und zärtliche Situationen – ein Spiegel für das, was ist, und Ideen dafür, was sein könnte.

Koordinaten: Do 5.11. und Fr. 6.11. und Sa 7.11., Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg, Saal »K1«, jeweils 20 Uhr, Dauer ca. 55 Min., 18 Euro (erm. 10 Euro). Weitere Infos und Ticketreservierungen gibt es hier.
Special: Am Freitag, 6.11., gibt die Tanzkritikerin Gabriele Wittmann vor der Vorstellung um 19 Uhr einen Einblick in die zeitgenössische Tanzszene in Indien. Nach dem Stück findet ein Publikumsgespräch mit Mandeep Raikhy statt.

Fußball – Handball – Tor!

Fußballfans dürften ob der Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA gerade arg leiden – aber wie sieht es in den unteren Ligen aus?

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Text: Frank Keil
Foto: redcus, photocase.de

Männerbuch der Woche, 44ste KW. – Imran Ayata erzählt in »Ruhm und Ruin« von einem fiktiven türkischen Kiezfußballclub. Und lässt dabei stilgerecht elf Stimmen zu Wort kommen.

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Feuerwerk an Geschichten

Expeditionen ins Reich männlicher Sexualität

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Text: Gabriele Michel
Foto: joto, photocase.de

Der Titel des Buches »Lustvoll Mann Sein« von Saleem Matthias Riek und Rainer Salm klingt verheißungsvoll, das satt in rot gesetzte »Lustvoll« auf dem Cover wirkt einladend – und das ist gut so. Denn dieses Buch bietet etwas, das in der Flut der Psychobücher rar ist: eine echte Erweiterung des Horizonts.
Kein Ratgeber im schlichten Sinne, keine ultimativen Tipps zur glückenden sexuellen Selbstverwirklichung für alle Männer oder gar »den« Mann. Das Buch ist vielmehr, wie es der Untertitel »Expeditionen ins Reich männlicher Sexualität« andeutet, eine Reise ins Ungewisse, in eine Welt ungeahnter Vielfalt.

Zur Rezension – ergänzt um das Vorwort zum Buch von Prof. Dr. Ulrich Clement, die thematische Einführung der Autoren und zehn Thesen zur männlichen Sexualität.

Zurück am Strand

Liebesromane gibt es viele. Vielleicht sogar zu viele. Aber dann stößt man auf einen, den man gelesen haben sollte. Den man gelesen haben muss.

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Text: Frank Keil
Foto: en.joy.it, photocase.de

Männerbuch der Woche, 43ste KW. – Rainer Juriatti erzählt mit »Strandschatten« eine mutige und todtraurige Liebesgeschichte. Dafür reisen wir mit ihm zweimal in die raue Normandie.

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Beziehung heilt!

Eine Fiebertraumreise durch Dschungel, Tiefsee und Arktis

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Text: Ralf Ruhl
Foto: dioxin, photocase.de

Kranksein ist blöd. Da muss man im Bett liegen, kriegt doofe Medizin, nix ist richtig, alles tut irgendwie weh. Das wissen alle Papas, aus eigener Erfahrung. Wenn ihnen die auch oft als Wehleidigkeit angekreidet wird. Was hilft, außer 378 mal geschüttelten Zuckerkügelchen? Ein großartiges Kinderbuch von Helga Bansch, das zeigt, wie ein Vater seinen Sohn durch den Dschungel der Fieberträume begleitet.

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Der vorgezeichnete Weg?

Fachtag zu Geschlechtskonstruktionen nach sexualisierter Gewalt gegen Jungen am 23. Oktober in Berlin-Kreuzberg

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Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: momosu, photocase.de

20 Jahre »Tauwetter. Anlaufstelle für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren« – Anlass für die Anlaufstelle, einen Fachtag zum Thema »Geschlechtskonstruktionen nach sexualisierter Gewalt« zu gestalten und sich in zwei Vorträgen (Jörg Schuh & Thomas Schlingmann, Dirk Bange) sowie einer »Workshoprallye» mit 12 Stationen diesen Fragen zu widmen: Wie können Jungen sexualisierte Gewalt bewältigen und bearbeiten? Müssen sie ihre Erlebnisse ewig mitschleppen und zu »Mackern«, Tätern oder »Loosern« werden? Welche Auswege gibt es?
Der Fachtag wird bereichert von erfahrenen Expert_innen im Thema: Sabine Fries (Gehörlosenverband Berlin, HU), Thomas Viola Rieske (Dissens Institut für Bildung und Forschung), Martina Hävernick (Selbsthilfe und Beratung Wildwasser Berlin), Peter Mosser (kibs München), Franz-Gerd Ottemeier-Glücks (Mannigfaltig Minden), Maren Kolshorn (Frauennotruf Göttingen), Volker Mörchen (Bremer jungenbüro), Lukas Weber (Hilfe-für-Jungs, Berlin), Ursula Enders (Zartbitter Köln), Torsten Kettritz (Ampel Dessau), Mari Günther (Queer leben Berlin), Barbara Kavemann (Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut Freiburg, Kath. Hochschule Berlin).

Alle Koordinaten zum Fachtag: Freitag, 23. Oktober, 9-17 Uhr, Alte Feuerwache Kreuzberg, Axel-Springer-Str. 41/42, 10967 Berlin. Kosten 25 Euro inkl. Verpflegung. Weitere Informationen und > Anmeldung.

Mann. Macht. Krieg.

Fachtag »Kampf und Konkurrenz als gesellschaftliche Antriebskraft« am 6. Oktober im Schweriner Schloss

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Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: nild, photocase.de

»Schauen wir uns in den Geschichtsbüchern und dem gegenwärtigen Weltgeschehen um, wird immer irgendwo gekämpft, getötet, Krieg geführt. Und es sind immer wieder Männer, die solche gewalttätigen Auseinandersetzungen anzetteln, sie führen, sie am Ende niederschlagen. Umgekehrt sind es aber auch oft Männer, die gewaltlose Widerstandsbewegungen prägen.« (Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Schirmherrin der Veranstaltung). »Ist es«, so die Minsterin weiter, »ein Wesenszug von Männern, Konflikte und Konfrontationen zu suchen oder gar zu erschaffen?«
Antworten auf diese Fragen – zum Beispiel in den Themenbereichen Computerspiel, Krieg, Straßenverkehr, Medien, Wirtschaft – geben u.a. Prof. Dr. Roland Rostenstock (Universität Greifswald), Prof. Dr. Klaus Theweleit (Freiburg i.B.) und Hans Peter Günzel (Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust). Ein Fishbowl mit Vertreter_innen aller Landtagsparteien gibt Gelegenheit, Positionen kennen zu lernen und entsprechend nachzufragen.

Der Fachtag wird veranstaltet von der LAG Jungen-Männer-Väter in Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Kooperation mit der Evangelischen Akademie der Nordkirche und dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Eine schriftliche Anmeldung zur Teilnahme ist erforderlich. Kontakt: LAG Jungen-Männer-Väter in Mecklenburg-Vorpommern e.V., Arsenalstr. 34, 19053 Schwerin, Tel.: 0385 5899894, eMail: info@gender-mv.de. Alle weiteren Infos finden sich im Tagungsflyer.

»Ich bin ein sehr glücklicher Mensch«

Interview mit Tom Stoddart, Fotoreporter, über seine Jahre im belagerten Sarajevo und andere Momente seines Lebens.

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Interview: Frank Keil
Foto: irispopiris, photocase.de

»Im eingekesselten Sarajevo gab es damals 10.600 Tote, 56.000 wurden verwundet. Es wurden 1.600 Kinder getötet und 15.000 verwundet. 40 Prozent der Kinder haben gesehen, wie auf jemanden geschossen wurde und von denen hat wiederum die Hälfte jemanden sterben sehen – es war eine schreckliche Zeit. Es gab vieles, wo ich als Fotograf sage: Ich wünschte, ich hätte das nicht gesehen. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass es unser Job ist, den Menschen zu zeigen, was wo passiert«.

Zum Interview

Von Männern und Frauen, die es immer mal wieder versuchen

Aufenthaltsort: solide, obere Mittelschicht. Wo man weiß, was man voneinander hat – und ahnt, was nicht.

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Text: Frank Keil
Foto: time., photocase.de

Männerbuch der Woche, 37ste KW. – Adam Soboczynski schickt in seinem Debütroman »Fabelhafte Eigenschaften« Männer und Frauen auf illustre Reisen durch die heutigen Beziehungswelten. Und er dechiffriert ihr kalkuliert-seltsames Verhalten so präzise wie äußerst unterhaltsam.

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