Das Leben zu dritt, zu zweit

Und wir wissen mehr oder weniger gut, wie familiäre Bindungen wirken und arbeiten, ob wir anfangs wollen oder nicht.

Eine Frau und ein Mann schauen sich etwas an

Text: Frank Keil
Foto: simonthon.com, photocase.de

Männerbuch der Woche, 5te KW. – Benedikt Wells erzählt in »Vom Ende der Einsamkeit« so tiefgehend wie unterhaltsam von drei Geschwistern, die früh ihr eigenes Leben ganz eigen zu bewältigen suchen, mal alleine, immer wieder zusammen – notgedrungen.

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»Ein Stück tiefer im Holz«

LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen gegründet

Ein Vater bimdet seinem Sohn eine Fliege

Text: Matthias Scheibe
Foto: greycoast, photocase.de

Mit der Veranstaltung »Inside Men. Junge Männer, traumatische Erfahrungen und Gewalt« am 3. November 2016 in Erfurt endete die jahrelange zumeist ehrenamtliche Arbeit der »Fachgruppe Jungenarbeit Thüringen« – um in diesem Rahmen dann noch einen bedeutungsvollen Übergang und Neuanfang zu gestalten: die Gründung der LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V. Damit gibt es eine weiteres Bundesland, in dem die Interessen von Jungen durch eine Landesarbeitsgemeinschaft vertreten werden.

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Väterbilder

Ein Dialog im »neben*an« am 30. Januar in Münster

Ein Kinderfuß in der Hand des Vaters

Text und Foto: Alexander Bentheim (Redaktion)

Vaterbilder und Vaterschaftskonzepte, ihr Entstehen und die Möglichkeiten ihrer Veränderung, befinden sich in einem Horizonte öffnenden Wandel, der spätestens seit den 1990er Jahren in der belletristischen und empirischen Literatur sowie der wissenschaftlichen Forschung und geschlechterpolitischen Diskussion seine Resonanz findet und umgekehrt von dort Anregungen erhält. Bilder von »neuen« Vätern finden sich seitdem auch in der Fotografie und damit nicht zuletzt auch in Zeitschriften, Veranstaltungsflyern, Dokumemtationen und in der Werbung.
Welche Konstanten und Entwicklungsperspektiven dabei von Bedeutung sind, dem wird in einem von der Fachstelle Väterarbeit in NRW angestoßenen Dialog mit Nicole Kirchhoff (Journalistin, Soziologin und Autorin von »Der neue Vater, Bilder einer Figur im Wandel«) und Alexander Bentheim (ehemaliger Herausgeber Switchboard. Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit, Leiter des berufsorientierenden Förderprojekts »Soziale Jungs Hamburg« und Fotograf) sowie den Gästen nachgegangen. Die Moderation hat Hans-Georg Nelles, Sozialwissenschaftler, Erwachsenenbildner, Organisationsberater und langjähriger Väterexperte im Themenfeld »Vereinbarkeit von Arbeit und Leben«.

Die Veranstaltung findet statt am Montag, 30. Januar 2017 von 18 bis 20 Uhr im »neben*an», Warendorfer Straße 45-47, 48145 Münster. Der Einttritt ist frei.

Zum Plakat zur Veranstaltung.

Grenzgänger und Weggefährten

15. Männerkulturtag am 11. März 2017 in Bremen

Ein Mann spielt Klavier

Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: suze, photocase.de

Man sagt Männern nach, dass sie es lieben, an ihre Grenzen zu gehen: riskant, abenteuerlich, extrem. Oder ist es eher so, dass das Leben sie an ihre Grenzen bringt: ihnen den Boden entzieht, sie ausstößt, zur Flucht zwingt?
Wenn es um Grenzerfahrungen geht, dann ist es viel wert, verlässliche Weggefährten zur Seite zu haben. Machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach äußeren und inneren Grenzen, nach der Angst vor dem Fremden wie nach der Geborgenheit des Vertrauten.
Neben acht Workshops zum Thema gibt es all das, was den Männerkulturtag seit Jahren ausmacht: neue und alte Kontakte, tiefe und entspannte Begegnungen, leckeres Essen, gemeinsames und ganz persönliches Erleben – also Männerkultur vom Feinsten. Und zur gemeinsamen Einstimmung gibt es die Film-Soirée am Freitagabend.

Anmeldung und Programm auf www.maennerkulturtag.de. Dort gibt es auch Rückblicke auf die vergangengen Männerkulturtage.

Allianzen ohne Verbitterung

Andere Blicke (und fragwürdige Bezüge) auf ein angeblich »miserables Geschlecht«

Zwei Männer sitzen auf einer Bank am Meer

Text: Thomas Gesterkamp
Foto: matlen, photocase.de

Mit der Anthologie »Der andere Mann« geht es dem österreichischen Psychotherapeuten und Herausgeber Josef Christian Aigner um einen »alternativen Blick auf Männer, der sie anders zeigt, als sie in Medien, Alltagsbewusstsein, Talkshows, Fachliteratur und gelegentlich auch in der Wissenschaft dargestellt werden«. Die Sammlung von Beiträgen und Blickwinkeln u.a. von Reinhard Winter, Ivo Knill, Hans-Geert Metzger, Markus Theunert und Hans Prömper kann damit als ein aktuelles Korrektiv zur gängigen Rezeption von Männlichkeit(en) betrachtet werden.

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Listen pflastern seinen Weg

Eine Lebenssuche in Listen. Ungewöhnlich, spannend, und voller Sympathie für Jungen auf der Suche nach sich selbst.

Zwei Männer sitzen auf einem Brückengeländer

Text: Ralf Ruhl
Foto: BeneA, photocase.de

Der Vater ist schwul, die Mutter weit weg, die Mädels unerreichbar fern. Weshalb der 15-Jährige Darren sich auf einen Road-Trip zu seinem Bruder begibt. Und zu sich. Und zur Liebe. Statt Tagebuch zu schreiben, reflektiert er seine Lebenssuche in Listen. Womit Todd Hasak-Lowy in seinem Jugendschmöker »Das ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist« eine wunderbare Reisebegleitung gelingt.

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Depressionen und Ängste bei Männern

Neue Selbsthilfegruppe in Hamburg

Mann schaut liegend über einen Felsen aufs Meer

Text: Alexander Bentheim (Redaktion)
Foto: SilasBaisch, photocase.de

Zurzeit entsteht eine neue Selbsthilfegruppe für Männer, die unter Depressionen und Ängsten leiden. Eingeladen sind alle, die sich angesprochen fühlen und etwas für sich tun möchten. Die Gruppe wird ein sicherer Raum sein, in dem Schutzhüllen abgelegt und offen über die Erkrankungen und Sorgen gesprochen werden kann. Austausch wird es auch darüber geben, wie ein besserer Umgang mit Depressionen zu finden ist: einander zuhören, an den Problemen des Anderen teilnehmen und gemeinsam Auflösungsstrategien erarbeiten, die die Lebensqualität verbessern.
Die Treffen werden voraussichtlich mittwochabends in Hamburg-Winterhude stattfinden. Kontakt über das Selbsthilfe-Telefon von KISS: 040. 395767 (Mo-Do 10-18 Uhr).

»KISS« ist die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen in Hamburg, einen Flyer zur neuen Selbsthilfegruppe gibt es hier.

Zimmer mit Aussichten

An Publikationen über Geflüchtete herrscht dieser Tage aus verständlichen Gründen kein Mangel. Und jedes Mal ist da die Frage: Gelingt es ihnen, uns ihr Schicksal nahe zu bringen?

Kaputter Sessel auf der Straße

Text: Frank Keil
Foto: mickmorley, photocase.de

Männerbuch der Woche, 49ste KW. – Wilhelm Christoph Warning folgt in »Fremdenzimmer« auf überzeugende Weise den fragmentarischen Lebensberichten 16 syrischer Männer, die es in eine oberbayrische Pension verschlagen hat.

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Lost in Oberösterreich

Lesen ist jedesmal ein Wunder – gerade wenn im eigenen Kopf Personen lebendig werden, die man irgendwann zu kennen meint. Seltsam. Oder?

Ein Mann schaut auf Berge

Text: Frank Keil
Foto: Daniel van Gravel, photocase.de

Männerbuch der Woche, 47ste KW. – Reinhard Kaiser-Mühlecker geht in seinem Roman »Fremde Seele, dunkler Wald« zwei Brüdern nach, die in Oberösterreich nach dem Weg ihres Lebens Ausschau halten.

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Lob des Schweißes

»Miesten vuoro« – ein mehr als sehenswerter Film über finnische Saunen, schwitzende Männer, Erzählungen aus dem Leben und den Trost, den es manchmal braucht.

Eine Hütte vor weitem Horizont

Text: Frank Keil
Foto: temperclayfilm

Finnland ist nicht nur das Land des Tangos, damit der Melancholie und der schweigsamen Männer: Finnland ist auch das Land der Sauna. Der Dokumentarfilm »Miesten vuoro« (dt. »Was Männer sonst nicht zeigen«) erzählt von finnischen Saunen und finnischen Männern und was passiert, wenn sich finnische Männer in finnische Saunen setzen und dort schnörkellos aus ihrem Leben erzählen. Ein Film, der nicht zuletzt auch ein Statement gegen das hektisch-aufdringliche Durcheinanderreden ist, ob bei Facebook, Twitter oder Whatsapp. Denn hier wird noch gesprochen. Persönlich. Wort für Wort. Von Mann zu Mann, sozusagen.

Zur Filmbetrachung nebst Publikumsgespräch mit Regisseur Mika Hotakainen