Artikel

männerberatungsnetz.de

Neues Portal mit Beratungshilfen für Männer, Väter, Jungen

Zwei Männer unterhalten sich auf einem Balkon

Alexander Bentheim

Wenn Jungen, Männer und Väter nach (professioneller) Unterstützung suchen, finden sie häufig nicht ein für sie passendes Angebot, wissen manchmal nicht, dass es überhaupt Beratung und Unterstützung speziell auch für sie gibt oder trauen sich aus Scham nicht, professionelle Unterstützung für ihre Anliegen zu suchen. Wohin wendet man sich bei Fragen z.B. zu Gesundheit, häuslicher Gewalt, Trennung und Scheidung, Vaterschaft, Jobverlust – und kann dabei auch davon ausgehen, auf männersensible und männlichkeitsreflektierende Berater zu treffen, die das Spannungsfeld von Rollenbildern, Stereotypen, Erwartungen und Individualität kennen?
Das Bundesforum Männer e.V. bietet mit männerberatungsnetz.de eine Übersicht von derzeit 120 vorhandenen Angeboten an Männerberatung in elf Themen- und Beratungsfeldern vor allem aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz. Das Portal, das seit Ende Februar online ist, macht diese für hilfesuchende Jungen, Männer und Väter leichter zugänglich: die regionalen Unterstützungsangebote können mittels Orts- und Themensuche schnell gefunden werden.
Das Portal, das im Rahmen des Projektes »Männer im Wandel« des Bundesforum Männer e.V. entstanden ist, wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und sukzessive weiter ausgebaut. Weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote, die von der Einzelberatung über Rechtsberatung bis hin zu Selbsthilfegruppen reichen, können online eingetragen werden und werden nach einer Prüfung durch die Administratoren freigeschaltet.
Kontakt für Nachfragen: Dr. Dag Schölper, Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V., Reginhardstraße 34, 13409 Berlin, info@bundesforum-maenner.de, Tel. 030 – 275 811 22 (Foto © Jan Merkle | photocase.de)

Artikel

Eine Woche Papa, eine Woche Mama

Neue Perspektiven für Scheidungsfamilien

Kind fährt auf einem Roller

Thomas Gesterkamp

In die Debatte um das »Wechsel-Modell« – oder genauer die »paritätische Doppelresidenz«: Kinder haben ihr Zuhause nicht nur bei einem Elternteil, wenn die Eltern getrennt leben – kommt Bewegung. Und auch beim Unterhaltsrecht wird die übliche Praxis des »Ganz oder gar nicht« hinterfragt. Die Parteien favorisieren jedoch unterschiedliche Varianten; auch über diese Frage wird damit bei der Bundestagswahl abgestimmt. (Foto © TimToppik | photocase.de)

Zum Beitrag

Artikel

Kleiner Schnitt, GEWALTige Wirkung

Eine folgenreiche Entscheidung, ein Buch und ein Interview

Mann hält sich den Handrücken vor den Mund

Alexander Bentheim

Ein Aufsehen erregendes Urteil des Kölner Landgerichts vom Mai 2012, das – Kindeswohl vor Elternrecht – die rituelle Beschneidung von Jungen zur Straftat erklärte, ein hastig schon im darauf folgenden Dezember verabschiedetes religionsfreundliches Gesetz zur Beschneidung des männlichen Kindes (§ 1631d BGB) und eine seitdem andauernde, teils heftige – in Teilen auch »unterdrückte« – gesellschaftliche Debatte darüber bilden den Hintergrund des Buches »Ent-hüllt!«, das im letzten Mai erschien. Und das unmittelbar sowie mittelbar Beschneidungsbetroffene zu Stimmen verhilft, die auch zukünftig gehört werden wollen – und müssen. Denn das Thema Beschneidung von Jungen hat sich nicht erledigt, nur weil es keine Schlagzeile mehr bekommt.

Der unter Pseudonym schreibende Autor Clemens Bergner berichtet von seiner eigenen Beschneidung in der Kindheit aus vorgeblich medizinischen Gründen, versammelt in seinem Buch aber auch viele Geschichten von anderen Männern, die über ihre meist ebenfalls im Kindesalter erfolgte Beschneidung der Vorhaut (Amputation, Zirkumzision, Verstümmelung) erzählen, und die – wie er – unter körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen ihr Leben lang leiden.

Nun kann man ein Buch wissenschaftlich, auch empathisch rezensieren. Aber es gibt Ausnahmen, wo es sich anbietet, den Autor selbst zu hören, weil er am eindrücklichsten beschreiben kann, worum es ihm – auch über das Buch und in diesem Fall die Betroffenengeschichten hinaus – mit seiner Publikation geht. Ein Interview aus dem letzten Jahr, das der Religionskritiker und Blogger Stefan Schritt (»Abgeblogged«) mit dem Autor führte, durften für die MännerWege dankenswerterweise neuveröffentlicht werden. (Foto © dommy.de | photocase.de)

Zum Interview.

Artikel

Wenn Papa weg ist

Manche Väter sind abwesend. Wegen Arbeit oder Krankheit. Oder wegen Trennung.

Vater zieht Kind auf einem Schlitten durch den Schnee

Ralf Ruhl

Jedenfalls sind diese Väter für die Kinder nicht oder kaum erreichbar. Was für Kinder äußerst schmerzhaft ist. Das Bilderbuch »Mondpapas« hilft, über die Lücke zu sprechen, die abwesende Väter hinterlassen. (Foto © Fotoline | photocase.de)

Zur Rezension