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Wenn Mama nicht loslässt

Bücher, die stillschweigend und ganz selbstverständlich die weibliche Dominanz in Erziehungsfragen propagieren – es gibt sie noch. Und das ist nicht zuletzt eine Frage der Personalpolitik der Verlage.

Schatten einer Kleinfamilie auf einer Wand

Ralf Ruhl

Väter können in unserer Gesellschaft oft nur so gut und nur so präsent sein, wie Mütter es erlauben. Leider stellt Sophie Schmidts Kinderbuch »Papa und Konrad allein zu Haus« dies auf eine Weise dar, die zu lustvoll in der Klamottenkiste traditoneller Rollenbilder kramt. Was so alles passiert, wenn Mama sich eine Auszeit nimmt (was ihr gegönnt ist) und Papa und Sohn allein zu Haus bleiben? Durchaus witzig geschrieben und ebenso witzig gezeichnet ist dieses Vorlese- und Bilderbuch für Kinder ab drei Jahren. Jedoch bleibt Mamas Fürsorglichkeit – trotz physischer Abwesenheit – ständig präsent, bis nach ihrer Rückkehr endlich wieder alles gut und halt wie immer ist. Und 40 Jahre geschlechterpädagogische Diskussion scheinbar spurlos am Verlag vorbei gegangen zu sein scheinen. (Foto © krockenmitte | photocase.de)

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Acht und 69

Wie kann man es erklären, wenn einer losgeht und Menschen tötet? Einen nach dem anderen?

Schatten eines Mannes mit Gewehr

Frank Keil

Männerbuch der Woche, 25te KW. – Die Journalistin Åsne Seierstad erzählt in »Einer von uns – Die Geschichte eines Massenmörders« die Geschichte des Sonderlings, des selbsternannten Tempelritters und des Mörders Anders Breivik. Und die berührenden Geschichten einiger seiner Opfer. (Foto © Tasmas | photocase.de)

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»Lebbe gehd weider«

Mein Neustart mit Parkinson

Ein Mann arbeitet an einer Werkbank

Stefan Moes

Wir sind sieben, alle Ende fünfzig. Eine Woche haben wir frei genommen, um einen Stuhl des amerikanischen Star-Tischlers Sam Malouf nachzubauen. Einer stellt sich als Bankdirektor vor, einer ist Therapeut, die anderen haben ein Handwerk gelernt; allen gemeinsam: das Faible für Holz. Ein Graukopf berichtet stolz von dem drei Meter langen Eichenschrank, den er für sein neues Eigenheim gebaut hat. Er ist ein Jahr jünger als ich, von Beruf Schlosser. Gestandene Menschen. Und ich? Ich versuche, wieder Boden unter die Füße zu bekommen … (Foto © bokehlicious | photocase.de)

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Vielleicht entdeckt er ja den nächsten Trend

Das Hipster-Phänomen. Eine Annäherung

Ein junger Mann spielt Gitarre an einem See

Peter Bräunlein

Der österreichische Jugendkulturforscher Philipp Ikrath stellt in »Die Hipster. Trendsetter und Neo-Spießer« eine im Feuilleton häufig kritisierte Gruppe vor, die u.a. für die Gentrifizierung trendiger Viertel verantwortlich gemacht wird. Andere verbreitete Vorwürfe sind: extremer Individualismus, kultureller Snobismus und politisches Desinteresse. Doch so umstritten die Hipster auch sind, es gibt kaum jemand, der sich heute offen zu ihnen bekennt. Dabei waren sie schon in den 1950er Jahren in den USA im Gespräch, so z.B. für die Beat Poets und Norman Mailer – (weiße) Außenseiter, die sich bei Stil und Musik der Afroamerikaner bedienten und sich der Anpassung an den kulturellen Mainstream verweigerten. (Foto: simonthon.com / photocase.de)

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